Weihnachtlicher Bauernprotest zieht viele Sassenberger an
Bauern zünden Hoffnungsfunken

Sassenberg -

Die Initiative „Land schafft Verbindungen“ sorgte dafür, dass ein „Funke Hoffnung“ nach Sassenberg getragen wurde. Landwirte und Oldtimer der Treckerfreunde fuhren weihnachtlich geschmückt durch die Hesselstadt.

Dienstag, 15.12.2020, 09:42 Uhr aktualisiert: 15.12.2020, 09:50 Uhr
Alte und neu Traktoren zogen weihnachtlich geschmückt durch Sassenbergs gute Stube.
Alte und neu Traktoren zogen weihnachtlich geschmückt durch Sassenbergs gute Stube. Foto: Ulrike von Brevren

Erst rund eine Stunde vor dem Start schickte Organisator Benedikt Wiefel die Ankündigung in die Sozialen Netze. Doch es reichte. In Windeseile sprach sich in Sassenberg herum, dass die heimischen Landwirte der Initiative „Land schafft Verbindungen“ (LSV) ihre Aktion „Ein Funke Hoffnung“ auch in die Hesselstadt tragen würden. Die Straßen entlang der Strecke waren gesäumt von Menschen, die mit Abstand und gezücktem Handy in Familiengruppen beieinander standen, um den minutenlangen Zug festlich geschmückter Traktoren an sich vorüberziehen zu lassen. Dabei sorgten die Oldtimer der Treckerfreunde, die zwischen den Landwirtschaftsboliden mitfuhren, noch einmal mehr für Staunen.

Nicht nur die Zuschauer waren begeistert, auch die Landwirte drängten sich, bei der Aktion mitzumachen, erzählte Wiefel. Einerseits um den Wunsch nach mehr Anerkennung für ihren Berufsstand in die Öffentlichkeit zu tragen und das „teilweise verkorkste Bild“ etwas gerader zu rücken. Andererseits aber besonders, um die Menschen zu erfreuen. Dafür fuhr eine Abordnung von zehn der rund 75 Traktoren auch in Absprache mit dem Altenzentrum eine Runde durch dessen Wirtschaftshof, so dass die Senioren ebenfalls teilhaben konnten.

Nicht nur Lichterketten, bunt und einfarbig, sondern auch Sterne, Weihnachtsbäume, Weihnachtsmänner und sogar einige Rentiere schmückten die Fahrzeuge. Hin und wieder klangen Weihnachtslieder herunter, die allerdings keinesfalls zur Partystimmung reichten. Die Menschen in Sassenbergs guter Stube zeigten sich diszipliniert und zerstreuten sich so schnell wie sie gekommen waren. „Ich glaube, das war ein gelungener Abschluss des öffentlichen Lebens“, bekannte Wiefel angesichts des wenige Stunden zuvor beschlossenen Lockdowns. Das Publikum in den Straßen gab ihm recht.

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