DSD unterstützt Schloss Harkotten
75 000 Euro für die Sanierung des Kapellendachs

Sassenberg -

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Schloss Harkotten bei der Sanierung des Kapellendachs und zweier Torhäuschen. damit soll ein Beitrag geleistet werden das alte Gebäude mit besonders wertvollen Fenstern zu erhalten.

Mittwoch, 03.06.2020, 17:10 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 13:36 Uhr
Das Dach der Kapelle von Schloss Harkotten
Das Dach der Kapelle von Schloss Harkotten Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Für die Instandsetzungsarbeiten am Dach der Kapelle und zweier Torhäuschen bei Schloss Harkotten in Sassenberg-Füchtorf stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ( DSD ) in diesem Jahr dank der Lotterie Glücksspirale und zahlreicher Spenden 75 000 Euro zur Verfügung. Auf diese Weise leistet die DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, die Architekten und hoch qualifizierte Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Doppelschlossanlage

Das Schloss Harkotten gehöre seit 2016 zu den über 470 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von Westlotto aus der Lotterie Glücksspirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Haus Harkotten besteht aus einer weitläufigen Doppelschlossanlage auf Inseln mit Parkanlagen, Wiesen, Wäldern und Wirtschaftsbauten.

Zunächst entstand Mitte des 18. Jahrhunderts östlich einer abgerissenen Burganlage auf einer von Gräften umzogenen Insel ein repräsentatives Barockschloss. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Abriss des westlichen Teils des ehemaligen Burghauses entstand auf den Fundamenten das klassizistische Schloss Korff aus verputztem Werkstein auf einem längsrechteckigen Grundriss in zwei Geschossen.

Glasgemälde

Bereits die zweiflügelige Burg aus dem frühen 14. Jahrhundert, die an der Stelle von Schloss Harkotten stand, besaß einen Kapellenbau. Das heutige Kirchlein wurde wohl im 17. Jahrhundert an die Giebelseite eines einst dort stehenden Wirtschaftsgebäudes angefügt, steht in der Pressemitteilung. Ein Walmdach mit Glockendachreiter und Schweifhaube deckt das Bauwerk. Der kleine verputzte Saalbau mit geradem Chorabschluss lässt sich durch ein Hochrechteckportal, das von rotem Naturstein gerahmt wird, betreten. Über dem Eingang befindet sich ein quadratisches Fenster mit roten Natursteingewänden.

Auf der Nordseite enthalten die drei Hochrechteckfenster zwölf Glasgemälde mit Schwarzlot- und Emailmalerei auf blankem Glas. Neun der Ornament- und Wappenscheiben wurden auf das Jahr 1665 datiert. Solche barocken Glasmalereien seien in Westfalen nur noch sehr selten erhalten, betont die DSD. Den Innenraum prägen des Weiteren insbesondere die kassettierte Spiegeldecke und die Holzempore über der Eingangstür.

Der hölzerne Altar mit einem Bild des heiligen Antonius, des Einsiedlers, zeigt den Patron der Kapelle. Weitere Heiligenfiguren stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Erwähnenswert sind auch die floralen Wangenschnitzereien, die die barocken Holzbänke schmücken.

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