Bei der DLRG stehen die Räder still
Einsatzbereitschaft ist sichergestellt

Sassenberg -

Auch bei der Ortsgruppe Sassenberg der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) stehen die Räder still. Dennoch sind viele Ehrenamtliche weiterhin im Hintergrund aktiv, um das Vereinsleben nach Corona schnell wieder in Fahrt zu bekommen. Auch die Einsatzbereitschaft der Helfer für Notfälle ist sichergestellt.

Mittwoch, 13.05.2020, 08:12 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 08:20 Uhr
Normalerweise finden regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse der DLRG statt, doch derzeit steht alles still. Alle hoffen, dass nach Corona alles wieder aufwacht und das Vereinsleben wieder in Schwung kommt.
Normalerweise finden regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse der DLRG statt, doch derzeit steht alles still. Alle hoffen, dass nach Corona alles wieder aufwacht und das Vereinsleben wieder in Schwung kommt. Foto: DLRG

Kein Training in den Schwimmbädern, keine Fortbildungen für Trainer und Rettungsschwimmer, keine Erste-Hilfe-Kurse und keine Absicherungseinsätze oder Wasserrettungsdienst am Feldmarksee. „Die Liste von all dem, was ausfällt ist deutlich länger als das, was stattfinden kann“, stellte der DLRG-Vorsitzende Stefan Pelster am Wochenende fest.

Für alle Mitglieder ist es traurig, die Ortsgruppe im Dornröschenschlaf zu erleben. Und alle hoffen, dass nach Corona auch alles wieder aufwacht. „Aus dem öffentlichen Leben sind wir gänzlich verschwunden“, war Lukas Gerlich am Wochenende niedergeschlagen.

Wenn es wieder losgeht, muss alles bereit sein.

André Altenau

Erst bei der Mitgliederversammlung im Februar war er in den Vorstand der DLRG Sassenberg gewählt worden, mit vielen neuen Ideen und Tatendrang in sein Amt gestartet. Nun wird er ausgebremst und arbeitet nur noch unsichtbar. Es geht weiter, wenn auch versteckt, so dass es schnell wieder losgehen kann.

Um schnell wieder starten zu können, treffen sich einzelne DLRG-Aktive, um die Einsatzbereitschaft zu behalten und Verbesserungen auf den Weg zu bringen. So war Lukas Gerlich mit einem kleinen Team aktiv, um alte Spinde komplett zu überarbeiten, neu zu lackieren und in der Fahrzeughalle aufzubauen. Ein Plus für alle Helfer.

Gerüchte und Wahrheiten zum Thema Baden

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  • Ferienzeit ist Badezeit - zumindest, wenn das Wetter mitspielt. Jedes Jahr kommen spätestens zu Beginn der Freibadsaison gefühlte Wahrheiten und viele Ratschläge zum Thema Baden auf. Aber was davon stimmt wirklich?

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  • BEHAUPTUNG: Mit vollem Magen ins Wasser zu gehen ist gefährlich.

    BEWERTUNG: Stimmt teilweise

    FAKTEN: Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) rät in ihren Baderegeln, nicht mit vollem Magen baden zu gehen. Grund dafür ist, dass der Körper Energie zum Verdauen benötigt. Notfälle, die durch Baden mit vollem Magen entstanden sind, lassen sich jedoch nicht nachweisen. Als noch gefährlicher gilt allerdings ein ganz leerer Magen. Damit fehlt dem Körper erst recht die nötige Energie, die er braucht, um sich über Wasser zu halten. Laut DLRG führt Baden mit leerem Magen regelmäßig zu Notarzteinsätzen.

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  • BEHAUPTUNG: Ertrinkende rudern wild mit den Armen und schreien.

    BEWERTUNG: Stimmt nicht.

