Masken sorgen im Jugendzentrum für Entspannung
„Spuckefetzchen“ ausgebremst

Sassenberg -

Die Maske stört zwar ein wenig, aber davon lassen sich die Jugendlichen nicht beirren. Sie nutzen weiter das tolle Angebot im Jugendzentrum und gehen mit der Situation recht gelassen um. Sie sehen es als selbstverständlich an, sich gegenseitig zu schützen.

Donnerstag, 01.10.2020, 10:26 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 15:06 Uhr
Alexios, Phillip und Stadtjugendpfleger Dirk Ackermann (v. l.) sind sich einig: Beim Billard-Spielen stören die Masken kaum.
Alexios, Phillip und Stadtjugendpfleger Dirk Ackermann (v. l.) sind sich einig: Beim Billard-Spielen stören die Masken kaum. Foto: Michèle Waßmann

„Auch mit Maske geht im Jugendzentrum alles“, gibt sich der 14-jährige Tyler ganz entspannt. Klar nerve der Stoff vorm Mund manchmal, aber alles in allem „nicht schlimm“. Das Wichtigste, erklärt Tyler, ist, dass sich die Spuckefetzchen nicht verbreiten. Das sieht Francesco (10) ähnlich: Draußen zu essen, wenn es nicht regnet, oder nach oben gehen zu müssen, um dort mit Abstand zu anderen eine Pizza oder ein Baguette zu essen, ist schon blöd“. Aber sonst „alles gut“.

Natürlich nicht alles, räumt Stadtjugendpfleger Dirk Ackermann im Gespräch mit unserer Zeitung ein. Der Körperkontakt fehle. Ein wertschätzendes „Hand auf die Schulter legen“ oder eine tröstende Umarmung verbieten sich in Corona-Zeiten. Aber das Wichtigste ist ihm, den Jungen und Mädchen am Lappenbrink einen sicheren Ort zu bieten – im doppelten Sinne.

Über die Maskenpflicht im Jugendzentrum habe man mit den Kindern gar nicht groß diskutieren müssen. Die kennen das aus der Schule und tragen den Mund- und Nasenschutz schon ganz selbstverständlich. Außerdem haben sowohl die Mitarbeitenden als auch die jungen Besucher schnell den Vorteil der Masken gespürt.

Im Sommer habe sich fast alles draußen abgespielt. Doch während der ersten kälteren Tage habe man es auch drinnen erst noch mit Abstandsregeln versucht. Stühle und Tische seien teilweise weggeräumt worden, Lauflinien eingezeichnet und zur besseren „Abstandskontrolle“ die Poolnudel zu „Hygiene-Nudel“ umgewandelt worden. Doch schnell war klar: Das stresst alle. Von Ruhe keine Spur. Gesellschaftsspiele zu spielen, war schwierig – auf dem Sofa zu chillen auch.

Fehlende Mimik, anderen ein Lächeln schenken und sich herzlich begrüßen, sind in Corona-Zeiten nicht immer einfach. Aber es geht. Mit Ellbogencheck zum Beispiel. Alexios und Dirk Ackermann begrüßen sich auch schon mal mit etlichen „Fußchecks“ – geht auch.

Ganz gelassen mit der Situation geht auch die achtjährige Jule um. Mit Einhorn-Maske schnell aber sorgfältig die Hände desinfizieren und dann in die Anwesenheitsliste eintragen: Für die Achtjährige schon ein festes Ritual bei der Ankunft im Inside. Die süße Maske hat ihr die Oma in gleich mehrfacher Ausführung genäht. Für die Brüder gab es welche mit Batman oder „Cars“ drauf. Chic und praktisch.

Die Maskenpflicht und verstärktes regelmäßiges Lüften werden dem Jugendzentrum bleiben. An Veranstaltungen ist in diesem Jahr etliches ausgefallen. Doch Ackermann hofft, dass sich die Lage 2021 entspannt. Vier Vater-Kind-Wochenenden habe er bereits geplant, und die Hoffnung, im kommenden Jahr wieder in Italien campen zu können, will Ackermann auch noch nicht aufgeben.

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