Aktion „Abfallfreier Parkplatz“
Alles andere als müllfrei

Sassenberg / Füchtorf -

Eigentlich ist es so gedacht, dass die Autofahrer, die den Parkplatz an der Bundesstraße 475 ansteuern, ihren Müll wieder mitnehmen. Auf das Konzept „Aktion abfallfreier Parkplatz“ weisen unübersehbar Schilder hin. Doch ein Blick ins Gebüsch zeigt: Vielen Nutzern scheint das egal zu sein. Davon zeugen Unmengen von Verpackungsmaterialien und sogar ganzen Müllbeuteln.

Dienstag, 28.07.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 15:28 Uhr
Der Parkplatz an der Bundesstraße 475 zwischen Füchtorf und Sassenberg soll eigentlich abfallfrei sein. Die Aktion wurde vor gut 20 Jahren von Straßen.NRW ins Leben gerufen, aber leider halten sich nicht alle Autofahrer an die Vorgaben.
Der Parkplatz an der Bundesstraße 475 zwischen Füchtorf und Sassenberg soll eigentlich abfallfrei sein. Die Aktion wurde vor gut 20 Jahren von Straßen.NRW ins Leben gerufen, aber leider halten sich nicht alle Autofahrer an die Vorgaben. Foto: Ulrich Lieber

Die Idee ist eigentlich so einfach wie genial: Wer am Parkplatz an der B 475 zwischen Füchtorf und Sassenberg Müll produziert, der nimmt ihn auch wieder mit. Die Aktion „Abfallfreier Parkplatz“ wurde schon vor gut 20 Jahren von Straßen.NRW initiiert, doch die gute Idee fällt leider nicht bei allen auf fruchtbaren Boden. Ganz im Gegenteil, denn ein Blick in das Gebüsch am Parkplatz zeigt, dass es viele Autofahrer gibt, die ihren Unrat einfach in der Natur entsorgen.

Straßen.NRW ist für die Parkplätze an den Bundesstraßen zuständig. Mit der Aktion „Abfallfreier Parkplatz“ war die Hoffnung verbunden, die Autofahrer ein wenig zu erziehen. Darum gibt es an diesen Parkplätzen auch keine Mülleimer oder Papierkörbe, denn schließlich soll jeder seinen Müll wieder mitnehmen. Ein großes Schild weist auch darauf hin, dass der Parkplatz abfallfrei bleiben soll.

Hubertus Ebbeskotte von Straßen.NRW weiß, dass es an den abfallfreien Parkplätzen Probleme gibt. Als dort vor 20 Jahren die Mülleimer entfernt wurden, da war das mit der Hoffnung verbunden, dass dies im Sinne des Umweltschutzes von allen angenommen werden würde. „Wir wollten an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren“, erklärt Ebbeskotte. Zudem sei es darum gegangen, Geld einzusparen, da die Müllentsorgung sehr teuer geworden sei. Entsprechend schwierig ist es daher auch, den Platz vom aktuellen Müll zu befreien. Das werde zwar immer wieder durchgeführt, sei aber letztlich ein aussichtsloser Kampf.

Dass der Platz so zugemüllt wird, liegt nach Ansicht von Ebbeskotte zum einen an der versteckten Lage und zum anderen an der hohen Frequentierung. Viele hielten sich an die Vorgaben, aber es gebe eben auch eine ganze Reihe von Mitmenschen, denen das offensichtlich egal sei. „Die perfekte Lösung gibt es nicht“, bedauert Ebbeskotte, der darauf hofft, dass letztlich die Vernunft siegt. Darum soll das Projekt auch noch nicht aufgegeben werden, denn eine gewisse Wirkung hätte der „abfallfreie Parkplatz“ schon gezeigt.

Die Stadt Sassenberg erhält ebenfalls häufig Hinweise darauf, dass der Platz vermüllt ist, aber sie ist nicht zuständig. Trotzdem greift sie manchmal ein, wenn die Lage zu schlimm ist. „In ganz extremen Situationen schicken wir auch schon mal ein Team raus, das dann dort aufräumt“, erklärt Bauamtsleiter Thomas Middendorf.

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