Amtsgericht stellt Verfahren ein
Frau raste ungewollt mit ihrem Moped

Sassenberg -

Zu schnell unterwegs war eine 60-jährige Sassenbergerin auf einem Moped, nach eigenen Angaben ungewollt. Deshalb stand sie nun vor dem Amtsgericht.

Donnerstag, 19.11.2020, 17:06 Uhr
Weil sie auf ihrem Moped zu schnell unterwegs war, war eine Sassenbergerin von der Polizei angehalten worden.
Weil sie auf ihrem Moped zu schnell unterwegs war, war eine Sassenbergerin von der Polizei angehalten worden. Foto: dpa

Ein auffälliger Leistungsüberschuss eines Kleinkraftrads rief im August auf der Drostenstraße die Polizei auf den Plan. Die Beamten hielten eine 60-jährige Sassenbergerin an, die mit einer Geschwindigkeit von mehr als 45 Stundenkilometern anstatt der für ihr Fahrzeug erlaubten 25 Stundenkilometer deutlich zu schnell unterwegs war. Sie konnte weder einen Versicherungsschutz noch einen Führerschein vorzeigen. Nun landete der Fall wegen des Vorwurfs des Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Amtsgericht .

Fahrzeug in letzter Zeit schneller

Gegenüber den Polizeibeamten hatte die Frau angegeben, ihr Fahrzeug sei in letzter Zeit schneller gefahren. Eine Erklärung dafür habe sie jedoch nicht. Im Verfahren brachte ihr Verteidiger die örtlichen Gegebenheiten ins Spiel. Möglicherweise habe seine Mandantin den Schwung von der höher liegenden Umgehungsstraßenbrücke mitgenommen und sei daher zügiger in Richtung Stadtkern gefahren. „Für sie ist es ein Mofa, dass nicht mehr als 25 Stundenkilometer fährt“, betonte ihr Verteidiger mit Verweis auf die offiziellen Dokumente des bereits 2015 erworbenen Fahrzeugs. Darin sei eine Drosselung vermerkt. In diesem Glauben nutze sie das Moped, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen.

Ob man 25 Stundenkilometer fährt oder flotter, merkt man schon.

Die Richterin

Ein Ansatz, der zunächst nicht zu überzeugen wusste. „Ob man 25 Stundenkilometer fährt oder flotter, merkt man schon“, entgegnete die Richterin.

Doch der Verteidiger hatte noch im Vorfeld der bereits terminierten Verhandlung für Aufklärung sorgen können. Im Rahmen der Reparatur durch einen Fachhändler folgte des Rätsels Lösung: Dieser bestätigte die eingebaute Drosselung, erkannte jedoch deren Verschleiß, wodurch eine schnellere Fahrt möglich wurde. „Behalten Sie im Hinterkopf, dass diese Drosseln empfindlich sind“, gab die Richterin der 60-Jährigen noch mit auf den Weg.

Das Verfahren gegen die ungewollt zu schnell fahrende Sassenbergerin wurde eingestellt.

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