Interview mit Handballtrainer Daniel Haßmann
Richtige Freude kam nicht auf

Sassenberg -

Die Handballerinnen des VfL Sassenberg sind in die Verbandsliga aufgestiegen. Trainer Daniel Haßmann blickt zurück und natürlich in die Zukunft, denn die Zeit der leichten Spiele ist vorbei.

Samstag, 01.08.2020, 14:43 Uhr aktualisiert: 02.08.2020, 12:14 Uhr
Daniel Haßmann wird mit den Handballerinnen des VfL Sassenberg in der nächsten Saison in der Verbandsliga antreten. Der Aufstieg kam allerdings durch eine Wildcard zustande.
Daniel Haßmann wird mit den Handballerinnen des VfL Sassenberg in der nächsten Saison in der Verbandsliga antreten. Der Aufstieg kam allerdings durch eine Wildcard zustande. Foto: Henning Hoheisel

In den vergangenen Jahren waren sie immer nahe dran, nun ist es vollbracht: Die Handballerinnen des VfL Sassenberg sind in die Verbandsliga aufgestiegen. Das jedoch mit reichlich Glück, denn zum Zeitpunkt des Abbruchs der Vorsaison stand das Team abgeschlagen auf Rang zwei. Nur dank einer Wildcard durfte der VfL hoch. Gab es trotzdem eine Aufstiegssause? Die Westfälischen Nachrichten haben bei Trainer Daniel Haßmann nachgefragt.

 

Sportlich betrachtet gehören Sie und Ihr Team zu den Profiteuren der Corona-Krise, endlich geht es in die Verbandsliga. Kam da überhaupt richtig Freude auf?

Haßmann: Nein, eher nicht. Ich habe schon gescherzt: Es hat schon eine Pandemie gebraucht, damit wir endlich aufsteigen. Aber mal im Ernst: Ich finde schon, dass wir es auch verdient haben. Seit unserem Aufstieg vor drei Jahren waren wir immer oben mit dabei. Aber richtige Freude? Nee, die kam nicht auf. Es ist schon schöner, wenn man feiern kann, wenn der Schiedsrichter am letzten Spieltag abpfeift und man Meister ist.

Sind Sie schon wieder ins Training eingestiegen?

Haßmann: Ja, schon Ende Juni. Da zwar noch unter strengeren Auflagen, aber zum Start arbeiten wir ohnehin mehr im athletischen Bereich. Aktuell trainieren wir normalerweise dreimal pro Woche – zweimal Athletik ohne, einmal mit Ball.

Das klingt nach Laufschuhen und viel Schweiß?

Haßmann: Die Laufschuhe habe ich schon seit Jahren aus der Vorbereitung verbannt. Wir haben eine Kooperation mit einem Fitnessstudio aus Warendorf und machen ein spezielles Intervalltraining. Das schimpft sich Tabata – eine hocheffektive Trainingsform. Ein Handballer muss nicht zehn Kilometer am Stück laufen können, da geht es um kurze Sprints mit stoppartigen Bewegungen. Da ist solch ein Intervall-Training eindeutig sinnvoller.

Es sind ja alle heiß darauf, wieder einen Ball in der Hand zu haben.

Daniel Haßmann

Wie läuft das Training mit Ball ab, haben sich die Spielerinnen schon wieder an den Körperkontakt gewöhnt? Immerhin hieß es monatelang, dass man Abstand halten soll.

Haßmann: Im Training ist schon wieder alles beim Alten. Es sind ja alle heiß darauf, wieder einen Ball in der Hand zu haben. Komisch war es anfangs mit den Verhaltensregeln. Normalerweise klatschen wir uns vor einem Training immer miteinander ab – da war zu Beginn schon ein wenig Unsicherheit spürbar.

Muss das Team aufgerüstet werden, um in der Verbandsliga zu bestehen?

Haßmann: Nein, wir hatten keine Not. Im Gegenteil, wir sind sehr gut aufgestellt, auf einzelnen Positionen sogar dreifach. Das ist natürlich leistungsfördernd. Mit Malin Arenbeck haben wir nur einen Neuzugang. Sie stammt aus Sassenberg und hat zuletzt im Leistungszentrum der Ahlener SG gespielt. Sie könnte noch bei den A-Junioren spielen, wir führen sie jetzt aber langsam heran. Sie ist sehr talentiert.

Die Zusammensetzung der Liga steht mittlerweile fest. Wie schätzen Sie das Niveau ein? Wird der VfL Sassenberg mithalten können?

Haßmann: Die Leistungsdichte in der Verbandsliga ist natürlich größer. Einfache Spiele, so wie in der letzten Saison, werden wir nicht mehr haben. Jetzt gehören wir zu den schwächeren Teams. Aber ich denke schon, dass wir mithalten können. Vom Tempo her sehe ich uns sehr gut aufgestellt. Ist nur die Frage, ob der Gegner zulässt, dass wir in dieses Tempo überhaupt reinkommen.

Über welche Zielsetzung reden wir?

Haßmann: Klar, der Klassenerhalt ist das oberste Ziel. Aber wenn wir verletzungsfrei durch die Saison kommen, gehören wir sicherlich nicht zu den drei schlechtesten Teams. Ein Platz im Mittelfeld und ab und an zuhause für eine Überraschung sorgen – das wäre toll. Einfach mal eine entspannte Saison erleben.

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