Gutachten zum Zustand der Bäume an Brookstraße und Telgenkamp
Fünf Bäume müssen noch weg

Sassenberg -

Im August 2019 fiel am Sportlerheim eine Rotbuche um und begrub vier Autos unter sich. Auch deshalb hat die Stadt im Frühjahr für den Bereich Brookstraße und Telgenkamp zum ersten Mal ein Baumschutzgutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Von 25 untersuchten Eichen, Linden und Ahornbäumen müssten sieben gefällt werden.

Montag, 05.10.2020, 19:26 Uhr
Die Zweige einer großen Eiche wachsen an der Schule dem Licht entgegen. Hier soll die Krone gekappt werden, um den Baum zu entlasten. Der steht nicht nur schief, ein Zaunpfahl könnte auch die Wurzeln geschädigt haben
Die Zweige einer großen Eiche wachsen an der Schule dem Licht entgegen. Hier soll die Krone gekappt werden, um den Baum zu entlasten. Der steht nicht nur schief, ein Zaunpfahl könnte auch die Wurzeln geschädigt haben Foto: Ulrike von Brevern

Die eine oder andere Eichel oder Buchecker kann Spaziergänger schon treffen, wenn sie derzeit auf der Brookstraße oder dem Telgenkamp unterwegs sind. Bei herbstlichem Wind fällt gelegentlich auch etwas Holz aus den Kronen. Doch dass es wesentlich schlimmer kommen kann, zeigte Mitte August 2019 eine umstürzende Rotbuche, die am Sportlerheim gleich drei Autos unter sich begrub.

Das Alter und besonders die Trockenheit der vergangenen Jahre machen den Bäumen zu schaffen, beobachtet Ordnungsamtsleiter Martin Lüffe . Vonseiten der Stadt müsse streng auf die Sicherheit geachtet werden. Andererseits gibt es immer wieder Kritik an vermeintlich voreiligen Baumfäll-Aktionen wie jüngst bei der Birkenallee an der Greffener Straße. „Man sieht es den Bäumen oft von außen nicht an, dass sie instabil sind“, sagt Lüffe.

Vor einem Jahr stürzte die Rotbuche einer privaten Eigentümerin am Sportlerheim auf mehrere Autos.

Vor einem Jahr stürzte die Rotbuche einer privaten Eigentümerin am Sportlerheim auf mehrere Autos. Foto: privat

Deshalb hat die Stadt in diesem Jahr zum ersten Mal ein Baumgutachten in Auftrag gegeben, um die Bäume am Brook, Schachblumenweg und Telgenkamp bis hinter den Kunstrasenplatz näher in Augenschein zu nehmen. Dabei spielte teilweise auch die Eigenschaft als Schulweg eine wichtige Rolle. Welche Bäume untersucht werden sollten, hatte der Revierförster bei einer sorgsamen Begehung ermittelt. Gutachterin war die Forstsachverständige Susanne Lill aus Warendorf.

Sieben von 25 Bäumen sollten gefällt werden

Sieben von 25 Bäumen empfahl die Sachverständige zu fällen, nur ein Baum kam vollkommen ungeschoren davon. Für die übrigen sieht Lill ein Kappen der Kronen und das Entfernen von Totholz als notwendig an.

Das Gutachten entstand im Frühjahr, ehe das Laub eine Beurteilung erschwert hätte. Bei zwei Ahornbäumen, die gefällt werden sollten, hat die Natur allerdings schon eingegriffen: Der Sturm Kirsten riss sie Ende August um. Lüffe, der in seiner Eigenschaft als VfL-Vorsitzender gerade am Vereinsheim unterwegs war, erinnert sich noch an das plötzliche Krachen.

An der Brookstraße reicht der Asphalt zum Teil bis auf wenige Zentimeter an die Füße der mächtigen Eichen heran.

An der Brookstraße reicht der Asphalt zum Teil bis auf wenige Zentimeter an die Füße der mächtigen Eichen heran. Foto: Ulrike von Brevern

Die mächtigen Eichen und Linden an der Brookstraße werden einmal mehr gekappt. „Sie wachsen dem Licht entgegen, da muss man Last wegnehmen“, weiß Lüffe. Allerdings hat die Gutachterin auch einige Probleme im Bereich der Baumfüße registriert. An der Schule zum Beispiel rückt ein Zaunpfahl bis auf wenige Zentimeter an den Baumstamm heran. An anderer Stelle lässt der Asphalt den Eichen nicht mehr Platz. Das Wurzelwerk sei durch solche Behandlung wahrscheinlich gefährdet, schreibt Lill. Warum auf die Bäume bei den Bauarbeiten nicht mehr Acht gegeben wurde, vermag Bauamtsleiter Thomas Middendorf heute auch nicht mehr zu sagen. Nur soviel: Bäume und Straßen, das sei immer ein schwieriges Verhältnis.

Die Bäume müssten künftig im Blick gehalten werden, sagt die Gutachterin. Kontrolle: alle sechs Monate. Nachpflanzungen seien dagegen nicht notwendig, es gebe genug Aufwuchs. An diese Empfehlung wolle sich die Stadt allerdings nicht halten, kündigt Lüffe an: „Bäume brauchen Licht, das ist schon richtig. Aber da sehen wir schon noch Platz zum Nachpflanzen.“

 

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