Pierre Musa zeichnet für guten Zweck
Wenn Naomi Campbell ein Like dalässt

Füchtorf -

Seine Zeichnungen sehen fast aus wie Fotos. Der 21-jährige Füchtorfer Pierre Musa hat sein Hobby so verfeinert, dass er mittlerweile viel Geld für seine Bilder erhält. Das behält er aber nicht für sich, sondern spendet es an den von ihm gegründeten „Homeland Collection Fund“.

Mittwoch, 17.06.2020, 09:53 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 10:31 Uhr
Madame General Konsul de la France Laurence Pais von der französischen Botschaft in Großbritannien empfing den Füchtorfer Pierre Musa und freute sich über die Zeichnung „Weltschmerz“.
Madame General Konsul de la France Laurence Pais von der französischen Botschaft in Großbritannien empfing den Füchtorfer Pierre Musa und freute sich über die Zeichnung „Weltschmerz“. Foto: Privat

Pierre Musa zeichnet aus Leidenschaft. Der 21-jährige Füchtorfer hat schon früh das Interesse an diesem Hobby entdeckt. „Ich lebe sehr ländlich, hatte viel Zeit und wenig Möglichkeiten“, berichtet er. Also nahm er den Bleistift und zeichnete. Mit der Zeit wurde er immer besser, verfeinerte seine Porträt-Technik und begann 2017/2018 seine Werke auf Instagram zu posten. „Ich bekam gute Rückmeldungen“, erinnert er sich. Zunächst nutzte er seinen Account noch privat, aber dann nur noch für Zeichnungen und Projekte.

Dann geschah etwas, mit dem Pierre Musa nicht rechnen konnte. Er hatte 2019 Zeichnungen von Model Naomi Campbell gezeichnet und diese natürlich auch über Instagram veröffentlicht. Und Naomi Campbell entdeckte diese Zeichnungen und hat ihm Likes und Kommentare hinterlassen. Ein erster Ritterschlag für den 21-Jährigen. „Dann fühlt man sich bestätigt“, gibt er zu. Naomi Campbell möchte nun einige vielversprechende Projekte mit ihm auf den Weg bringen.

Kunst soll ein Hobby bleiben, denn sonst geht der Spaß verloren.

Pierre Musa

Pierre Musa entwickelte nach und nach einen eigenen Stil, der mittlerweile so gut ankommt, dass er im Februar an einer Ausstellung in der französischen Botschaft in Großbritannien teilnehmen durfte. Der Füchtorfer studiert seit 2018 in Edinburgh, aber nicht etwa Kunst, sondern Sprache und Kommunikation. „Kunst soll ein Hobby bleiben, denn sonst geht der Spaß verloren.“ Doch einer seiner Professoren entdeckte die Zeichnungen und schlug ihn für die Ausstellung vor. Dabei ging es um sein Werk „Weltschmerz“, das er 2019 gezeichnet hat. Für einen Monat konnte sein Bild dort betrachtet werden.

Der 21-Jährige möchte mit seiner Kunst, die er „Graphit-Realismus“ nennt, kein Geld verdienen. Darum hat er jetzt im Mai den „Homeland Collection Fund“ gegründet. Wenn eine seiner Zeichnungen verkauft wird, dann geht das Geld in diesen Fonds, für den er seine Werke spendet. Natürlich darf dort auch Geld gespendet werden. „Kürzlich war eine Charity-Auktion in Berlin, und da habe ich 1200 Euro für eine Zeichnung bekommen“, freut sich Musa. Die Erlöse der Auktion waren für die irische Organisation „Scoop Foundation“. Sie wurde von zwei Brüdern gegründet und sie unterstützt die fachliche Entwicklung von jungen Menschen in Entwicklungs- und Kriegsländern und trägt momentan auch zur Corona-Erstversorgung bei. „Dieser Auktion werde ich wahrscheinlich auch in kommenden Jahren beiwohnen, da man eine schöne Partnerschaft zu den Gründern entwickelt hat“, sagt der Füchtorfer.

Ich bin ein normaler Student und habe immer viel im Ehrenamt gemacht. Es ist immer ein schönes Gefühl, was Gutes zu tun.

Pierre Musa

Sein eigener Charity-Fonds soll natürlich ebenfalls anderen Menschen helfen. „Homeland ist hier nicht als ein Ort, sondern ein Zustand zu verstehen. Eine Kollektion, die dazu beiträgt, die Welt für mehr Menschen zu etwas werden zu lassen, was sich wie Heimat anfühlt. Die Sicherheit, Geborgenheit und Entwicklung fördert.“ Junge Menschen sollen weltweit eine Chance erhalten, sich zu entwickeln. „Ich bin ein normaler Student und habe immer viel im Ehrenamt gemacht. Es ist immer ein schönes Gefühl, was Gutes zu tun.“ Für den Fonds seien auch schon 2200 Pfund aktiv gespendet worden. Damit wird unter anderem ein Baumpflanzprojekt in Kenia unterstützt.

Eigentlich sollte es nun in 2020 so richtig los gehen, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Pierre Musa hat unzählige Zeichnungen erstellt, für manche hat er Monate gebraucht, bis sie perfekt waren. Es ist also reichlich Material für den Fonds vorhanden.

Die Zeichnungen sind mittlerweile so professionell, dass sie auch hochpreisiger verkauft werden können. Dann kommt hoffentlich noch mehr Geld für den guten Zweck zusammen. Pierre Musa ist jedenfalls optimistisch und voller Tatendrang, dass er mit seinem Fonds viel Gutes bewirken kann. „Durch Corona sind zwar viele Projekte gecancelt oder auch verschoben worden, aber ich versuche, diese Zeit zu nutzen, um noch weiter auszuholen für die Zeit danach.“

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