    FAKTEN: «Das ist wirklich ein Mythos. Ein Ertrinken, wie man es aus Hollywoodfilmen kennt, gibt es nicht», sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Wer ertrinkt, wird in der Regel vorher bewusstlos. Dabei gerät häufig der Kopf unter Wasser und die Stimmbänder verkrampfen sich. Der Bewusstlose bekommt keine Luft mehr, so dass die eigentliche Todesursache Ersticken und nicht Ertrinken ist. Alternativ kann Wasser in die Lunge gelangen, was auch zum Tode führen kann. Aber: «Beides passiert leise», so der DLRG-Sprecher.

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  • BEHAUPTUNG: Die meisten Todesfälle durch Ertrinken gibt es am Meer.

    BEWERTUNG: Die meisten Todesfälle durch Ertrinken gibt es am Meer.

    FAKTEN: In Seen, Teichen oder Flüssen, kommen in Deutschland deutlich mehr Menschen ums Leben als im offenen Meer - im vergangenen Jahr waren es fast 16 mal so viele. Während 2018 laut der Ertrinkungsstatistik 233 Menschen in Seen und Teichen und 161 in Flüssen starben, waren es im Meer gerade einmal 25.

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  • BEHAUPTUNG: Im Wasser kann man keinen Sonnenbrand bekommen.

    BEWERTUNG: Stimmt nicht.

    FAKTEN: Ein Teil der UV-Strahlen dringt in das Wasser ein. Zudem: Der Kopf etwa bleibe die meiste Zeit über der Wasseroberfläche, sagt DLRG-Sprecher Wiese. Auch medizinische Institute wie der britische National Health Service (NHS) warnen vor der gefährlichen Kombination von Sonne und Wasser: Durch die kühlende Wirkung des Wassers merke man oft gar nicht, wenn die Haut verbrenne. Außerdem reflektiere das Wasser auch UV-Strahlen, was sie für die Körperstellen außerhalb des Wassers noch gefährlicher mache.

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  • BEHAUPTUNG: Viele Menschen in Deutschland können nicht schwimmen.

    BEWERTUNG: Stimmt teilweise.

    FAKTEN: Seit Jahren warnt die DLRG davor, dass sich durch die Schließung von Schwimmbädern Deutschland zum «Land der Nichtschwimmer» entwickeln könnte. Die letzten beiden Forsa-Umfragen im Auftrag der DLRG aus den Jahren 2010 und 2017 zeigen jedoch: Zumindest der Anteil der Nichtschwimmer hat sich nicht vergrößert.

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  • Während sich 2010 rund zehn Prozent der Befragten ab 14 Jahren als Nichtschwimmer einstuften, waren es 2017 nur noch drei Prozent. Bei den Kindern sieht die Bilanz etwas negativer aus: Der Anteil an Kindern von sechs bis zehn Jahren, die von ihren Eltern als Nichtschwimmer eingestuft wurden, blieb konstant bei zehn Prozent. Der Anteil der unsicheren Schwimmer stieg bei den Kindern leicht an - von einem guten Viertel (26 Prozent) auf ein knappes Drittel (31 Prozent).

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  • Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) warnt auf ihrer Internetseite: «Wenn ein Kind mit neun oder zehn Jahren noch nicht sicher schwimmen kann, müssen die Eltern aktiv werden. Das heißt: Selbst mit dem Kind üben oder es zum Schwimmkurs schicken.»

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Auch die Notfallausrüstungen für Sanitätsdienste und bei Taucheinsätzen wurde im April komplett überprüft. „Wenn es wieder losgeht, muss alles bereit sein“, sagte André Altenau nach der Arbeit, „denn dann werden wir die Kraft in den Neustart stecken.“

Im Notfall stehen die Helfer weiterhin bereit. Bei Einsätzen, wie zuletzt in Beelen, können alle Bürgerinnen und Bürger weiter auf die DLRG zählen.

Viele weitere Informationen über das Vereinsleben finden Interessierte auch im Internet:

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7406094?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
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