Neue Bühne liegt in weiter Ferne
Halbzeit beim Crowdfunding

Sassenberg -

Es ist eine neue Art um Unterstützung zu werben. Die Laienspielschar Sassenberg nutzt die Crowdfunding Plattform der heimischen Volksbank. Das Ziel ist groß – es geht um 13 000 Euro.

Donnerstag, 07.01.2021, 18:30 Uhr
Die Laienspielschar Sassenberg wirbt auf der Crowdfunding-Plattform gut gelaunt für ihr handfestes Projekt.
Die Laienspielschar Sassenberg wirbt auf der Crowdfunding-Plattform gut gelaunt für ihr handfestes Projekt. Foto: Laienspielschar

Schritt für Schritt geht es voran, doch die angestrebte neue, mobile Bühne liegt für die Laienspielschar Sassenberg zur Zeit finanziell noch in weiter Ferne. 3802 Euro von angestrebten 13 000 Euro stehen nach der Hälfte der veranschlagten Zeit auf dem innovativen Crowdfunding-Konto des Vereins.

Seit Dezember beschreitet der Traditionsverein wie berichtet den noch ungewöhnlichen Finanzierungsweg um sich die Bühne zu finanzieren. Als gerade einmal zweites Projekt ging er auf einer neu eingerichteten Crowdfunding-Plattform der Volksbank online. Unter dem Titel „Viele schaffen mehr“ testet die heimische Genossenschaftsbank hier zur Zeit die Möglichkeit, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen in ihrem Einzugsgebiet per Internet bei der Projektfinanzierung zu helfen, berichtet Benjamin Havermann, zuständiger Projektbegleiter der Volksbank.

Wir freuen uns über jeden auch noch so kleinen Beitrag.

Ludger Voss

Bei den beiden anderen Projekten, die auf der Plattform derzeit vertreten sind, dem Spielverein Neubeckum, der sein Vereinsheim renovieren möchte, und der Hospizbewegung im Kreis Warendorf, die ein Auto für ihre Mitarbeiter anschaffen will, geht das Spendenbarometer schneller in die Höhe als bei der Laienspielschar. Auf den zweiten Blick lässt sich allerdings auch feststellen, dass sich die Zahl der Unterstützer zeitweise nur wenig unterscheidet, so dass möglicherweise in Sassenberg einfach Großspenden fehlen.

Allerdings hatte die Laienspielschar auch gerade kleine Spender hervorlocken wollen. „Wir freuen uns über jeden auch noch so kleinen Betrag“, sagte Laienspielerin Sandra Hartmann, als Anfang Dezember der Startschuss fiel. Und die Anregung ihres Vereinskollegen Ludger Voss lautet: „Spenden Sie, was Sie sonst für eine Eintrittskarte ausgegeben hätten“.

Für ihren Pioniergeist wird die Laienspielschar auf jeden Fall belohnt. Selbst wenn sie ihr hochgestecktes Spendenziel nicht erreicht, wird sie alle eingegangenen Spenden auf ihr Konto überwiesen bekommen. Für Vereine, die sich ab diesem Jahr beteiligen wollen, ändern sich die Bedingungen, erklärt Volksbank-Vertreter Havermann. Wird das angestrebte Crowd-funding nicht erreicht, erhalten die Spender ihr Geld zurück.

Umso wichtiger sei es, die Zielgruppe, Werbung bei der eigenen Klientel und Höhe des Spendenziels abzuwägen. Insgesamt kann Havermann mit beruhigenden bundesweiten Erfahrungen seiner Bank aufwarten: „80 Prozent der Crowdfundingprojekte erreichen ihr Ziel.“

Voss wirkt mit Blick auf das eigene Projekt etwas weniger optimistisch. „Bei der Hälfte bin ich schon zufrieden“, sagt er bescheiden. Das Überweisen auf der Online-Plattform sei allerdings ganz einfach und funktioniere mit jedem beliebigen Konto. Einzig: Der Spender muss sich vorher mit einer Internetadresse und selbstgewähltem Passwort einloggen.

Auf der Plattform informiert die Laienspielschar ausführlich über ihr Projekt und begründet, warum sie die neue Bühne brauche. Alle, die sich am Crowdfunding beteiligt haben, sind auf einer Unterseite namentlich genannt. Wer das nicht möchte, könne im Verlauf des Überweisungsprozesses ein Häkchen bei „anonym spenden“ setzen, berichtet Voss.

Das Crowdfunding habe schon einiges bewegt, beobachtet er. Aus Clarholz sei der Gruppe sogar eine Bühne angeboten worden: „Die war aber zu alt und zu klein.“ Die Laienspielschar hat sich verpflichtet, Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen einzuhalten.

Das Crowdfundig läuft noch gut 30 Tage. Zeit genug, um das finanzielle Ziel doch noch zu erreichen, macht Volksbankdirektor Hermann Schimweg Mut. Knapp fünfzig Menschen haben bislang gespendet, im Vergleich zu den hunderten begeisterter Zuschauer pro Saison sieht er noch viel Potential.

Inhaltlich hat Voss an der Umsetzung des Projekts überhaupt keinen Zweifel: „Wir wollen die Bühne im Sommer anschaffen und auch aufbauen.“ Ob die Laienspieler dieses Jahr auf der Neuerwerbung auftreten werde, sei dagegen leider vollkommen offen, bekennt er. „Beim Proben kommt man sich doch ziemlich nahe, da steht hinter der kommenden Saison ein großes Fragezeichen.“

 

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