Lockdown trifft Einzelhandel und Friseure
Öffnungszeiten entzerren Andrang

Dienstag, 15.12.2020, 10:50 Uhr
Der erneute Corona-Lockdown trifft den Einzelhandel mitten im Weihnachtsgeschäft.
Der erneute Corona-Lockdown trifft den Einzelhandel mitten im Weihnachtsgeschäft. Foto: Joachim Edler

Von diesem Mittwoch an wird das Leben in Deutschland erneut drastisch runtergefahren. Der Einzelhandel muss mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf schließen. Vorerst gilt der Lockdown bis zum 10. Januar – eine mögliche Verlängerung der Maßnahmen wird aber nicht ausgeschlossen.

Freitags kündigte sich der Lockdown bereits an, sodass viele Geschäfte der Warendorfer Innenstadt ihre Öffnungszeiten verlängerten, um den Besucherstrom zu entzerren. Der richtige Schritt, wie Christoph Berger berichtet. „Im Modehaus hatten wir fast die Besucherzahl aus dem Vorjahr erreicht, allerdings bei einer Ausweitung der Öffnungszeit um 50 Prozent. Das hat sicherlich auch dazu geführt, dass wir unser Limit im Haus nicht erreicht haben und die Ampeln daher durchgängig auf Grün standen.“ Auch für Dienstag erwartet Berger noch eine hohe Anzahl an Käufern und hält die Türen von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Die negative Sicht in den sozialen Medien versteht er nicht: Es gehe nicht darum, Anreize zu bieten um möglichst viele Menschen anzulocken, sondern dem Andrang Herr zu werden.

Auch Friseure trifft es hart. Sie müssen in diesem Lockdown wieder komplett dicht machen. Zu einer Zeit, wo die Stühle schon ohne Corona-Bedingungen doppelt besetzt werden könnten. Das Haarstudio My Look weitet seine Zeiten von 8 bis 20 Uhr aus – trotzdem sind schon alle Termine belegt. Man könnte zwar versuchen, spontan reinzukommen, müsse jedoch mit Wartezeit rechnen. Der Friseursalon Neumann steuerte Samstag bereits gegen und telefonierten die Kunden ab, um möglichst vielen einen Termin zu geben. Montag als Ruhetag fällt da weg. An beiden Tagen steht das Team von 8 bis 22 Uhr im Laden. „Wir versuchen so viele unter Corona-Bedingungen glücklich zu machen wie es geht. Aber wir können es nicht komplett kompensieren“, bedauert Inhaberin Katja Neumann. Nur rund ein Drittel der vergebenen Termine bis Weihnachten können aufgeholt werden.

Heiner Kamp , Geschäftsführer der Interessensgemeinschaft WiWa (Wirtschaft für Warendorf), hofft vor allem auf die Vernunft der Bürger. „Jeder Einzelne muss wissen, ob der Einkauf noch vor Weihnachten notwendig ist oder nicht verschoben werden kann“. Dabei sei der Umsatz für die Einzelhändler zwar wichtig, aber insbesondere müsse die Politik Lösungen aufzeigen. „Die Hilfen von Bund und Ländern müssen kommen und das schnell und unbürokratisch“, betont Kamp.

Dass dieser Appel auf Gehör trifft, scheint jedoch unwahrscheinlich. Die Gastronomen haben derweil nur einen Abschlag der Novemberhilfe erhalten. Aufgrund technischer Probleme sollen die Unternehmer frühestens im Januar mit der Restzahlung rechnen. Die Anträge für die Dezemberhilfe sind noch nicht verfügbar. „Die Lager sind voll, die Verbindlichkeiten bleiben. Es muss trotzdem alles irgendwie bezahlt werden“, macht Kamp deutlich. Womit genau die betroffenen Branchen rechnen können, bleibt jedoch erst mal offen. Sicher ist nur, dass die Schließung mindestens bis zum 10. Januar andauern wird.

 

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