Entlassfeier an der Sekundarschule
„Ihr seid mit Abstand die Besten“

Sassenberg -

107 Zehntklässler wurden am Freitag in der Sekundarschule feierlich entlassen. Aufgrund der Hygienevorschriften fand für jede Klasse eine eigene Feier statt.

Sonntag, 21.06.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 15:10 Uhr
Die Jungen der 10c trugen den Pulli mit dem Abschlusslogo – 10 Jahre im falschen Film – die Ladies hatten sich schick gemacht.
Die Jungen der 10c trugen den Pulli mit dem Abschlusslogo – 10 Jahre im falschen Film – die Ladies hatten sich schick gemacht. Foto: Heinemann

Und täglich grüßt das Murmeltier – so ähnlich wie in diesem Film müssen sich Elisabeth Suer , Schulleiterin der Sekundarschule, und das Lehrerkollegium am Freitagnachmittag vorgekommen sein. Aufgrund der geltenden Abstands- und Hygieneregeln feierten sie nämlich gleich viermal hintereinander mit den Schülerinnen und Schülern der jeweiligen Abschlussklasse den Schulabschluss.

„Ihr seid einzigartig, mit Abstand die Besten“. Dieses Lob hielt Elisabeth Suer für alle Schüler des Entlassjahrgangs bereit. Wie die Schulleiterin auf den Abschlussfeiern in der kleinen Herxfeldhalle sagte, sei sie sehr stolz auf diesen besonderen Abschlussjahrgang. Die Schüler hätten unter den sehr schwierigen Bedingungen, die Herausforderungen angenommen, die dezentralen Abschlussarbeiten bewältigt und zu einem guten Abschluss gebracht.

Umso mehr freue ich mich, dass wir heute zwar in einem kleineren Kreise, aber ganz gewiss nicht weniger herzlich und wertschätzend, Euren Schulabschluss begehen können.

Elisabeth Suer

Aber auch den Lehrern und dem Schulleitungsteam sei angesichts der stets kurzfristigen Entscheidungen des Ministeriums für Schule und Bildung und der damit verbundenen Planungsunsicherheit viel abverlangt worden. „Umso mehr freue ich mich, dass wir heute zwar in einem kleineren Kreise, aber ganz gewiss nicht weniger herzlich und wertschätzend, Euren Schulabschluss begehen können“, so Elisabeth Suer. Diese konnte am Ende 107 Sekundarschüler zu ihrem Schulabschluss beglückwünschen. 107 Entlasschüler erhielten dann aus der Hand ihrer Klassenlehrer ihre Abschlusszeugnisse, viele davon mit dem Qualifikationsvermerk, der die Voraussetzung für den Besuch der gymnasialen Oberstufe darstellt.

So falsch kann der Film, in dem sich der Abschlussjahrgang gemäß der eigenen Mottowahl „10 Jahre im falschen Film“ befand, also gar nicht gewesen sein. Wie der Schulpflegschaftsvorsitzende Andreas Kortenbreer in seinem Grußwort, das den Entlassschülern in ihren Zeugnismappen vorlag, darlegte, habe die Sekundarschule den Schülern „zahlreiche Möglichkeiten der Interaktion geboten, ihnen immer wieder Wege zur Selbstverwirklichung aufgezeigt, die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und das Ausloten der eigenen Leistungsgrenze beständig eingefordert“. So etwas könne nur gelingen, wenn in einer Schule nicht nur das bloße Abarbeiten des Lehrplans erfolge. Wichtig sei, dass der Lernort Schule mit Leben gefüllt und von Werten wie Miteinander, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft, gegenseitige Wertschätzung, Achtung, Offenheit und Toleranz bestimmt werde“, so Kortenbreer in seinem Schreiben.

Ihr habt neben dem Lernen für die Schulfächer gelernt, Eure eigene Meinung zu vertreten, seid manches Mal unbequem gewesen und habt Euch nicht immer angepasst.

Elisabeth Suer

Dessen Worte konnte Elisabeth Suer in ihrer Rede nur bestätigen. „Ihr habt neben dem Lernen für die Schulfächer gelernt, Eure eigene Meinung zu vertreten, seid manches Mal unbequem gewesen und habt Euch nicht immer angepasst“, stellte die Schulleiterin fest. Dennoch seien die Schüler füreinander da gewesen, haben sich gegenseitig unterstützt, „wenn die Luft gegenüber Lehrern und Eltern mal dünner wurde“. Für die Zukunft wünschte sie den Schülern alles erdenklich Gute, viel Kraft, Mut, Energie und Durchhaltevermögen sowie viele gute Wegbegleiter, seien es Freunde, Eltern oder Ausbilder.

Elisabeth Suer gab auch ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Entlassschüler ihre Zeit nicht vergeuden, sondern sinnvoll nutzen, in dem sie etwas finden, dass Ihnen Freude bereitet und sie persönlich weiterbringt. „Lasst die Jahre nicht vorbeiziehen, geht da raus und seid jemand“, lautet daher ihr Appell.

Bürgermeister Josef Uphoff, dessen Glückwünsche ebenfalls in schriftlicher Form vorlagen, bat die Schüler ebenfalls, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern die nächsten Schritte in Richtung Berufsausbildung oder weiterführende Schule beherzt anzugehen. „Bewahrt Euch Eure Neugierde, Eure Zielstrebigkeit und Euren Fleiß, denn das sind die besten Voraussetzungen dafür, dass auch die nächsten Schritte der persönlichen Weiterentwicklung von Erfolg gekrönt sein werden.“ Zur bestandenen Abschlussprüfung gratulierte auch die Fördervereinsvorsitzende Nina Offers auf schriftliche Weise. „Ihr habt in der problematischen Situation das Beste für Euch herausgeholt“, war in Ihrem Schreiben zu lesen. Ihrem munteren „Jetzt wird gefeiert“ konnten die Sekundarschüler zwar nur im Familienkreise nachkommen. Die Abschlussparty, den Sektempfang und die Umarmungen, auf welche die Entlassschüler in diesem Jahr coronabedingt verzichten mussten, versprach Elisabeth Suer jedoch im Rahmen eines zukünftigen Schulfestes – „ich bin mir sicher, dass der Tag kommen wird, an dem wir wieder ein Schulfest feiern dürfen“, nachzuholen.

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