Infrastrukturausschuss: Sanierung oder Neubau?
Schäden werden immer größer

Sassenberg -

Zwischen den Kosten für eine Sanierung und einem Neubau des Freibades liegen rund 350 000 Euro. Der Neubau ist zwar teurer, bietet dann aber auch viele Vorteile und vor allem Planungssicherheit.

Samstag, 30.05.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 14:32 Uhr
Das Gebäude des Freibades ist sanierungsbedürftig, aber als Alternative kommt auch ein Teilabriss und Neubau in Frage.
Das Gebäude des Freibades ist sanierungsbedürftig, aber als Alternative kommt auch ein Teilabriss und Neubau in Frage. Foto: Ulrich Lieber

Sanieren oder Teilabriss und Neubau? Das sind die beiden Alternativen, die für die Erhaltung des Sassenberger Freibades zur Auswahl stehen. Architekt Carl Altefrohne präsentierte im Infrastrukturausschuss einen ersten Entwurf für einen Neubau, um die Kosten im Vergleich zu einer Sanierung aufzuzeigen. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, stellte er den Neubau auf den gleichen Grundriss des derzeitigen Gebäudes.

Carl Altefrohne machte deutlich, dass der Altbau aus dem Jahr 1958 noch weitestgehend im Originalzustand sei. Zuletzt war im Jahr 2017 eine Kostenschätzung für die Sanierung erstellt worden, die hochgerechnet auf 2020 mittlerweile rund 800 000 Euro kosten würde. Es gibt vor allem Feuchtigkeitsschäden, Korrosion, Risse und auch die Technik ist veraltet. „Das Schadensbild nimmt immer größere Ausmaße an. Das Gebäude ist eine einfache Konstruktion, typisch für die 50er Jahre“, erklärte Altefrohne. Die Fliesen seien zum Teil abgängig, und welche Schäden dann bei einer Sanierung tatsächlich noch festgestellt würden, sei derzeit noch nicht zu sagen.

Mit einem Neubau haben Sie auf Jahre Ruhe.

Carl Altefrohne

Der Neubaukörper, den der Architekt vorstellte, entsprach der aktuellen Größe und würde in der Gesamtsumme rund 350 000 Euro teuer werden als die Sanierung. Aber natürlich mit großen Vorteilen, denn während das Altgebäude ein Kaltbau sei, werde die Neukonstruktion ein gedämmtes zweischaliges Gebäude. Nach einer Sanierung sei immer wieder mit Schäden zu rechnen. „Die Grundleitungen liegen unter der Bodenplatte, wenn die dann später gemacht werden müssen, dann kostet es wieder richtig Geld. Mit einem Neubau haben Sie auf Jahre Ruhe“, empfahl Altefrohne. Die Haustechnik müsse ohnehin komplett erneuert werden, so dass in diesem Bereich die Kosten identisch seien. Derzeit werde auch geprüft, ob alternative Energieversorgung für das Freibad sinnvoll sei.

„Die Kostendifferenz ist nicht so hoch. Für mich ist klar, in welche Richtung es gehen wird“, sprach sich Michael Franke (SPD) für den Neubau aus. Dem konnte auch Johannes Philipper (FDP) beipflichten. Martin Arenhövel ( CDU ) wollte sich so schnell nicht entscheiden und den Vorschlag vorher in der Fraktion beraten. „Ich würde mich zwar für den Neubau entscheiden, gerade wegen der Hygiene, aber wir sollten es in der Fraktion besprechen“, stimmte Freddy Holz (CDU) zu.

Jetzt ist es Corona, vielleicht sind es im nächsten Jahr Gaby oder Otto. Wir sollten uns bald entscheiden.

Michael Franke (SPD)

„Ich würde nicht so schnell die historischen Gebäude abreißen. Sie haben den Charme der 50er Jahre“, konnte Franz-Josef Linnemann (FWG) einer Sanierung Positives abgewinnen. „Jetzt ist es Corona, vielleicht sind es im nächsten Jahr Gaby oder Otto. Wir sollten uns bald entscheiden. Ende des Jahres sehen wir, wie es finanziell aussieht“, drängte Franke auf eine Entscheidung. Norbert Westbrink (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass man bereits seit 2008 darüber diskutiere und spätestens nach den Sommerferien entscheiden sollte. „Ich empfehle, die Entscheidung im Juni im Rat zu fällen“, sagte Rudi Völler (CDU) mit Verweis auf den zeitlichen Rahmen bis zur Erteilung der Baugenehmigung. Außerdem könnte der Architekt dann in der nächsten Sitzung des Infrastrukturausschusses im September eine konkretere Planung vorstellen. Und so entschied sich der Ausschuss mehrheitlich, die Entscheidung über Neubau oder Sanierung in der Ratssitzung am 16. Juni zu fällen.

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