Landschaftsarchitekten verarbeiten Vorgaben der eingesetzten Arbeitsgruppe
Drostengarten bekommt Gesicht

Sassenberg -

Der Drostengarten soll endlich ein Gesicht bekommen. Robin Morbach stellte im Infrastrukturausschuss seinen Entwurf für die Neugestaltung vor.

Samstag, 19.09.2020, 12:02 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 12:56 Uhr
Mit einer 3-D-Visualisierung machten die Landschaftsarchitekten ihre Vision vom Drostengarten lebendig.
Mit einer 3-D-Visualisierung machten die Landschaftsarchitekten ihre Vision vom Drostengarten lebendig. Foto: Robin Morbach

Hell und aufgeräumt präsentiert sich der Entwurf des neugestalteten Drostengartens, so wie Landschaftsarchitekt Robin Morbach ihn dem Infrastrukturausschuss am Donnerstagabend präsentierte. Eingeflossen sind Vorgaben einer Arbeitsgruppe, die zwar bereits vor einem Jahr ins Leben gerufen wurde, aber erst im Juni zum ersten Mal tagte.

Ein entscheidender Gedanke liege darin, die markante Baumsubstanz herauszuarbeiten, erläuterte Morbach. Sehr viel Gehölz wird dafür fallen müssen. Zudem soll nach Vorgabe des Arbeitskreises auch der Barockstil des ehemaligen Drostengartens wieder aufgegriffen werden, und das braucht Platz.

Den vorgelegten Entwurf haben die Landschaftsarchitekten Morbach und Wermeyer in zwei Projekte unterteilt: Den Park einerseits und den Uferstreifen zur Hessel hin andererseits, bei dem ein privater Eigentümer mitzureden hat.

Durch die zentrale, durch eingelassene Stahlbänder betonte Sichtachse, werden beide Teile verbunden. Bis über den Ufersaum der Hessel gezogen wartet am Ende dieser Achse eine Bühne für kleinere Veranstaltungen im Freien.

Es war nicht ganz einfach , den erhaltenswürdigen Baumbestand mit einem barocken Raster in Übereinstimmung zu bringen, beschrieb Morbach. Deshalb greifen die Stahlbänder das zentrale Wegekreuz auf. Das Zentrum, das von einem kleinen Pavillon gekrönt ist, wurde unmerklich um zwei Meter aus der Mitte verschoben. Die Verbindungswege teilen den Park in drei Einheiten: Vorne bleibt die Kinderspielfläche, die einen Niedrigseilgarten erhalten könnte. Im zentralen Teil mit dem Pavillon soll die Stadthistorie erlebbar werden. Statt Stelen haben die Landschaftsarchitekten eine erlebbare 360 Grad Skulptur eingeplant. Kreisrunde Pflanzbeete sind wie Blumensträuße entlang der zentralen Achse verteilt. „Es soll locker wirken“, betonte Morbach. Auf der Rasenfläche im hinteren Teil finden Zuschauer Platz.

Inklusive dreijähriger Pflege riefen die Landschaftsarchitekten 550 00 Euro Nettokosten für den Park und 207 000 Euro für den Bereich an der Hessel auf, der auch Versorgungseinrichtungen für Veranstaltungen enthalten soll.

Die Raumaufteilung gefällt mir ausnehmend gut, die Kosten weniger.

Josef Uphoff

„Die Raumaufteilung gefällt mir ausnehmend gut, die Kosten weniger“, lautete der Kommentar von Bürgermeister Josef Uphoff. „Wir finden die Pläne gut“, bestätigte Norbert Westbrink für die Grünen die grundsätzlich positive Resonanz der Fraktionen. „Woher sollen wir das Geld nehmen? Da habe ich derbe Bauchschmerzen“, wandte allerdings auch CDU-Ratsherr Werner Berheide ein. Mit Hinblick auf Mittel aus der Städtebauförderung sei es nicht verkehrt, zunächst den größtmöglichen Betrag anzusetzen, auch wenn die Lösung möglicherweise am Ende günstiger ausfalle, sagte Johannes Philipper (FDP). „Es ist eine Veränderung zum Positiven“, lautete sein Urteil.

Maximal 60 Prozent der Kosten für die Umgestaltung könnten durch Mittel aus der Städtebauförderung getragen werden. Der Ausschuss gab gegen die Stimme von Berheide Grünes Licht dafür, den Förderantrag zu stellen, der bis zum 30. September auf dem Weg gebracht werden muss. Der Entwurf soll nun zunächst in der Arbeitsgruppe für den Drostengarten vorgestellt und erörtert werden.

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