Grüne wählen Johannes Philipper zum Bürgermeisterkandidaten
Frauen wollen nicht in den Rat

Sassenberg/Füchtorf -

Die Grünen unterstützen Johannes Philipper (FDP) und wählten ihn am Montagabend zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Zudem wählte die Versammlung die Kandidaten für die 13 Wahlbezirke. Beim Aufstellen der Liste für den Rat hielten sich die Frauen allerdings zurück.

Mittwoch, 20.05.2020, 11:11 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 15:54 Uhr
Die Grünen haben ihre Kandidaten für die Wahlkreise und ihren Bürgermeisterkandidaten gewählt (v. l.): Rita und Arthur Wand, Norbert Westbrink, Laurenz Wienhold, Johannes Philipper, Margareta Hiller, Erich Lentz, Detlef Michalczak, Georg Hartmann-Niemerg, Albert Schumacher und Josef Lutterbeck.
Die Grünen haben ihre Kandidaten für die Wahlkreise und ihren Bürgermeisterkandidaten gewählt (v. l.): Rita und Arthur Wand, Norbert Westbrink, Laurenz Wienhold, Johannes Philipper, Margareta Hiller, Erich Lentz, Detlef Michalczak, Georg Hartmann-Niemerg, Albert Schumacher und Josef Lutterbeck. Foto: Ulrich Lieber

Nun ist es also auch offiziell. Die Grünen wählen Johannes Philipper ( FDP ) zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Mit acht Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen fiel das Votum sehr deutlich aus und zeigt, dass die Grünen den Liberalen voll unterstützen.

Zuvor hatte sich Johannes Philipper im Rahmen der Mitgliederversammlung der Grünen am Montagabend in der Mühle noch einmal vorgestellt und über die aktuelle politische Lage berichtet.„Es ist eine komische Zeit. Die Politik ist fast eingeschlafen“, bedauerte der 32-Jährige, für den der Wahlkampf in Corona-Zeiten alles andere als einfach ist. „Corona zeichnet dunkle Wolken am Finanzhimmel“, wies er auf die einbrechenden Einnahmen bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer hin. Der Bürgermeister und die Verwaltung wollten deshalb derzeit sehr viele geplante Maßnahmen schieben. „Da wünsche ich mir einen mutigeren Ansatz. Die Ausschreibungen sind alle günstiger geworden. Wir sollten als Stadt ein Zeichen setzen und weiter investieren“, erklärte der Liberale. So sei beispielsweise der Umbau der alten Sporthalle in Füchtorf gerade in Corona-Zeiten sogar besonders wichtig, um künftig die Hygiene-Vorschriften einhalten zu können.

Die Finanzierung der Maßnahmen sieht Philipper derzeit als gesichert an, da die Stadt über eine hohe Ausgleichsrücklage verfüge. „Wir müssen sogar Strafzinsen zahlen. Die Kredite sind zudem sehr günstig. Wenn wir nichts machen, dann zahlen wir Geld. Grundsätzlich halte ich eine Vollbremsung für den falschen Weg.“ Ein wichtiges Thema sei der Erhalt der Sportvereine, die derzeit durch Corona ebenfalls in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten. Das gelte dabei nicht nur für die Musikvereine, deshalb sei ein einmaliger Zuschuss ein guter Weg. „Das sind wir unseren Vereinen schuldig.“

Es ist eine gewisse Ohnmacht, denn wir können es nur falsch machen.

Johannes Philipper zum Thema Windkraft

Das Thema Klimaschutz gehört natürlich bei einer Versammlung der Grünen ebenfalls zur Tagesordnung. Das Runterfahren der Wirtschaft habe nur

 

 

 

 

 

 

kurzfristige Auswirkungen, aber es seien langfristige Effekte erforderlich. Das gelte auch für die Windenergie, die aber derzeit aus rechtlicher Sicht sehr schwierig zu behandeln sei. „Es ist eine gewisse Ohnmacht, denn wir können es nur falsch machen“, ärgerte sich Philipper über die derzeitige sehr unklare Rechtslage. Er wünscht sich Bürgerwindräder, an denen sich auch tatsächlich viele Bürger beteiligen können.

Zum Thema Klimaschutz gehört für Philipper auch die Wasserförderung in Füchtorf. „Das ist ein Thema, das mir nicht so bewusst war, aber das Gebiet wird immer trockener gelegt, das ist eklatant“, berichtete er. Die Wasserförderung müsse langfristig gesichert werden, denn es werde immer trockener. Es gebe natürlich noch viele weitere Themen, die man gemeinsam anpacken könne, wie beispielsweise den Drostengarten. „Wenn wir das gemeinsam tun, dann können wir eine gute Entwicklung für Sassenberg erreichen.“

Natürlich stand im Rahmen der Versammlung auch die Wahl der einzelnen Kandidaten für die 13 Wahlbezirke auf der Tagesordnung. Die Wahl ging zügig voran und blieb ohne Gegenstimmen. Für die Wahlbezirke eins bis drei, die in Füchtorf liegen, kandidieren Margareta Hiller, Arthur Wand und Georg Hartmann-Niemerg. Für die Sassenberger Wahlbezirke vier bis 13 kandidieren: Norbert Westbrink, Albert Schumacher, Detlef Michalczak, Laurenz Wienhold, Michael Westbrink, Anneliese Westbrink, Rita Wand, Richard Luppe, Josef Lutterbeck und Erich Lentz.

Festgelegt wurden auch die Listenplätze, und Albert Schumacher wies darauf hin, dass die Grünen versucht hätten, alle ungeraden Plätze mit Frauen zu besetzen. „Das haben wir aber leider nicht geschafft. Die Frauen müssen bestätigen, dass sie auf diese Plätze verzichten“, bedauerte Schumacher. Gleichzeitig macht die Liste deutlich, dass Schumacher sich aus der Ratsarbeit zurückziehen wird, denn er hat lediglich Platz sieben in der Liste. Das wird aller Voraussicht nach nicht mehr für ein Ratsmandat reichen.

Auf Platz eins der Liste bleibt Norbert Westbrink, es folgen Erich Lentz, Detlef Michalczak, Georg Hartmann-Niemerg und mit Margareta Hiller erst an Position fünf die erste Frau. Bislang hatten die Grünen zwei Sitze im Rat, so dass auch hier vermutlich die Liste bis Platz fünf nicht mehr greifen wird.

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