Glasfaserausbau
Informationspolitik der Stadt kritisiert

Sassenberg -

Johannes Philipper und die ihn unterstützenden Parteien kritisieren die Informationspolitik der Stadt in Sachen Glasfaserausbau.

Mittwoch, 02.09.2020, 08:25 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 16:58 Uhr
Trafen sich vor dem Büro der Deutschen Glasfaser (v. l.): Johannes Philipper, Norbert Westbrink, Jens Büdenbender und Karsten Schuckenberg. Am 3. September erfolgt der offizielle Spatenstich für den geförderten Breitbandausbau im Außenbereich.
Trafen sich vor dem Büro der Deutschen Glasfaser (v. l.): Johannes Philipper, Norbert Westbrink, Jens Büdenbender und Karsten Schuckenberg. Am 3. September erfolgt der offizielle Spatenstich für den geförderten Breitbandausbau im Außenbereich. Foto: Ulrich Lieber

Das Thema Glasfaserausbau beschäftigt alle Parteien. Beim Lokaltermin vor dem Büro der Deutschen Glasfaser bemängelte Johannes Philipper die Informationspolitik der Stadt. „582 Haushalte im Außenbereich profitieren von der Förderung, aber nur, wenn sie den Anschluss jetzt selbst beantragen.“ Es gebe aber auch ein paar Haushalte im Außenbereich, die nicht gefördert werden, und zwar die, die bereits mehr als 30 Mbit zur Verfügung hätten. Doch diese Leistung käme oft gar nicht beim Endverbraucher an. „Wer meint, dass er gefördert werden sollte, der muss sich an den Kreis wenden.“ Viele Betriebe sehen die Gefahr, den Anschluss zu verpassen. Philipper verwies hier auf das neue Förderprogramm „Graue Flecken“, mit dem auch Gebiete förderfähig werden, die zwar 30 Mbit vorweisen können, aber noch kein gigafähiges Netz haben.

Etwas verwundert zeigten sich Philipper, Norbert Westbrink (Grüne) sowie Karsten Schuckenberg und Jens Büdenbender (beide FWG) über den aus ihrer Sicht späten Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen der Stadt und der Deutschen Glasfaser. „Die Deutsche Glasfaser hat sich bereits im November 2019 bei der Stadt gemeldet und einen Vertrag angeboten“, sagt Karsten Schuckenberg. Die FWG habe dann am 3. Februar einen Antrag gestellt, und erst am 9. Juni habe sich die Stadt bei der Deutschen Glasfaser gemeldet. „Was uns interessiert ist, warum wir von der ersten Anfrage nichts gewusst haben“, sagt Westbrink. Da hätten die Fraktionen mit ins Boot geholt werden müssen.

Bürgermeister Josef Uphoff bestätigt das Angebot der Deutschen Glasfaser, allerdings sei es nur um einen privatwirtschaftlichen Ausbau in den Gewerbegebieten gegangen. „Wir hatten mehrmals einen längeren telefonischen Austausch, weil uns nur Gewerbegebiete zu wenig waren.“ Im Infrastrukturausschuss am 24. März habe er die Politik darüber informiert, dass die Deutsche Glasfaser im städtischen Bereich privatwirtschaftlich tätig werden wolle. „Sie hat uns am 9. Juni erstmals Polygone geschickt, wie sie sich den Ausbau vorstellen.“ Dabei habe Sassenberg Zentrum gefehlt, denn hier sei der Anbieter zunächst der Meinung gewesen, dass sich der Ausbau nicht rechne, da das Zentrum schon gut versorgt sei. „Wir haben nachverhandelt und am 24. Juli erfahren, dass das Zentrum doch einbezogen wird.“ Zudem soll auf jeden Fall verhindert werden, dass Probleme, die in Nachbarorten durch Ausbautiefen entstanden seien, auch in Sassenberg auftauchen.

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