Alternative Erhalten bleibt im Rennen
Drei Freibadentwürfe stellen Ausschuss vor Qual der Wahl

Sassenberg -

Im Infrastrukturausschuss wurden drei verschiedene Varianten zur Sanierung des Freibades vorgestellt. Sowohl der Erhalt als auch der Abriss wurden dabei vorgeschlagen. Die Fraktionen beraten nun die Vorschläge.

Samstag, 19.09.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 12:56 Uhr
So kann das Freibadgebäude aus dem Jahr 1958 auf Dauer nicht bleiben. Ob die Bausubstanz erhaltenswert ist, bleibt bei den Planern umstritten.
So kann das Freibadgebäude aus dem Jahr 1958 auf Dauer nicht bleiben. Ob die Bausubstanz erhaltenswert ist, bleibt bei den Planern umstritten. Foto: Ulrike von Brevern

Erhalt oder Abriss? Diese Alternativen stellen sich einmal mehr, nachdem am Donnerstagabend drei Planungsbüros dem Infrastrukturausschuss ihre Konzepte für die Sanierung des Freibadgebäudes vorgestellt haben. Während Christoph Keinemann von der GSF Planungsgesellschaft in Hamm angesichts des Charmes des alten Gebäudes ins Schwärmen geriet, lautete bei Annalena Frilling , die die Gedanken des Ingenieurbüros Frilling und Rolfs aus Vechta präsentierte, das klare Urteil „nicht erhaltenswert“. Auch das dritte Büro im Bunde, Göttker & Schöfbeck aus Ostbevern setzt auf einen Neubau, will dabei aber den alten Standort nach eigenen Angaben „aufgreifen und wiederbeleben“.

„Das Gebäude legt im Prinzip die Arme um die Wasserplatte“, schwärmte Keinemann mit entsprechend großzügiger Geste. Und auch der Arkadengang sei „sehr eindeutig“. Sein Vorschlag: „Der Eingriff sollte so gering wie möglich sein.“ Um die Einrichtung den modernen Standards anzupassen würden 350 Quadratmeter Fläche gebraucht, die sich unter dem aktuellen Dach unterbringen ließen. Modernisiert werden müssten etwa die zu engen Duschen, und auch das Personal brauche mehr Platz. Das Umkleidesystem hingegen sei überdimensioniert. Durch Neusortieren und Verdichten schaffe das Konzept genug Raum für die zusätzlich nötige Behindertenumkleide und einen Eltern-Kind-Bereich, beschrieb Keinemann. Nur der Standort für die Schwimmaufsicht solle neu gebaut und um einen Sanitätsraum ergänzt werden. Netto solle das alles rund 700 000 Euro kosten.

Dass die Sanierungsvariante wieder möglich ist, hat einen gewissen Charme.

Johannes Philipper

„Dass die Sanierungsvariante wieder möglich ist, hat einen gewissen Charme“, beurteilte Johannes Philipper (FDP) das Konzept, und auch Franz-Josef Linnemann zeigte sich von diesem Punkt angetan. Friedrich-Carl von Ketteler (CDU) legte seinen Finger in die Wunde der Preisgestaltung. Zwar stellte Keinemann wie alle anderen Planer auch die Möglichkeit vor, dass die Sammelumkleiden im Winter von Fußballern genutzt werden könnte, kalkulierte aber anderes als die anderen die Kosten für Heizung und Dämmung noch nicht ein.

Das Konzept, das Markus Schöfbeck vorstellte, geriet schon deshalb mit einer Netto-Kostenschätzung von rund einer Million Euro deutlich teuerer. Der Neubau, den die Ostbeverner planen, sortiert die verschiedenen Funktionsbereiche in Kuben, die unter einer gemeinsamen, schwebenden Dachkonstruktion angeordnet sind. In der Optik von der Straße aus, solle die durchgehende Wand entsprechend vor- und zurückspringen. Für die Fassadengestaltung innen schlug Schöfbeck Holz als ökologischen Baustoff oder Fassadenplatten vor. Der Arkadengang blieb in diesem Entwurf sichtbar.

Der Entwurf aus Vechta sticht mit einem besonders betonten, hochgezogenen Eingangsbereich hervor. Der Neubau verzichtet auf die Arkadenoptik, dafür ist das unsymmetrische Satteldach von vornherein darauf ausgelegt, Photovoltaik aufzunehmen, betonte Frilling. Für die Schwimmaufsicht haben sich die Planer einen separaten zweigeschossigen Bau erdacht, mit einem Sanitätsraum im Erdgeschoss und einem Balkon vor der verglasten Aufsichtskabine im Obergeschoss. Mit knapp zwei Millionen Euro netto erwies sich dieses Konzept als das teuerste. Über die sehr unterschiedlichen Ansätze wollen sich die Fraktionen nun abstimmen.

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