Von Dorfgeschichte bis Naturschutz ist beim Heimatverein alles dabei
Ein Motor für das soziale Leben

Füchtorf -

„Diese Mischung aus Traditionellem und Modernem, das ist unser Erfolgsrezept“, sagt Gregor Krützkamp, Vorsitzender des Heimatvereins Füchtorf. Auf drei eng beschriebenen, wohl strukturierten Seiten hat er für die Bewerbung um den Heimatpreis eine Auswahl dessen zusammengestellt, was der Verein schon für Füchtorf geleistet hat.

Mittwoch, 30.12.2020, 07:05 Uhr aktualisiert: 30.12.2020, 12:44 Uhr
Nicht nur Arbeit, sondern auch viel Spaß im Heimatverein Füchtorf haben Clemens Knappheide und Gregor Krützkamp.
Nicht nur Arbeit, sondern auch viel Spaß im Heimatverein Füchtorf haben Clemens Knappheide und Gregor Krützkamp. Foto: Ulrike von Brevern

Dorfgestaltung und Kultur sind hier ebenso zu finden wie Tourismus und soziales Engagement. „Der Heimatverein sieht sich als Motor für das soziale Leben“, zitiert er aus der Bewerbung, und dieser Motor läuft seit Jahren auf Hochtouren.

Der Verein besteht seit 1954. Früher habe vor allem die Heimatgeschichte im Fokus gestanden, erzählt Krützkamp . „Heute arbeiten wir mehr auch kulturell.“ Ein eigener Dorfentwicklungsausschuss fahndet ehrenamtlich nach Stellen, an denen es im Dorf noch hakt oder wo es noch schöner werden könnte. „In Füchtorf kann man noch gestalten, weil die Struktur danach ist“, hebt der Heimatvereins-Vorsitzende hervor. Besonders die AG Füchtorfer Vereine sei dafür Garant. Denn: Es gibt keine Konkurrenz. Niemand nimmt dem anderen etwas weg“. Viele beneideten das Dorf um die Kraft, die darin steckt, gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten.

In Füchtorf kann man noch gestalten, weil die Struktur danach ist.

Gregor Krützkamp

Was für sie persönlich das Wort Heimat bedeutet? Darauf fällt Krützkamp und seinem Stellvertreter Clemens Knappheide die Antwort sichtlich schwer. „Da wo ich mich in der Ferne nach sehne“, sagt letzterer schließlich. „Da wo ich mich wohl fühle, wo mein Herz dran hängt“, meint Krützkamp. Das Heimathaus – ein altes Backhaus, das die Vereinsmitglieder Stein für Stein am Platz der alten Schule wieder aufbauten – oder der Salzbrunnen, oder die Gestaltung des Tie und der beiden Verkehrskreisel: Wer im Heimatverein aktiv ist, findet überall Stellen, an denen er mit angepackt hat, auch viele kleinere wie das Schwalbenhaus oder den Waldlehrpfad. „Das macht stolz“, bekennt Knappheide.

Ein beschauliches Heimatmuseum mit allem vom Dreschflegel bis zum Waschzuber steht nicht auf der Wunschliste dieses Vereins. „Wenn, dann würden wir Schwerpunkte setzten“, sagt Knappheide, der auch Füchtorfs Fremdenführer ist. Was die Dorfgeschichte angeht, so würde er gerne noch stärker das Potenzial nutzen, das die älteste Dorfbevölkerung bietet. „Da steckt eine enorme Lebenserfahrung! Jetzt haben wir noch einige über 90-Jährige. Ihre Geschichten müssen festgehalten werden.“

Auch um die Dörfler auf der anderen Seite der Altersskala möchte sich der Verein gerne kümmern. Die Grundschüler sind über Vorstandsmitglied und Schulleiterin Marlies Borisch gut angebunden. Aber bei den Jugendlichen sei es schwer. Vielleicht könnten sie helfen, eine Füchtorf-App zu entwickeln, oder es könnte andere punktuelle Projekte geben, um sie in das Gemeinschaftsgefühl einzubeziehen, gibt Krützkamp Überlegungen des Vorstands wieder. Familien anzusprechen klappt schließlich auch.

Das Preisgeld soll übrigens helfen, die in die Jahre gekommenen Wegebänke rund um Füchtorf zu erneuern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7744748?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker