2021 bringt finanziell verschiedene Großprojekte
Stadtjubiläum in Gefahr

Sassenberg -

Bürgermeister Josef Uphoff blickt im WN-Gespräch auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. Eventveranstaltungen sind aus seiner Sicht frühestens Endes des Jahres möglich.

Freitag, 08.01.2021, 18:30 Uhr
Bürgermeister Josef Uphoff blickt auf die Themen des neuen Jahres.
Bürgermeister Josef Uphoff blickt auf die Themen des neuen Jahres. Foto: Ulrike von Brevern

Das gesellschaftliche Leben in der Stadt steht still, der Neujahrsempfang , bei dem Pläne und Ideen für das junge Jahr ausgetauscht werden können, fällt der Pandemie zum Opfer. Derweil sitzt die Verwaltung noch immer an der Aufstellung des Haushalts 2021, der die Vorhaben für das laufende Jahr in Zahlen gießen wird. Coronabedingt kann er erst Anfang Februar zur Diskussion eingebracht werden. Dennoch blickt Bürgermeister Josef Uphoff im Gespräch mit unserer Zeitung schon einmal auf bestimmende Themen für das angelaufene Jahr. Zum Beispiel stehe die Feier zum 900-jährigen Bestehen der Stadt in diesem Jahr zur Disposition.

„Es war der ausdrückliche Wunsch des Rates zusammen mit der Bürgerschaft ein solches Stadtjubiläum zu feiern“, erinnert Uphoff, hält aber angesichts der Pandemie daran fest, dass Eventveranstaltungen frühestens Ende des Jahres denkbar sind. Der Rat müsse bald entscheiden, ob er angesichts der großen Unsicherheiten, weiter vorbereiten oder aussteigen wolle. „Ich sehe, dass wir diese Frage spätestens im ersten Quartal beantworten müssen. Das ist mehr als unglücklich.“ Dabei seien auch Planungskosten und die Motivation derer, die oft im Ehrenamt an der Vorbereitung beteiligt seien, zu berücksichtigen.

Die Lage des Ehrenamts bereitet Uphoff ohnehin Sorgen. Vereinsvorstände seien hochmotiviert geblieben. „Sie machen sich aber zunehmend Sorgen, ob diejenigen, die als Mitglieder oder Gäste die Vereinsangebote genutzt haben, dies eines Tages wieder tun werden. Vielleicht hat der Mensch sich umorientiert.“ Bewirke die Pandemie eine Individualisierung könne das den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Gefahr bringen.

Es ist eine gute Frage, ob wir nach der Pandemie irgendwann zu alten Gewohnheiten zurückkommen.

Josef Uphoff

Die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gemeinschaft müsse nicht nur gewürdigt, sondern tatsächlich wahrgenommen werden, betonte der Bürgermeister. Beispiel Weihnachtsbeleuchtung: Die Bürger hätten sich auf das Engagement des Gewerbevereins verlassen. Erst als es ausfiel, kam Kritik am ernüchternden Ergebnis.

„Es ist eine gute Frage, ob wir nach der Pandemie irgendwann zu alten Gewohnheiten zurückkommen. Oder müssen wir städtisch (als Steuerzahler) erkennen, wir haben zu viel Ehrenamtliches als selbstverständlich angenommen? Was müssen wir als Kommune in die eigenen Hände nehmen und damit im Zweifel auch bezahlen?“

In diesem Jahr gilt es zunächst jedoch viel Handfesteres zu bezahlen. Der Drostengarten, die Sanierung des Freibads und der Sportstätten im Brook inklusive Kunstrasenplatz sowie die neu geplante Kita im Baugebiet nördlich des Steinkamp sind vier finanzielle Schwergewichte, die Rat und Verwaltung im laufenden Jahr beschäftigen werden und entsprechend gerade in den Haushalt eingearbeitet werden.

Die Kita sei bereits finanziell abgesichert, berichtet Uphoff, hier muss noch abschließend über die Baugestaltung entschieden und Planungsrechtliches erledigt werden. Baubeginn? „Realistischerweise nicht vor September oder Oktober“, so der Bürgermeister.

Beim Freibad dagegen fehlen noch Grundsatzentscheidungen der Politik. Drei Planvorschläge liegen auf dem Tisch. Mit welcher Summe sich das Projekt im Haushalt wiederfinden wird? „Der Bürgermeister grübelt noch“, entgegnet Uphoff. Über das Sportstättenkonzept im Brook muss die Verwaltung zunächst noch Gespräche mit dem VfL führen. Abhängig davon sei auch, wie sich das bereits länger diskutierte Thema Kunstrasenplatz entwickelt. „Der Haushaltsansatz kann letztendlich nur ein Platzhalter sein“, kommentiert Uphoff das Problem.

Auch das Thema Drostengarten bringt ihn noch etwas ins Schwitzen: „Der Drostengarten wird sich irgendwie im Haushalt wiederfinden müssen, um erste Schritte gehen zu können“, erläutert der Bürgermeister, „wie die dann aussehen werden, ist für mich aber auch noch eine Black Box.“ Die Stimmungslage bei den politisch Verantwortlichen ist noch recht offen.

Erneute Beratungen wird es um die Gestaltung des Vorplatzes der Johannesschule geben. Die Baumaßnahme war im März gestoppt worden, nachdem Voruntersuchungen ergaben, dass der Haushaltsansatz um rund die Hälfte überschritten werden müsse. Auch der Umbau der alten Füchtorfer Turnhalle zum Dorfgemeinschaftshaus wird sich wiederfinden, allerdings ist der Ansatz in diesem Fall eher unproblematisch, denn der politische Wille ist erklärt. „Insgesamt ist das für die schulische und die sportliche Versorgung in Füchtorf ein echter Quantensprung“, freut sich Uphoff.

Im Rückblick lenkt Uphoff noch einmal den Blick auf städtische Projekte, die im Trubel des vergangenen Jahres vergleichsweise wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hätten. Der Anbau an der Nikolausschule für die Übermittagsbetreuung etwa oder die Sanierung der Wege auf dem alten Friedhof, durch die „wieder eine richtig schöne Struktur entstanden“ sei. Und schließlich stand der Steuerzahler auch für die Gestaltung des Wirtschaftsweges zwischen B 476 und Breslauer Straße gerade. „Ein kleiner Straßenabschnitt, der ganz viel bringt“, urteilt Uphoff, nutzen ihn doch sowohl Spaziergänger als auch Anwohner des Baugebiets „Sassenberg-Ost“.

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