Serie zum Kirchenjahr: Christie Himmelfahrt
Ursprung in Erinnerung rufen

Sassenberg -

In der WN-Serie zum Kirchenjahr wird das Fest „Christie Himmelfahrt“ vorgestellt. In diesem Jahr besteht die Chance, sich der eigentlichen Bedeutung dieses Festes bewusst zu werden.

Donnerstag, 21.05.2020, 11:51 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 12:16 Uhr
Sehr anschaulich wird Christie Himmelfahrt durch ein Detail auf einem mittelalterlichen Tafelbild des sogenannten „Sassenberger Altars“ mitgeteilt.
Sehr anschaulich wird Christie Himmelfahrt durch ein Detail auf einem mittelalterlichen Tafelbild des sogenannten „Sassenberger Altars“ mitgeteilt. Foto: LWL-Museum für Kunst und Kultur

Ja, er hat es schwer, der Feiertag Christie Himmelfahrt, wird er doch in seiner Bedeutung seit vielen Jahren mehr und mehr vom sogenannten Vatertag verdrängt, an dem man gerne loszieht, um zu feiern. Vielleicht bietet sich in diesem Pandemiejahr, in dem ja leider geselliges Miteinander kaum möglich sein wird, die Chance, sich den Ursprung dieses Festes des Kirchenjahres noch einmal in Erinnerung zu rufen.

Das Motiv der Himmelfahrt ist auch in anderen Kulturen und Religionen durchaus bekannt. So wird aus der antiken Welt von der Himmelfahrt des Aristoteles berichtet, im Alten Testament von der des Moses und Elias und viel später auch davon, dass der Prophet Mohammed in den Himmel auffährt.

Das Fest Christie Himmelfahrt, das seit dem 4. Jahrhundert 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten gefeiert wird, kann nur als Teilaspekt des österlichen Geschehens verstanden werden und hat seinen festen Platz im Apostolischen Glaubensbekenntnis: „Am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzet zur Rechten Gottes, des Vaters.“ Bei der Himmelfahrt geht es jedoch weniger um ein physikalisches Ereignis, als um die Beschreibung des Übergangs in ein Jenseits und somit um die Verbindung von Himmel und Erde.

Dieser Flügelaltar gehörte ursprünglich zur Ausstattung der ehemaligen Sassenberger Burgkapelle, die dem heiligen Georg geweiht war und der sich heute im Landesmuseum Münster befindet.

Sehr anschaulich wird uns dieses Ereignis durch ein Detail auf einem mittelalterlichen Tafelbild des sogenannten „Sassenberger Altars“ mitgeteilt. Dieser Flügelaltar gehörte ursprünglich zur Ausstattung der ehemaligen Sassenberger Burgkapelle, die dem heiligen Georg geweiht war und der sich heute im Landesmuseum Münster befindet. Auf dieser Darstellung hat Christus vor den Augen Marias und der zwölf Apostel bereits den Erdboden verlassen. Lediglich ein Fuß und ein Teil des Gewandes sind noch am oberen Bildrand zu erkennen, der Korpus, von Wolken umhüllt, ist bereits auf dem Weg in eine andere Sphäre.

Auch das Wahrzeichen Sassenbergs, der Sassenberger Kirchturm, der im Jahre 1914 in der Stilepoche des Historismus erbaut wurde, weist mit seiner imposanten Größe und seiner prächtigen, neobarocken Kirchturmspitze in besonderer Weise gen Himmel.

Irgendwo dort, zwischen Himmel und Erde, findet sie statt, die Himmelfahrt, und weist damit auf den Sehnsuchtsort hin, an dem sich die österliche Botschaft, die Botschaft, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, erfüllt.

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