Landtagsabgeordneter zu Besuch
Landwirte leiden unter hoher Taktzahl

SAssenberg -

Der Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier stattete einigen Sassenberger Landwirten einen Besuch ab. Dabei ergab sich die Gelegenheit, den Hof der Familie Horstrup zu besichtigen.

Donnerstag, 03.09.2020, 08:53 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 17:22 Uhr
Interessiert folgte Daniel Hagemeier Familie Horstrup zur Hofbesichtigung. Mit von der Partie waren Heino Jüttner und Hubert Schulze Roberg vom Ortsverband sowie Bürgermeister Josef Uphoff.
Interessiert folgte Daniel Hagemeier Familie Horstrup zur Hofbesichtigung. Mit von der Partie waren Heino Jüttner und Hubert Schulze Roberg vom Ortsverband sowie Bürgermeister Josef Uphoff. Foto: Ulrike von Brevern

„Man merkt sofort, hier gibt‘s kein Radio“, schmunzelt Ulrike Horstrup, als die Bullen nach Aufschieben der schweren Stalltür die Besucher lauthals brüllend begrüßen. Im neuen Stall, den die Familie vor zwei Jahren für 150 Tiere gebaut hat, ist das anders. Die Tiere sind interessiert, aber still. Das leise laufende Radio hat die sie an menschliche Gegenwart gewöhnt, erklärt die Landfrau.

Ein Beispiel für ganz praktische Erfahrungen in der in der Landwirtschaft, von denen sich der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier bei einer Betriebsbesichtigung am Dienstagabend auf dem Hof der Familie Horstrup überraschen lassen konnte. Zugleich machten Werner Horstrup und sein Sohn Stephan den Gast immer wieder auf Fallstricke aufmerksam, die Landwirte im Dschungel von Agrargesetzen und -verordnungen das Leben schwer machten.

Hagemeier war auf Einladung der landwirtschaftlichen Ortsvereine zum Meinungsaustausch auf den Hof gekommen und stand später in der großen Scheune der Familie weiteren Interessierten Rede und Antwort. Unter den rund dreißig Gästen waren nicht nur Landwirte, sondern auch zahlreiche Lokalpolitiker.

Seit 820 Jahren bestehe der Familienbetrieb bereits, berichtete Werner Horstrup. Bullen stehen hier seit den siebziger Jahren im Stall, um die hochwertige Schlempe aus der neu aufgenommenen und bis zum Ende des Monopols für landwirtschaftliche Brennerei 2013 betriebenen Kartoffelbrennerei zu verwerten. 2010 wurden alle Ställe grundsaniert, vor zwei Jahren kam der moderne Tretmiststall hinzu. „Heute kommen unsere Bullen fast ganz ohne Strom aus,“ betonte der Landwirt ökologische Fortschritte. Intelligente Belüftung und neue Erkenntnisse über die Temperaturvorlieben der Tiere sorgten für die Energieeinsparung.

Schon bei der Besichtigung zeigen die Landwirte, das der Teufel oft im Detail steckt: Bei den Nippeltränken etwa, die per Verordnung durch Schalentränken ersetzt werden sollen - „dabei kennen die Tiere die Nippeltränken von klein auf und sie sind viel hygienischer“, beklagt Stephan Horstrup.

Landwirtschaftlicher Fachpolitiker sei er nicht, gab Hagemeier auch in der großen Runde ganz offen zu, notiere sich die Anliegen aber fleißig in seiner blaue Kladde: Brunnenuntersuchungen und Wasserrahmenrichtlinie, Baurecht und Nutztierverordnung, Düngeverordnung, und Insektenschutzprogramm - Das Spektrum der Unsicherheiten erwies sich als groß. Vor allem die Taktzahl an neuen Vorgaben für die Landwirtschaft, Ungleichbehandlungen und - aus Sicht der Landwirte - die Benachteiligung ihrer Interessen im Vergleich zu anderen Branchen. ernteten immer wieder heftige Kritik .

Für die landwirtschaftliche Seite hatte, Hagemeier ein verlockendes Angebot im Gepäck. Im Dezember will er für die Sassenberger einen Austausch mit zuständigen Fachpolitikern aus Düsseldorf organisieren.

Aber auch weitere Probleme gaben die Besucher dem Abgeordneten mit auf den Weg nach Düsseldorf. Dazu gehörten die Hemmnisse bei der Entwicklung von Baugebieten, die Füchtorf leidvoll erfahren hat, oder die Probleme beim Breitbandausbau in an einigen Stellen im Außenbereich.

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