Kindergartenkinder basteln für Senioren
Sehnen nach Sternschnuppenzeit

Sassenberg -

Die Kinder der Kita St. Johannes haben für die Bewohner des Altenzentrums Adventsüberraschungen gebastelt. Sie durften zwar nur bis vor die Tür, aber die kleine Delegation freute sich, den Senioren die Adventszeit zu verschönern.

Dienstag, 01.12.2020, 09:50 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 14:27 Uhr
Die Kinder der Kita St. Johannes mit Frauke Kuhlmann (l.), Lisa Sökeland und einem der Körbe voll Adventsüberraschungen.
Die Kinder der Kita St. Johannes mit Frauke Kuhlmann (l.), Lisa Sökeland und einem der Körbe voll Adventsüberraschungen. Foto: Ulrike von Brevern

Zwei Waschkörbe voll mit Adventsüberraschungen haben die Kinder der katholischen Kita St. Johannes im Gepäck als sie sich am Montagmorgen auf den kurzen Weg zum benachbarten Altenzentrum St. Josef machen. Vor der Tür trifft die kleine Delegation mit Erzieherin Lisa Sökeland an der Spitze auf Frauke Kuhlmann vom Sozialdienst der Senioreneinrichtung. Mehr Kontakt ist wegen der Coronabeschränkungen nicht drin. Dabei vermissen ihn beide Seiten, erzählen die Erwachsenen übereinstimmend.

Seit rund vier Jahren haben Altenzentrum und Kindergarten unter dem Titel „Sternschnuppenzeit“ ein intensives Generationenprojekt entwickelt. Angefangen hatte es mit wenigen Kindern und einer Gruppe demenziell Erkrankter, erzählt Kuhlmann, auf deren Idee der Austausch zurückgeht. Zuletzt war regelmäßig jeden Dienstag auf drei Etagen eine Stunde lang „Sternschnuppenzeit“. Die Kinder verbrachten Zeit in den Demenzgruppen, sangen mit den alten Menschen alte Lieder wie „Häschen in der Grube“ oder hörten Märchen. „Das tut beiden Seiten richtig gut“, ist Lisa Sökeland überzeugt. „Die Kinder sind einfach wunderbar unbefangen“, ergänzt Frauke Kuhlmann.

Auch die nicht dementen Bewohner wollten irgendwann teilhaben an dem Vergnügen, berichtet sie, und so begannen jeweils donnerstags Kinder zum Mittagessen vorbeizukommen. Die angegliederte Tagespflege erhielt einmal im Monat mittwochnachmittags Besuch und dass der große Sandkasten im Garten des Seniorenzentrums regelmäßig zum Freispiel der Kita-Kinder genutzt wurde, tat ein Übriges, um die Kontakte zu vertiefen. „Die Besuche waren ideal: Das war wie einmal kräftig durch die Bude fegen und danach war die Ruhe dann auch wieder schön“, sagt Kuhlmann.

Seit mehr als einem halben Jahr ist all das nun nicht mehr möglich. „Aber es ist erstaunlich: Die Kinder fragen immer wieder nach der Sternschnuppenzeit“, erzählt Lisa Sökeland. Und weil man sich nun nicht sehen könne habe jedes Kind für einen Bewohner gebastelt.

Eine dicke rote Kerze auf einem goldenen Stern ist entstanden, die Kuhlmann nun an die Bewohner in den Wohngruppen verteilen wird. Und um zu zeigen, wie persönlich der Gruß gemeint ist, hat jedes Kind sein Werk eigenhändig mit Namen signiert.

 

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