Wenzel Buresch stellt Schilde her
Ruheplatz für das Hirschgeweih

Füchtorf -

Wenzel Buresch ist leidenschaftlicher Jäger, aber er möchte, dass die Geweihe ein ehrwürdiges Andenken erhalten. Darum stellt er in seiner Werkstatt im Keller selbst Holzschilde her, auf denen das Geweih präsentiert wird.

Dienstag, 23.06.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 17:22 Uhr
Stolz zeigt der Füchtorfer Wenzel Buresch das fertige Schild, das nun Platz für ein Hirschgeweih bietet und dieses dann präsentiert.
Stolz zeigt der Füchtorfer Wenzel Buresch das fertige Schild, das nun Platz für ein Hirschgeweih bietet und dieses dann präsentiert. Foto: Ulrich Lieber

Geschickt setzt Wenzel Buresch den Hobel an. Ganz vorsichtig bearbeitet der Füchtorfer das Lindenholz, um ihm eine Struktur zu geben. Nach und nach entsteht in seinem kleinen Werkraum im Keller ein Holzschild, auf dem später ein prächtiges Geweih seinen Platz finden wird. „Der Hirsch hat ein ehrwürdiges Andenken verdient“, sagt der passionierte Jäger.

Seit seiner Kindheit ist Wenzel Buresch von der Jagd fasziniert und hat drei verschiedene Jagdprüfungen absolviert. Zudem ist er gelernter Förster und der Natur somit sehr verbunden. „Die Trophäen hingen früher mit blankem Schädel an der Wand“, sagt Buresch. So kam er auf die Idee, selbst Holzschilder herzustellen, um die Trophäen optisch aufzuwerten. „Ich habe mir gedacht, dass sie auch nach meinem Tod noch interessant aussehen und nicht weggeschmissen werden sollen.“

Ich habe auch schon eine Grundschulklasse bei mir im Jagdzimmer gehabt und habe den Kindern erzählt, wie eine Jagd abläuft.

Wenzel Buresch

Seine Enkelinnen Maja (10) und Marie (7) hat er schon ein wenig in sein Hobby eingebunden. Sie helfen hin und wieder bei der Erstellung eines Schildes. „Ich habe auch schon eine Grundschulklasse bei mir im Jagdzimmer gehabt und habe den Kindern erzählt, wie eine Jagd abläuft. Da kam keine Langeweile auf, die hatten viele Fragen“, freut sich Buresch.

Lindenholz eignet sich besonders gut für die Herstellung der Schilder, denn ist sehr schnittfest und lässt sich daher gut bearbeiten. „Ich habe über meinen Bruder hat in Böhmen jemanden kennengelernt, der ein Sägewerk hat. Von da bekomme ich günstig mein Lindenholz“, erzählt der Füchtorfer.

Sein Neffe sei zudem Tischler, und der hobelt für ihn das Holz so passend, dass er schmale Platten bekommt, die er dann verleimt. „Die einzelnen Platten dürfen nicht zu breit sein, denn das Holz arbeitet“, erklärt Buresch. Je schmaler die Bretter seien, desto stabiler sei auch das Schild.

Aktuell hat er ein Schild erstellt, in das er 22 Eichenblätter eingeschnitzt hat. Das kostet natürlich viel Zeit, aber die hat der Witwer. Insgesamt benötige er – je nach Aufwand – zwischen 20 und 50 Arbeitsstunden für ein Schild. Darum produziere er sie auch fast ausschließlich für sich selbst, denn „das kann ja keiner bezahlen“.

Das mach viel Spaß und die Zeit verfliegt. Da werden aus 30 Minuten schnell zwei Stunden.

Wenzel Buresch

Wenn die Bretter verleimt sind, dann zeichnet Wenzel Buresch – der übrigens auch begeisterter Maler ist – ein Muster auf eine Pappe, schneidet es aus und verwendet es als Schablone. Dann geht er zum Schwiegersohn, der eine Bandsäge hat, und sägt das Muster aus. Wenn er Lust hat, dann geht er einfach in seinen Werkraum und schnitzt. „Das mach viel Spaß und die Zeit verfliegt. Da werden aus 30 Minuten schnell zwei Stunden.“

Irgendwann sind die Schnitzereien fertig und es muss alles glatt geschmirgelt werden. Als letzte Arbeitsschritte folgen das Beizen und schließlich das Lackieren mit Klarlack. Das fertige Schild ist nun bereit, um ein stattliches Geweih zu präsentieren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7464652?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker