Drei Jahre und drei Monate Haft für 42-jährigen Sassenberger
Sexueller Missbrauch an Kindern auf Video festgehalten

Sassenberg/Bielefeld -

Ein 42-jähriger Sassenberger wurde zu drei Jahren und drei Monaten Haft wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. In zwei Fällen filmte er seine Taten.

Donnerstag, 19.03.2020, 07:30 Uhr
Drei Jahre und drei Monate Haft für 42-jährigen Sassenberger: Sexueller Missbrauch an Kindern auf Video festgehalten

Zu drei Jahren und drei Monaten Haft ist am Dienstag ein 42-jähriger Mann aus Sassenberg wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern in sieben Fällen verurteilt worden. Zwei Mal fertigte er davon kinderpornografische Videofilme an. Der Vorwurf, dass der Angeklagte zusammen mit einem Mann aus Thüringen eine Mutter und ihren Sohn entführen und beide zu Sexsklaven machen wollte, konnte jedoch nicht erhärtet werden.

Wie Guiskard Eisenberg , Pressedezernent des Landgerichtes Bielefeld, erklärte, hat der Angeklagte im Jahr 2017 in Preußisch Oldendorf zwischen März und Dezember seinen angeheirateten Neffen und seine angeheiratete Nichte jeweils sexuell missbraucht. Der Junge, den der heute 42-Jährige in fünf Fällen missbrauchte, war zum Zeitpunkt der Taten neun Jahre alt. Zwei Mal missbrauchte der Täter seine zu Beginn des Tatzeitraums acht Jahre alte Nichte.

Schmerzensgeld für die Opfer

Dass der Sassenberger jeweils einen Missbrauch des Jungen und des Mädchens filmte, erhöhte das Strafmaß. „Den Kindern wurde vom Gericht ein Schmerzensgeld zugesprochen“, sagte Eisenberg. Der Junge erhält 4500 Euro und das Mädchen 3500 Euro. „Die Höhe des Schmerzensgeldes richtet sich nach der Intensität des Missbrauchs.”

Laut Eisenberg kam für das Strafmaß erschwerend hinzu, dass der Täter außerdem im Besitz kinderpornografischer Filme war. Bei einer Durchsuchung in seiner Wohnung in Sassenberg im Mai 2019 wurden außer den beiden genannten Videoaufnahmen weitere 103 Videodateien und 38 Bilddateien jeweils mit kinderpornografischem Inhalt gefunden sowie neun kinderpornografische Mangafilme.

Eine erheblich längere Haftstrafe wäre aus Sicht des Pressedezernenten sicherlich auf den Angeklagten zugekommen, wenn der Vorwurf der Planung einer Entführung zum Tragen gekommen wäre. „Doch die vorliegenden Beweismittel reichten nicht aus, um die Ernsthaftigkeit dieses Plans von Seiten des Angeklagten nachzuweisen.“

Plan wie aus einem Psychothriller

In der Verhandlung, die sich über mehrere Tage erstreckte, wurde dem 42-Jährigem nahm das Gericht nämlich einen umfangreichen Chatverlauf unter die Lupe. Denn auf diesen Schriftwechsel war die Staatsanwaltschaft gestoßen als sie gegen einen Mann aus Thüringen ermittelte, der inzwischen in Zusammenhang mit Kinderpornografie gebracht wurde. In dem Chat hatten sich die beiden Männer zu einer Tat verabredet, die sich anhört, als sei sie aus einem Psychothriller entsprungen. Darin war die Rede davon, dass zunächst ein neunjähriger Junge vor den Augen seiner Mutter sexuell missbraucht werden solle.

Weiterer Angeklagter hatte bereits Kiste für Opfer angefertigt

Anschließend sollte der Sassenberger sowohl die Mutter als auch den Sohn zu dem inzwischen verurteilten Thüringer bringen. Der weitere Plan sah vor, beide dort in eine Kiste zu sperren. Im Chat hatten sich die beiden Männer darüber ausgetauscht, dass Mutter und Sohn in der Folge durch Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch zu Lustsklaven ausgebildet würden, um ihnen sexuell hörig zu sein. Während der Verhandlung vor dem Bielefelder Landgericht erklärte der Sassenberger, dass er zu keinem Zeitpunkt ernsthaft vorgehabt habe, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Wie Guiskard Eisenberg berichtet, konnte der Thüringer dies nicht glaubhaft machen. „Er hatte bereits eine entsprechende Kiste angefertigt.“

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