Notfall-Hotline für die Feiertage
Eine Kinderseele sollte nie alleine sein

Sassenberg -

„Die Menschen werden dünnhäutiger“, meint der Diplom-Sozialarbeiter der Stadt Sassenberg, Dirk Ackermann. Die Stadt Sassenberg bietet mit dem Jugendtreff einen geschützten Raum für junge Menschen.

Donnerstag, 24.12.2020, 07:50 Uhr
Dirk Ackermann, Diplom-Sozialarbeiter, hat nicht nur über die Feiertage ein „offenes Ohr“ für Kinder und Jugendliche.
Dirk Ackermann, Diplom-Sozialarbeiter, hat nicht nur über die Feiertage ein „offenes Ohr“ für Kinder und Jugendliche. Foto: Rebekka Lek

Kein Kind sollte zu Hause Angst haben. Dennoch sind viele Menschen aufgrund der Gesamtsituation dieser Corona-Pandemie gereizter als sonst und lassen es an den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft aus.

Der offene Jugendtreff in Sassenberg bietet Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie sich entfalten können. Solche Angebote dürfen aufgrund der derzeitigen Corona-Schutzverordnung nicht in Präsenz angeboten werden. Die Stadt hat sich deshalb für die Feiertage etwas überlegt: Eine Art Notfall-Hotline, bei der sich Betroffene melden können – ein Modell, dass sich bereits im ersten Lockdown bewährt hat. „In Stress-Situationen geht das Gehirn sozusagen auf Bindungssuche und die Person benötigt unbedingt einen Gesprächspartner“, erklärt Dirk Ackermann , Diplom-Sozialarbeiter der Stadt Sassenberg. Er wird über die Feiertage das „offene Ohr“ für Kinder und Jugendliche sein. Der 49-Jährige ist selber Vater von zwei Kindern und berät im Rahmen seiner Tätigkeit Institutionen, um festzustellen ob eine Kindswohlgefährdung vorliegt. „Eine Kinderseele sollte nie alleine sein. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis“, betont der Sozialarbeiter.

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis.

Dirk Ackermann

Im ersten Lockdown gab es wenige Anrufe und der Familienvater hofft, dass auch die Feiertage gut überstanden werden. Gleichzeitig sieht er jedoch die Problematik des jährlichen Weihnachtsstress gepaart mit dem erneuten Lockdown. „Man merkt, dass die Menschen insgesamt dünnhäutiger werden“, beschreibt Ackermann seine Wahrnehmung. Er stellt klar: „Keiner sollte sich scheuen von dem Angebot Gebrauch zu machen.“ Eine Kontaktaufnahme ist sowohl telefonisch unter  01 73 / 52 22 706 wie auch per Mail über ackermann@sassenberg.de möglich.

„Das Schlimmste im Lockdown ist es, den Kontakt zu verlieren. Wir verschwinden quasi im Orbit“, meint Ackermann. Er hofft, dass alleine die Möglichkeit, sich Hilfe zu holen einige Situationen entschärft.

„Ich erinnere mich an die Schulzeit, in der man sechs Stunden einen Spickzettel vorbereitet hat und der während der Klassenarbeit gut verwahrt in der Hosentasche blieb. Manchmal reicht dann vielleicht auch einfach die Nummer in der Hosentasche.“

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