Übergangswohnheim für Flüchtlinge soll umgestaltet werden
Eine Mauer gegen den Lärm

Sassenberg -

Eine rund 60 Meter lange Mauer soll entlang des Pättkens dafür sorgen, dass die Lärmbelästigung durch die Bewohner des Übergangswohnheims reduziert wird.

Samstag, 03.10.2020, 12:42 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 14:16 Uhr
Als Lärmschutz für die Nachbarn könnte entlang dieses Pättkens eine rund 60 Meter lange Mauer entstehen - wie die aussehen kann, soll nun kurzfristig geklärt werden.
Als Lärmschutz für die Nachbarn könnte entlang dieses Pättkens eine rund 60 Meter lange Mauer entstehen - wie die aussehen kann, soll nun kurzfristig geklärt werden. Foto: Michèle Waßmann

Arbeitsaufträge für die Verwaltung und Bürgermeister Josef Uphoff gab es aus dem 19 Tagesordnungspunkte umfassenden Infrastrukturausschuss reichlich. So auch in Sachen „Umgestaltung des Übergangswohnheimes für Flüchtlinge Im Herxfeld 18“. In Absprache mit den Anwohnern soll nun noch vor der Ratssitzung am 28. Oktober eine Lösung gefunden werden, wie eine rund 60 Meter lange Mauer entlang des Pättkens aussehen kann.

Doch von vorne: Im ehemaligen Raphaels-Kindergarten wurden nach Erwerb und Umbau 2015 bis zu 40 Flüchtlinge zeitgleich untergebracht. Immer wieder kam es zu Konflikten mit den Nachbarn, die sich massiv gestört fühlen. Und das nicht nur lärmtechnisch.

Jetzt soll das Übergangswohnheim so umgebaut werden, das vier Apartments entstehen mit jeweils separater Küche und Sanitäranlage. Geschätzte Gesamtkosten: rund 160 000 Euro.

Unstrittig war im Ausschuss, dass die Menschen irgendwo hin müssen und dass die derzeitigen Zustände im ehemaligen Kindergarten für alle Seiten nicht tragbar seinen. Auch, dass es eine schnelle Lösung geben müsse, um den Nachbarn gerecht zu werden war alles in allem unstrittig.

Johannes Philipper gab zu Bedenken, dass man sich mit dem Umbau auf 15 Jahre festlege. „Wir von der FDP sehen die Wand wegen ihrer optischen Bedrängewirkung nicht“, gab Philipper zu bedenken.

„Es soll durch die Mauer auf gar keinen Fall wie ein Gefängnis aussehen“, betonte Bauamtschef Thomas Middendorf. Er gab aber auch zu Bedenken, dass eine Mauer nicht alles schlucke.

Erschrocken waren die Ausschussmitglieder auch über die veranschlagten Kosten eines solchen Bauwerks. Erste Schätzungen liegen bei 50 000 Euro. „Die Wand geht uns ja nicht verloren“ räumte Karsten Schuckenberg (FWG) ein und verwies darauf, dass man sie ja im Notfall auch an anderer Stelle wieder aufbauen könne.

Mit dem Architekten soll jetzt auch gesprochen werden. Der soll eine Lösung finden, dass die Ausrichtung des Gebäudes in Bezug auf die Nutzung der Gartenflächen in Richtung Sportplatz gelenkt wird. Das würde sicherlich zu einer deutlichen Entspannung in Sachen Lärmbelästigung führen. Auch der generelle Umbau, mit dem die Aufenthaltsqualität in der Einrichtung deutlich verbessert werden soll, ist gedacht um Abhilfe zu schaffen. Die Verwaltung hofft auch, dass die Bewohner sich nach dem Umbau für ihren Wohnraum verantwortlicher fühlen und das vorhandenen Mobiliar pfleglicher behandeln.

Der Umbau soll zeitnah erfolgen, beschlossen die Ausschussmitglieder einstimmig und ein baulicher Lärmschutz schnellstmöglich mit der Nachbarschaft abgestimmt werden.

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