SPD kürt Kandidaten für die Wahlbezirke
Viele Maßnahmen werden geschoben

Sassenberg/Füchtorf -

Die Kommunalwahl steht an, und darum hat die SPD am Mittwoch ihre Kandidaten für die Wahlbezirke gewählt. Als Gast war Johannes Philipper (FDP) vor Ort, um sich den Genossen vorzustellen.

Freitag, 29.05.2020, 11:03 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 17:04 Uhr
Gruppenbilder in Corona-Zeiten sind aufgrund der Abstandsregeln gar nicht so einfach. Die SPD-Kandidaten für die einzelnen Wahlbezirke haben sich dennoch gemeinsam mit Johannes Philipper aufgestellt.
Gruppenbilder in Corona-Zeiten sind aufgrund der Abstandsregeln gar nicht so einfach. Die SPD-Kandidaten für die einzelnen Wahlbezirke haben sich dennoch gemeinsam mit Johannes Philipper aufgestellt. Foto: Ulrich Lieber

Die SPD hat am Mittwochabend ihre Kandidaten für die Wahlbezirke gewählt und die Reserveliste beschlossen. Auf den ersten Plätzen sind Michael Franke , Klaudius Freiwald und Ralf Brinkemper. Für den Kreistag kandidiert der 24-jährige Marco Heseker, der allerdings nur auf Listenplatz 22 geführt wird. „Ich empfehle Dir, als sachkundiger Bürger in einem Ausschuss mitzuwirken“, schlug Michael Franke vor.

Die Kandidaten für die Wahlbezirke wurden einstimmig beschlossen. In den Füchtorfer Bezirken 1 bis 3 kandidieren Ulrike Künnemeyer, Marco Heseker und Klaudius Freiwald. In Sassenberg in den Bezirken 4 bis 13 starten: Hendrik Panitz, Ulrich Seidel, Jan Heuer, Andreas Höft, Ralf Brinkemper, Udo Menke, Werner Künnemeyer, Michael Franke, Gerhard Diesterheft und Jonas Averesch.

Ich würde da im Moment ganz vorsichtig sein. Wenn die Gewerbesteuer stark einbricht, dann wird es schwierig.

Michael Franke

Bevor es zu den Wahlen kam, berichtete Ratsmitglied Michael Franke über die aktuelle Lage. „Wir hatten uns eine Menge vorgenommen, alleine drei Millionen Euro für Schulen und Kindertagesstätten, darunter auch die Sanierung der Platzes vor der Johannesschule“, sagte Franke. Doch Corona habe einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir müssen einen Großteil der Maßnahmen erstmal beiseite schieben.“ Das ginge natürlich nicht bei allen Projekten. So soll der Umbau der Sporthalle in Füchtorf ebenso erfolgen wie die Straßenbaumaßnahmen, die bereits ausgeschrieben seien. Doch alles andere müsse erstmal warten. „Ich würde da im Moment ganz vorsichtig sein. Wenn die Gewerbesteuer stark einbricht, dann wird es schwierig. Es ist eine angespannte Lage, und Prognosen fallen schwer.“ Er hofft, dass es keine Insolvenzen gibt. Lange sieht auch nicht, dass die Ausschreibungen deutlich günstiger werden. „Wir können einige Maßnahmen immer noch in 2021 angehen.“

Johannes Philipper (FDP), der von der SPD als Bürgermeisterkandidat unterstützt wird, nutzte die Gelegenheit, um sich den Genossen vorzustellen. „Es geht nicht um Parteipolitik, sondern um Sassenberg. Es ist eine Personenwahl“, machte er deutlich. Durch Corona sei man nun in einer Situation, in der nicht klar sei, in welche Richtung es gehe. Dennoch sei er insgesamt etwas optimistischer als Michael Franke. „Alle Maßnahmen hätten sowieso nicht umgesetzt werden können. Wir wollen sie auch nicht aufheben, sondern nur schieben.“

Wir sollten die Mehrheit der CDU brechen, damit wir auch mal Themen gegen die CDU durchsetzen können.

Johannes Philipper

Philipper ging auf einige konkrete Themen ein, die auch der SPD am Herzen liegen. Zum Beispiel eine Hundefläche am Feldmarksee, um die Vierbeiner mal frei laufen lassen zu können. „Ich könnte mir eine Parkplatzwiese vorstellen, die man dann einzäunt, die aber bei Bedarf auch wieder als Parkplatz genutzt werden kann.“ Auf der Tartanfläche könne er sich ein Angebot für die Jugend vorstellen, zum Beispiel eine Skateranlage oder ein Beachvolleyballfeld.

Ein wichtiges Thema seien zudem Wohnungsgrundstücke, und dabei müssten die Vergabekriterien überdacht werden. Eine Verlosung sei zwar gerecht, aber dabei fehle die soziale Komponente. „Wir brauchen mehr Wohnraum, denn der Bedarf ist da. Wir müssen den Zuzug nach Sassenberg möglich machen“, so Philipper. Zur erhöhten Attraktivität könne auch ein verbesserter ÖPNV führen, um damit auch junge Familien zu binden. Sie könnten dann bequem zur Arbeit pendeln oder andere Fahrten erledigen. „Wir sollten die Mehrheit der CDU brechen, damit wir auch mal Themen gegen die CDU durchsetzen können. Ich würde mich freuen, wenn wir hier einiges gemeinsam erarbeiten könnten.“

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