Musikvereinen fehlen wichtige Einnahmen
Finanzielle Verluste sind hoch

Sassenberg/Füchtorf -

Derzeit herrscht bei den Musikvereinen in der Gemeinde keine gute Laune: Es gibt keine Auftritte oder Konzerte, so dass den Vereinen die Einnahmen wegbrechen.

Freitag, 08.05.2020, 21:33 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 22:00 Uhr
Das Gebrasa-Blasorchester ist normalerweise oft im Einsatz und nimmt durch seine Konzerte viel Geld ein. Durch die Corona-Pandemie gehen den Musikern rund 15 000 Euro verloren.
Das Gebrasa-Blasorchester ist normalerweise oft im Einsatz und nimmt durch seine Konzerte viel Geld ein. Durch die Corona-Pandemie gehen den Musikern rund 15 000 Euro verloren. Foto: Gebrasa

Musik sorgt für gute Laune. Doch die ist den Sassenberger und Füchtorfer Musikvereinen derzeit verhagelt. Sie dürfen derzeit ihrem Hobby in der Gruppe nicht nachgehen und auch keine Konzerte geben. Das hat neben dem fehlenden Spaß vor allem finanzielle Folgen für alle fünf Musikvereine. „Wir leben von Konzerten und finanzieren uns durch unsere Auftritte“, erläutert Jan Böckenholt , Leiter des Füchtorfer Musikvereins. Normalerweise sind sie bei sechs Schützenfesten gebucht, dazu kommen Teilnahmen an verschiedenen Veranstaltungen wie Kreisehrengardentreffen oder der Martinsumzug sowie Kurkonzerte. „In Summe gehen mehrere Tausend Euro verloren. Wir nehmen keinerlei Mitgliedsbeiträge, und das wollen wir auch beibehalten. Musik soll ein Hobby bleiben“, erklärt Böckenholt.

„Wir werden vermutlich keine Konzerte mehr in diesem Jahr haben“, befürchtet auch Lena Borgmann , Vorsitzende des Gebrasa-Blasorchesters. „Wir glauben, dass auch das Oktoberfest nicht stattfinden kann“, bedauert sie. Ein wenig Hoffnung besteht noch bei den Weihnachtskonzerten, aber auch die ist nur vage, da das Publikum zur Risikogruppe zähle. „Wir wollen ja niemanden gefährden.“ Die Ausfälle schlagen schwer zu Buche und belasten die Kasse des Orchesters. „Es werden rund 15 000 Euro fehlen“, beziffert Lena Borgmann den Ausfall.

Derzeit liegt bei allen Musikvereinen das musikalische Leben fast still. „Auch Nachwuchsausbildung ist nicht möglich. Aber seit Anfang der Woche gibt es zumindest wieder Einzelunterricht“, berichtet Jan Böckenholt. Nun hofft er, dass auch bald wieder Gruppenunterricht, zumindest in kleinen Gruppen, möglich sein wird. Schließlich will sich der Füchtorfer Musikverein auch auf sein großes Jubiläum im nächsten Jahr vorbereiten, denn dann sollen 125 Jahre Musikverein gefeiert werden. „Wir haben zum Glück schon Rücklagen gebildet. Aber es müssen Uniformen beschafft werden, und die jüngeren Musiker wachsen und benötigen ebenfalls neue Ausstattungen.“

Das Gebrasa-Blasorchester hat erste Sparmaßnahmen ergriffen und auch mit dem Vermieter des Probenraums gesprochen. „Die Miete wird zunächst gestundet“, freut sich Lena Borgmann über das Entgegenkommen. Das Orchester kann die Räume derzeit auch nicht nutzen. Einschnitte gibt es auch bei der Jugendarbeit, denn bislang gab es vom Verein einen monatlichen Zuschuss in Höhe von zehn Euro zu den monatlichen Gebühren der Musikschule, die für jeden der 30 Schüler fällig werden. „Das geht im Moment nicht mehr. Wir müssen alle Kosten runterfahren – so weit wie möglich.“ Lena Borgmann hofft, dass der Verein staatliche Zuschüsse bekommt. Dabei setzt sie auf den Volksmusikerbund, der als Dachverband der Musikvereine auch die Interessen der Sassenberger vertritt. Dort hat sie die Ausgaben gemeldet und wünscht sich, dass es bald positive Nachrichten gibt. „Aber wir versuchen trotz allem, da selbst durchzukommen.“

In Füchtorf dauert es bis zum Jubiläum zum Glück noch bis zum September 2021, so dass noch ein wenig Zeit bleibt. „Wir wollen ein vernünftiges Jubiläum feiern. Aktuell ist die Lage noch nicht dramatisch, weil wir gut gewirtschaftet haben. Aber mit so etwas hat natürlich keiner gerechnet. Dass mal eine Veranstaltung ausfällt, ist ja einkalkuliert, aber alles“, erklärt Jan Böckenholt.

„Es ist ja nicht nur das Finanzielle. Es ist einfach sehr schade, dass zum Beispiel das große Jugendkonzert ausfällt. Den Nachwuchsmusikern fehlen diese Erlebnisse. Wir hoffen, dass wir bald wieder in kleinen Gruppen üben dürfen.“

Die finanziellen Probleme treffen natürlich auch die Spielmannszüge Sassenberg und Füchtorf sowie die Sassenberger Landsknechte. Darum waren alle Musiker sehr froh, dass sie am Mittwoch von der FWG mit jeweils 200 Euro unterstützt wurden (WN berichteten).

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