Spargelsaison ist eröffnet
Flaggenzeremonie ohne Publikum

Füchtorf -

Ohne Publikum und große Zeremonie hat Spargelkönigin Lara Wessel die Spargelfahne gehisst und die Spargelsaison eröffnet. Normalerweise sollte dies im Rahmen des Spargelfrühlings in großem Rahmen geschehen.

Samstag, 25.04.2020, 08:28 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 15:18 Uhr
Aufgrund der Kontaktbeschränkungen ohne Zeremonie und Publikum: Spargelkönigin Laura Wessel hisst die Spargelfahne.
Aufgrund der Kontaktbeschränkungen ohne Zeremonie und Publikum: Spargelkönigin Laura Wessel hisst die Spargelfahne. Foto: Spargelfrühling

Das öffentliche Leben steht still und bis auf Weiteres sind alle Veranstaltungen im Spargeldorf abgesagt. „Wir hatten uns auf eine tolle Veranstaltung auch mit neuen Ausstellern gefreut“, erklärt Daniel Benefader , Sprecher des Orgateams Füchtorfer Spargelfrühling, der für den 19. April geplant war. „Aber es ist richtig, dass die strikten Maßnahmen schnell umgesetzt wurden. Die Gesundheit geht vor.“

Ich denke, dass vielleicht 80 Prozent der ursprünglich geplanten Kräfte auf den Betrieben sind.

Daniel Benefader

Egal ob mit oder ohne die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Spargelsaison. Der Spargel wächst und das aktuelle Wetter tut sein Übriges dazu. Auf den meisten Betrieben läuft die Spargelsaison auch zu Corona-Zeiten den Umständen entsprechend gut. Nach dem zwischenzeitlichen Einreisestopp dürfen jetzt unter Beachtung von Hygieneregeln wieder Erntehelfer kommen. „Ich denke, dass vielleicht 80 Prozent der ursprünglich geplanten Kräfte auf den Betrieben sind. Darüber hinaus konnten einige Mitarbeiter vor Ort gewonnen werden,“ zeigt sich Barbara Querdel von der Interessengemeinschaft der Füchtorfer Spargelanbauer mittlerweile erleichtert, dass die anstehenden Aufgaben doch bewältigt werden können.

Die Ernte läuft auf dem Großteil der Flächen nach Plan, auf wenn die Betriebe durch die notwendigen Rahmenbedingungen durchaus vor Herausforderungen gestellt werden. Hier steht der Infektionsschutz immer im Vordergrund. „Wir lassen Lebensmittel liefern, so dass die bei uns wohnenden Helfer den Hof zum Einkaufen nicht verlassen müssen. Neu anreisende Mitarbeiter werden zunächst separat untergebracht“, gibt Barbara Querdel einen Einblick in die Maßnahmen auf ihrem Bio-Hof.

Vertrieb des Spargels ist eine Herausforderung

Neben Ernte und Verarbeitung stellt auch auch der Vertrieb des königlichen Gemüses in diesem Jahr eine neue Herausforderung dar. Der Verkauf an Gaststätten und Kantinen findet nicht statt, aber ab Hof, auf Wochenmärkten sowie an den Handel läuft der Absatz gut. „Ich war dieses Jahr schon öfter hier und komme auch weiterhin“, sagt Martina Gröne, Stammkundin im Hofladen der Familie Erdmann. Mit leichten Umbaumaßnahmen für den Hygieneschutz haben sich Kai und Christine Erdmann für diese Saison gewappnet. Eine Plexiglasscheibe mit Durchreiche hängt über dem Verkaufstresen, Desinfektionsspender am Eingang und am Verkaufstresen, die Bezahlung erfolgt über eine Geldschale. „Auch unsere Marktstände haben wir entsprechend ausgestattet, wir wollen unser Kunden ja weiterhin beliefern können“, erklärt Christine Erdmann. Der Bedarf scheint da zu sein. „Hofladenverkauf und Märkte laufen eigentlich wie immer und die Kunden zeigen auch die notwendige Disziplin was den Abstand zu Personal und anderen Kunden angeht.“

Natürlich hätte ich mir gewünscht, die Eröffnungszeremonie mit entsprechendem Publikum zu erleben.

Spargelkönigin Laura Wessel

Während die Saison läuft ist es natürlich auch an der Zeit, dass die Füchtorfer Spargelfahne davon zeugt. Als hoheitlicher Akt obliegt das Hissen der Spargelfahne der amtierenden Spargelkönigin Laura I. (Wessel), die das im Regelfall im Rahmen des Spargelfrühlings durchgeführt hätte. „Meine Amtszeit beträgt zwei Jahre. Insofern hätte ich in diesem Jahr ohnehin meine Krone nicht weitergegeben und repräsentiere den Füchtorfer Spargel weiterhin“, erklärt die Spargelkönigin. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, die Eröffnungszeremonie mit entsprechendem Publikum zu erleben.“ Aufgrund der Kontaktregelungen fand das Hissen der Spargelfahne sodann auch in sehr kleinem Kreis zusammen mit Daniel Benefader vom Orgateam des Füchtorfer Spargelfrühling statt. „Ein Festakt passt nicht in die Zeit, aber dennoch wollen wir Flagge zeigen“. Flagge zeigen für die Spargelsaison, aber auch im Sinne der Füchtorfer Vereine, die in diesen Tagen auf viele Veranstaltungen und gesellschaftliche Kontakte verzichten müssen.

Als Repräsentanz der Vereine gilt in den Sommermonaten in der Regel auch der Füchtorfer Vereinsbaum. „Zum Aufstellen bräuchten wir aber zu viele Helfer“, bedauert Klaus Hölscher, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Füchtorfer Vereine die aktuelle Situation. Sobald die Kontaktregelungen es ermöglichen will die Arbeitsgemeinschaft in Abstimmung mit dem Heimatverein und der Feuerwehr aber dafür sorgen, dass der Vereinsbaum wieder im Dorf steht und vom Zusammenhalt der Füchtorfer auch in schweren Zeiten zeugt.

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