Jörg Mondeel möchte Bürgermeister werden
„Write and Drive“ für Unterschriften

Sassenberg -

Jörg Mondeel macht aus dem Duell um das Bürgermeisteramt einen Dreikampf. Der 51-jährige Bautechniker nimmt seine Kandidatur sehr ernst und möchte Sassenberg vom Dorf zur Stadt führen.

Samstag, 25.04.2020, 12:31 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 15:18 Uhr
Daumen hoch: Jörg Mondeel geht als dritter Kandidat ins Rennen um das Bürgermeisteramt und ist optimistisch.
Daumen hoch: Jörg Mondeel geht als dritter Kandidat ins Rennen um das Bürgermeisteramt und ist optimistisch. Foto: Ulrich Lieber

Mit seiner Kandidatur zum Bürgermeister der Stadt Sassenberg hat Jörg Mondeel für einen echten Paukenschlag gesorgt. Der 51-jährige Sassenberger ist bislang noch politisch ein völlig unbeschriebenes Blatt. Doch das soll sich nun ändern. „Ich habe das Gefühl, dass viele meinen, dass ich das nicht ernst nehme. Das ist aber nicht der Fall. Ich fuchse mich gerade in alle Themen rein“, versichert Mondeel.

Ich wohne mitten in der Stadt und bekomme viel mit. Ich bin schon lange politisch sehr interessiert.

Jörg Mondeel

Der gebürtige Warendorfer wohnt seit 1999 in Sassenberg und kaufte 2004 sein Haus auf der von-Galen-Straße 13. „Ich wohne mitten in der Stadt und bekomme viel mit. Ich bin schon lange politisch sehr interessiert.“ Als er erfuhr, dass sich Johannes Philipper um das Amt des Bürgermeisters bewirbt, wuchs auch in ihm die Idee, sich zu beteiligen. „Schließlich sind es ja drei Musketiere“, schmunzelt der „Bürgermeister in spe“, wie er sich augenzwinkernd nennt.

Ein wenig politische Erfahrung sammelte er bereits als Mitglied der satirischen „Partei“. „Das war mir dann aber doch zu viel Satire, denn ich möchte ernsthaft Politik machen.“ Also holte er sich im Rathaus die Unterlagen und erfuhr, dass er 130 Unterschriften zur Unterstützung benötigt. 80 hat er bereits gesammelt, und bis Juli hat er noch Zeit.

Barreierfreier Zugang zum Strand am Feldmarksee

Der gelernte Bautechniker möchte in Sassenberg etwas bewegen. Seine Schwerpunkte liegen natürlich im Bereich Bau. Hier nennt er der Ausbau von Radwegen, die Neugestaltung des Drostengartens und mehr Wohnraum als Hauptthemen. Am Feldmarksee möchte er einen barrierefreien Zugang bis zum Strand möglich machen. Überhaupt sollte man seiner Meinung nach am Feldmarksee auch wohnen können und nicht nur Urlaub machen. Aktuell stört ihn, dass der Vorplatz der Johannesschule nicht saniert wird. „Die Löcher sind zum Teil 35 bis 40 Jahre alt.“

Jörg Mondeel hat ein Herz für die Jugend, für die er zu wenig Angebote sieht. Die Skateranlage liege weit außerhalb und sei kaum zu nutzen. „Ich hätte gerne einen Platz, an dem viele Jugendliche gemeinsam etwas machen können. Fußball, Skaten, Inliner fahren und mehr.“ Die Arbeit des Jugendzentrums sei hervorragend, aber dort könnte nur ein Teil der Jugendlichen erreicht werden.

„Ich möchte, dass Sassenberg sich vom Dorf zur Stadt entwickelt“, sieht er die Hesselstadt im Umbruch. Dazu müsse die Infrastruktur weiter verstärkt und das Angebot verbessert werden. In Füchtorf sieht er vor allem den geplanten Umbau der alten Sporthalle zum Gemeindezentrum sehr positiv und unterstützt das Vorhaben.

Ich möchte, dass die Leute wach werden und aus dem Beamten-Bürgermeistertum rauskommen.

Jörg Mondeel

Der Hundebesitzer hat noch ein weiteres Anliegen. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir einen Freilauf für Hunde bekommen, das fehlt in Sassenberg“, beklagt er den Umstand, dass der Hund immer angeleint sein muss.

Ansonsten unterscheidet sich der neue Bewerber sowohl in seiner politischen Vita als auch in seinem Outfit deutlich von seinen Konkurrenten. Die Hosenträger sind sein Markenzeichen und signalisieren einen ganz anderen Typ des Politikers. „Ich möchte, dass die Leute wach werden und aus dem Beamten-Bürgermeistertum rauskommen.“ Er sieht sich in der Mitte zwischen Amtsinhaber Josef Uphoff und Johannes Philipper und hofft, dass er das Zünglein an der Waage sein kann. „Ich komme aus der arbeitenden Bevölkerung und sehr dort mein Potenzial“, sagt Mondeel.

Um auf die 130 Unterschriften in Corona-Zeiten zu kommen, hat Mondeel sich etwas einfallen lassen. Jeden Samstag bietet er von 10 bis 15 Uhr ein „Write und Drive“ vor seiner Haustür an. Dort können seine Unterstützer vorfahren und ihre Unterschrift leisten, aber auch mit ihm diskutieren. Ansonsten findet der Wahlkampf derzeit nur im Internet statt. Dort hat er nun auch eine Facebook-Seite eingerichtet. Seine E-Mail-Adresse lautet: sassenbergsbuergermeisterinspe@online.de.

Trotz des großen Optimismus und der Hoffnung auf rund 2000 Stimmen schätzt er die Chancen auf den Sieg nicht so hoch ein. „Dass ich wirklich Bürgermeister werde, das glaube ich noch nicht so richtig.“

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