Sassenbergs Schulen weitgehend verlassen
Kinder erhalten Lernpakete

Sassenberg/Füchtorf -

In den Schulen herrschte gähnende Leere. Hin und wieder kamen aber noch Eltern mit Kindern, um sich Lernpakete abzuholen.

Dienstag, 17.03.2020, 10:46 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 15:06 Uhr
An der Nikolausschule nahm Lehrerin Maja Ricke die wenigen Kinder zur Betreuung vor der Schule in Empfang. Viele Eltern kamen gleich morgens früh um die Arbeitsmaterialien abzuholen.
An der Nikolausschule nahm Lehrerin Maja Ricke die wenigen Kinder zur Betreuung vor der Schule in Empfang. Viele Eltern kamen gleich morgens früh um die Arbeitsmaterialien abzuholen. Foto: Ulrike von Brevern

Auf dem Schulhof der Nikolausschule trafen am Montagmorgen noch einige Eltern und Kinder aufeinander. Ansonsten herrschte am ersten Tag der allgemeinen Schulschließung an den Sassenberger Schulen gähnende Leere. Während Lehrer in Konferenzen die nächsten Schritte abstimmten, blieben bis auf insgesamt knapp 20 Kinder an allen vier Schulen die Schüler wie geplant zuhause.

An der Füchtorfer Grundschule hatten Leiterin Marlies Borisch und ihr Team schon früh den richtigen Riecher bewiesen: Die Email-Listen der Eltern wurden in der letzten Woche auf den neuestens Stand gebracht. „Und die Kinder sind am Freitag mit pickepacke vollen Schultaschen nach Hause gegangen“, erzählt Borisch. Die Kinder werden von nun an ausschließlich per E-Mail mit Arbeit versorgt.

An der Johannes- und der Nikolausschule dagegen liefen die Kopierer heiß. Bettina Malow zeigt am Montagmorgen das liebevoll zusammengestellte Arbeitspaket für ihre 2b an der Nikolausschule: Mathe und Deutsch wird damit vor allem abgedeckt. Für die Eltern liegt ein Lösungsblatt bei. „Der Wuschelbär“ als Lektüre soll die Zeit versüßen – wer mag, darf sich ganz durch das Büchlein lesen, für schlechte Leser gibt es Pflichtkapitel. Bei Bastelaufgaben haben die Lehrerinnen sogar an die Geschwisterkinder gedacht. Eltern, die die Aufgabenpakete abholen, bedanken sich für „die tolle Vorbereitung“.

An der Johannesschule werden die Päckchen erst am Dienstag fertig sein und können dann zwischen 8 und 11 Uhr abgeholt werden, berichtet Schulleiterin Maria Erdmann. „Wir können nicht den ganzen Vormittag ersetzen“, gibt sie ähnlich wie Elisabeth Suer , Leiterin der Sekundarschule, zu. „Wir müssen Augenmaß bewahren für das, was die Schüler zu Hause leisten können“, hält Suer fest. Die Johannesschüler bekommen allerdings eigens ein „Kinderstundenplan“ einschließlich Pausen mit auf den Weg, der helfen soll, die schul-, aber nicht unterrichtsfeie Zeit zu strukturieren. Erdmann ist voll des Lobes für die Elternschaft: „Wenn es drauf ankommt kann man sich auf ihre Hilfsbereitschaft voll verlassen.“

Sekundarschüler finden ihre Aufgaben auf der Homepage. Leider gebe es noch keine digitale Lernplattform für die Schule, bedauert Suer. Möglicherweise trage die gegenwärtige Situation ja dazu bei, „in Sachen Digitalisierung der Schule einen positiven Schritt zu machen“, regt sie hoffnungsvoll an: „In jedem Problem steckt ein Geschenkchen.“ Für diejenigen, die keinen Internetzugang haben, werden die Infos an den Schultüren ausgehängt. „Wichtig ist, dass alle Solidarität beweisen und flexibel bleiben“, betonte Suer.

Wie viele Schüler an ihrer jeweiligen Schule ab Mittwoch in einer Notgruppe betreut werden müssen, steht noch nicht fest. Die Lehrer werden sich in Teams aufteilen, berichtet Erdmann, damit im Falle einer Infektion nicht die ganze Truppe ausfalle. Neben der Beratung der Eltern und der Notfallbetreuung werden die Lehrer der Nikolausschule die unerwartete Luft im Alltag nutzen, um Arbeitspläne und Fachräume neu zu strukturieren, verriet Dilla-Kell.

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