Sitzung des Sozial-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Schulausschusses
Digitalisierung kaum umsetzbar

Sassenberg/Füchtorf -

Die Schulleiterinnen der Sassenberger Schulen werden durch die Corona-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Die geplante Digitalisierung,um Distanz-Lernen durchführen zu können, scheitert oft daran, dass die Schüler zu Hause gar keinen Computer haben.

Samstag, 29.08.2020, 12:14 Uhr aktualisiert: 30.08.2020, 15:32 Uhr
Der Schul- und Sozialausschuss tagte am Donnerstagnachmittag in der Aula der Johannesschule.
Der Schul- und Sozialausschuss tagte am Donnerstagnachmittag in der Aula der Johannesschule. Foto: Ulrich Lieber

Der Sozial-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Schulausschuss fand am Donnerstagnachmittag erstmals in der Aula der Johannesschule statt. Der Sitzungssaal des Rathauses ist bereits zum Wahlbüro umgestaltet und steht derzeit nicht zur Verfügung. Zu Beginn des neuen Schuljahres hatten natürlich die Schulleiterinnen das Wort und berichteten über ihre derzeit nicht einfache Lage. Stephanie Dilla-Kell von der Nikolausschule konnte nicht teilnehmen.

Gastgeberin Maria Erdmann sprach zum Auftakt und machte gleich auf die Probleme aufmerksam. „Corona stellt uns alle vor besondere Herausforderungen.“ 184 Schüler besuchen derzeit die Johannesschule, davon 84 Kinder mit Migrationshintergrund. OGS und Übermittagbetreuung müssten durch Corona viele Auflagen erfüllen. Langfristig sei ein Ausbau der Mensa für die OGS erforderlich. Weiterhin sehr dringend bleibe die Sanierung des Parkplatzes vor der Schule.

164 Kinder sind in der Wilhelm-Emanuel-von-Kettelter-Schule. Hier freut sich das Kollegium über männliche Verstärkung, denn Michael Dornbusch, der derzeit seine Ausbildung zum Pastoralreferenten in Sassenberg absolviert, ist als Religionslehrer vor Ort. „Es ist schön, mal wieder einen Mann im Kollegium zu haben“, sagte Schulleiterin Marlies Borisch. Unterricht werden wegen Corona nur im Klassenverband angeboten. Derzeit seien 40 Kinder mit Migrationshintergrund an der Schule und zehn Kinder, die kaum Deutsch sprechen. „Die Kinder lernen schnell, aber die Eltern tun sich schwer.“ Auch in Füchtorf steigt die Zahl der Übermittagbetreuungen, mittlerweile liegt sie bei 78. Das sei eine logistische Herausforderung.

Die Sekundarschule profitiert von den zwei Häusern und kann die 540 Schüler noch ganz gut unterbringen. Schulleiterin Elisabeth Suer wies darauf hin, dass 264 Kinder einen Migrationshintergrund haben und 39 Flüchtlingskinder die Schule besuchen. „Wir haben eine internationale Förderklasse.“

Elisabeth Suer machte aber auf ein großes Problem aufmerksam und das ist die die Umsetzung der Digitalisierung. „Wir hätten darauf verzichten können, dass die Lehrer ausgestattet werden, das Geld wäre besser für die Schüler eingesetzt worden.“ Denn eine schulinterne Statistik habe gezeigt, dass 300 Schüler zu Hause über keinen Computer verfügen, und noch mehr haben keinen Drucker. „Das macht das Distanzlernen sehr schwierig“, sagte Elisabeth Suer. Viele hätten auch keine eigenen E-Mail-Adressen, so dass nicht alle Kinder online erreicht werden könnten. „Wir hoffen auf Tablets für die Schüler.“

Marlies Borisch sah die Umsetzung der Digitalisierung ähnlich schwierig. „Wir werden immer noch Analog-Pakete packen.“ Letztlich fehle es an Hardware, aber auch an der Ausbildung. „Das hört sich alles immer toll an, aber die Umsetzung vor Ort fehlt. Da stoßen wir an unsere Grenzen.“

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