Eventmanager Frank Otte blickt auf ein hartes Jahr
Auftragsbücher bleiben leer

Sassenberg -

Mehrere Standbeine zu haben, war für Eventmanager Frank Otte kluges unternehmerisches handeln. Allmählich hilft nur noch eins: Optimismus.

Dienstag, 05.01.2021, 23:50 Uhr
Eventmanager Frank Otte, der mit seinem Team die Pfarrkirche St. Johannes illuminiert hat, bleibt Optimist
Eventmanager Frank Otte, der mit seinem Team die Pfarrkirche St. Johannes illuminiert hat, bleibt Optimist Foto: Ulrike von Brevern

Auf dem Mühlenplatz sammelten sich seit der Weihnachtswoche bei Einbruch der Dunkelheit immer wieder Menschen mit gezücktem Smartphone, die den Blick fest auf die illuminierte Pfarrkirche hefteten. Nicht nur das Farbspiel faszinierte, sondern auch wechselnde Animationen. Das Geschenk der katholischen Gemeinde an die Öffentlichkeit kam gut an.

„Es ist wichtig, dass man Projekte hatte, mit denen man sich kopfmäßig beschäftigen kann“, ist auch Eventmanager Frank Otte dankbar, der mit seinem Team für die technische Realisation gesorgt hat. Wie die ganze Branche blickt der Wahl-Sassenberger coronabedingt auf ein desaströses Jahr zurück. Und auch von 2021 erwartet er kaum mehr.

Damit der Kopf mal wieder etwas zu tun hat

Seit mehr als 25 Jahren führt er sein Unternehmen durch alle Höhen und Tiefen - und Tiefen hat es auch vor Corona schon gegeben, gibt er offen zu. Doch dieses Mal fühlt sich anders an: „Wenn mein Unternehmen jetzt an die Wand fährt, liegt es ja nicht daran, dass ich mich verzockt hätte!“ Schließlich hat Otte den Betrieb bewusst breit aufgestellt: „So, dass wir nicht umfallen, wenn ein Bein wegbricht“, sagt er. Schützenfeste, Firmenevents und seine originellen mobilen Almhütten sind Hauptstandbeine. Als jüngstes Element ist der eigene Gastrobereich hinzu gekommen, und der hat zumindest etwas Geld in die Kasse gespült.

Die haben sich etwas anderes gesucht.

Otte über den Verlust von Minijobbern

„Es war schon ein Schock, als Ende März 100 Prozent der Aufträge abgesagt waren“, erinnert sich der Eventmanager. Als erstes mussten die laufenden Kosten, die üblicherweise in fünfstelliger Höhe anfallen, so weit als möglich gedrückt werden. Dass nach dem Lockdown die Aufträge nicht wieder kamen, dafür hat Otte Verständnis. Welches Unternehmen will schon mit einem Firmenevent einen Corona-Hostpot riskieren?

Der Umbau der gerade Ende 2019 erstandenen Gaststätte „Auf Blombergs Höhen“ in Bad Laer hielt den Sassenberger und sein Team zunächst beschäftigt. Ab Sommer kamen die festangestellten Kräfte zudem mit dem Start des Restaurants aus der Kurzarbeit heraus, freut sich der Chef, der selbst seit Monaten auf sein Geschäftsführergehalt verzichtet. Der Betrieb sei gut angelaufen, sagt er zufrieden: „Aber das Restaurant war nie dafür gedacht, das ganze Unternehmen zu tragen.“

Die letzte Säule fürs Unternehmen

Neben dem Finanziellen macht ihm im Rückblick aufs Jahr auch der Verlust von Saisonkräften und Minijobbern Sorgen: „Die haben sich etwas anderes gesucht. Es könnte schwer sein, den Stamm, den wir uns erarbeitet haben, wieder zurück zubekommen.“

Aber zunächst ist das Auftragsbuch für den normal festverbuchten Januar genauso leer wie es im eigentlich umsatzstärksten Monat Dezember war. Dafür muss Otte irgendwann die Hilfskredite abbezahlen, die er aufgenommen hat, um den laufenden Betrieb abzusichern. „Seien wir ehrlich: Schützenfeste wird es dieses Jahr nicht geben“, ist er überzeugt. Vielleicht wieder das eine oder andere Event ab Herbst. Grund zur Klage gäbe es genug, doch so ist Otte nicht. „Wäre ich nicht sehr optimistisch, dürfte ich nicht selbstständig sein“, sagt er lachend.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7752780?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker