Wahlkampf in Zeiten der Corona-Krise
„Große Welle der Solidarität“

Sassenberg/Füchtorf -

Der Wahlkampf ist in Zeiten des Corona-Virus in den Hintergrund getreten. Für Herausforderer Johannes Philipper sollten auch trotz finanzieller Einbußen wichtige Investitionen auf den Weg gebracht werden.

Montag, 06.04.2020, 09:17 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 17:08 Uhr
Johannes Philipper möchte gerne Bürgermeister werden. Angesichts der Corona-Krise muss er seinen geplanten Wahlkampf ein wenig straffen und setzt derzeit erstmal auf die sozialen Medien.
Johannes Philipper möchte gerne Bürgermeister werden. Angesichts der Corona-Krise muss er seinen geplanten Wahlkampf ein wenig straffen und setzt derzeit erstmal auf die sozialen Medien. Foto: Philipper

Johannes Philipper wollte eigentlich in diesem Jahr so richtig angreifen. Schließlich möchte er Bürgermeister von Sassenberg werden. Doch die Corona-Krise stoppt derzeit fast alle politischen Aktivitäten. „Der Wahlkampf spielt eine nachgelagerte Rolle. Der Fokus liegt in der Bewältigung der Krise“, sagt Philipper.

Was Philipper freut ist die Tatsache, dass es in Sassenberg eine große Welle der Solidarität gibt. Ob in den sozialen Medien mit der Coronahilfe, oder online mit der Plattform des Gewerbevereins, Sassenberg zeige sich innovativ. Zudem hielten sich die meisten Bürger an das Kontaktverbot. „Das ist ein positiver Trend. Die Disziplin scheint in Sassenberg gut zu sein.“

Alle Planungen, die bereits in Auftrag gegeben wurden, sollten auch durchgezogen werden.

Johannes Philipper

Der Bürgermeisterkandidat ist sich seiner Verantwortung als Lokalpolitiker bewusst. Es werde nun viel über Mails und Telefonate kommuniziert, schließlich gebe es Investitionen, die auf den Weg gebracht werden müssten. „Alle Maßnahmen, die sich amortisieren, wie Gerco, die Flutlichtanlagen, der neue Sportplatz im Brook, die Tartanspielfläche im Herxfeld sowie alle energetisch sinnvollen Baumaßnahmen sollten durchgeführt werden. Hier geht es ja darum, dass wir uns für die Zukunft besser stellen. Alle Planungen, die bereits in Auftrag gegeben wurden, sollten auch durchgezogen werden“, sagt Philipper.

Das betreffe explizit die Fortführung der Planungen für das Dorfgemeinschaftshaus, das Freibad und den Kindergarten am Steinbrink. „Hier bekommen wir ja ohnehin umfangreiche Fördergelder. Diese Töpfe sollten wir jetzt auch anzapfen.“ Dass es finanzielle Verluste für die Stadt geben werde, ist Philipper klar. Für alle weiteren Projekte, Maßnahmen und Planungen fehlen ihm Stand jetzt noch ausreichende Informationen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Der Wahlkampf wird wohl insgesamt etwas gestraffter werden. Große Veranstaltungen wird es wohl nicht geben.

Johannes Philipper

Johannes Philipper warnt davor, über die Anpassung der Steuersätze nachzudenken, da es Bürger und Wirtschaft ohnehin schwer genug hätten. „Es ist sicherlich kein gutes Signal wenn Bund und Land vieles versuchen um die Wirtschaft am Laufen zu halten, aber wir als Stadt dann alle Aufträge zurückfahren“, sollten notfalls günstige Kredite aufgenommen werden.

Eins mache die Krise auch deutlich, nämlich dass der Breitbandausbau längst hätte geschehen müssen. Gerade in den Außenbereichen können die Menschen kaum das Homeoffice nutzen. Auch der Wahlkampf könne derzeit nur in den sozialen Medien wenig geführt werden. „Der Wahlkampf wird wohl insgesamt etwas gestraffter werden. Große Veranstaltungen wird es wohl nicht geben.“ Trotzdem hofft er, dass das Schützenfest stattfinden wird, da es das größte und wichtigste Ereignis in Sassenberg sei. „Es wäre nicht schön, wenn es nicht stattfindet.“

Seine Strategie für den Wahlkampf sieht vor, jeden Haushalt einmal zu besuchen. Damit wollte er eigentlich bis Ende August fertig sein. Die Inhalte seien eigentlich schon gesetzt, aber ob alles im geplanten Zeitrahmen stattfinden kann, sei derzeit angesichts der Corona-Krise noch nicht sicher.

Johannes Philipper hofft, dass diese Krise aber auch etwas Gutes mit sich bringt und der Zusammenhalt zwischen Sassenberg und Füchtorf gestärkt werde. Zum Beispiel könne er sich vorstellen, dass sich die Menschen bei der Spargelernte unterstützen.

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