Fraktion besucht das Flüchtlingsheim
CDU lehnt Mauer im Herxfeld ab

Sassenberg -

Die CDU-Fraktion hat die Situation rund um das Flüchtlingswohnheim im Herxfeld näher unter die Lupe genommen. Nach Gesprächen mit Bewohnern war den Politikern klar, dass der geplante Umbau notwendig sei. Die Lärmschutzwand, die derzeit im Gespräch ist, um Probleme mit Nachbarn zu lösen, lehnt die Fraktion nun aber ab.

Montag, 16.11.2020, 18:30 Uhr
Statt des Zauns eine Lärmschutzwand im Garten der Flüchtlingsunterkunft zu installieren ist derzeitiger Stand der öffentlichen Diskussion. Die CDU hat jetzt andere Vorstellungen entwickelt.
Statt des Zauns eine Lärmschutzwand im Garten der Flüchtlingsunterkunft zu installieren ist derzeitiger Stand der öffentlichen Diskussion. Die CDU hat jetzt andere Vorstellungen entwickelt. Foto: Ulrike von Brevern

Bei einem Ortstermin im ehemaligen Rafaels-Kindergarten im Herxfeld hat sich die CDU-Fraktion ein aktuelles Bild von der derzeitigen Wohnsituation der geflüchteten Menschen gemacht, die dort seit einigen Jahren untergebracht sind. Die Wohnbedingungen in der Unterkunft hatte die Flüchtlingsinitiative Sassenberg seit geraumer Zeit kritisiert. In diesem Sommer gründete sich zudem eine Bürgerinitiative erboster Nachbarn. Sie fühlen sich vor allem durch den Lärm belästigt, der aus dem Garten zu ihnen herüberschalle. Einige fühlten sich auch in ihren Gärten beobachtet. Derzeit liegt ein Vorschlag auf dem Tisch des Rates, das Heim für rund 160 000 Euro umzubauen und das Lärmproblem durch eine Lärmschutzwand zu lösen.

Sanierung der Innenräume

Die Notwendigkeit einer zeitnahen Sanierung der Innenräume und deren Einteilung wurde den Politikern bei der Begehung sehr schnell klar. Freundliche Gespräche mit den Bewohnern haben diesen Eindruck bekräftigt, teilt die Fraktion mit. Neben undichten Fenstern ist auch nur noch eine Küche in Betrieb, die momentan von allen 18 Menschen, die dort derzeit wohnen, gemeinsam genutzt werden muss. In Spitzenzeiten waren bis zu 40 Personen in dem Gebäude untergebracht.

Diskussion über Schallschutzmauer

Der großzügige Außenbereich wurde genau in Augenschein genommen, um die wiederkehrende Beschwerden bezüglich der Geräuschkulisse bewerten zu können. Die Anwesenden diskutierten intensiv über einen möglichen Nutzen oder einer Nutzlosigkeit der dort angedachten Schallschutzmauer und über Alternativen.

Der Ansatz der CDU-Politiker ist es, den Außenbereich zwischen Gebäude und angrenzendem Radweg üppiger zu begrünen, idealerweise auch unter der Mitwirkung der Bewohner des Flüchtlingsheims teilte Frederik Holz als Pressesprecher der Fraktion mit.

Damit würde sich die Hauptnutzung des weiträumigen Außenbereiches in die östliche Richtung des Gebäudes verlagern. Das brächte einen größeren räumlichen Abstand zu dem südlich angrenzenden Wohngebiet mit.

„Vor-Ort-Sprechstunden“ ermöglichen

Um den geflüchteten Menschen einen noch einfacheren und vertrauensvollen Weg der Kontaktaufnahme und einer fachlichen Hilfestellung zu ermöglichen, sollte bei zukünftigen Neubauten, Umbauten oder Sanierungen von Flüchtlingsunterkünften in Betracht gezogen werden, dort eine Bürofläche einzurichten, um bei Notwendigkeit auch „Vor-Ort-Sprechstunden“ durchführen zu können. Dadurch würde auch die Chance erhöht, Problem- und Konfliktfelder in den Gemeinschaftsunterkünften früher zu erkennen.

Weitere Möglichkeiten und Vorschläge sollen, auch unter Betrachtung der nachbarschaftlichen Interessen, in den nächsten Fraktionssitzungen erarbeitet werden. Festzuhalten sei aber schon jetzt, dass die CDU eine (Schallschutz-)Mauer als nicht zielführend ablehnt, teilte die Fraktion mit.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7680577?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker