Besuchseinschränkungen gelten noch weiter
Das Altenheim ist durchgeimpft

Sassenberg -

Der gesamte Freitag stand im Altenzentrum St. Josef im Zeichen einer Impfaktion gegen das Corona-Virus, das Bewohnern und Mitarbeitern in den vergangenen Monaten gleichermaßen zu schaffen gemacht hatte.

Sonntag, 10.01.2021, 16:10 Uhr
Altenheimleiter Werner Fusenig (hinten) erwartet die Impfung durch Matthias Habighorst, dessen Helferin Anne Knubel sich um den Papierkram kümmert. Pflegedienstleiterin Helga Lütge Twehues (kleines Foto) ist froh, dass es endlich losgeht mit der Immunisierung.
Altenheimleiter Werner Fusenig (hinten) erwartet die Impfung durch Matthias Habighorst, dessen Helferin Anne Knubel sich um den Papierkram kümmert. Pflegedienstleiterin Helga Lütge Twehues (kleines Foto) ist froh, dass es endlich losgeht mit der Immunisierung. Foto: Ulrike von Brevern

„Ja, ich bin froh darüber, dass ich jetzt geimpft bin! Das hier ist der Weg in eine bessere Zukunft für uns!“ Helga Lütke Twehues, Pflegedienstleitung des Altenzentrums St. Josef, strahlt aus ganzem Herzen, auch wenn ihr Gesicht zur Hälfte hinter der FFP2-Maske verschwindet. Die vergangenen Monate der Pandemie seien für Mitarbeiter wie Bewohner des Hauses gleichermaßen anstrengend gewesen. Jetzt erhielten sie die erste Impfung.

Der ganze Freitag stand im Zeichen der Impfaktion. Bereits am Vormittag war das Kühlfahrzeug mit den Impfdosen auf den Hof gerollt, erzählt Altenheimleiter Werner Fusenig . Zweimal kam die Polizei vorbei, um sich nach der reibungslosen Übergabe zu erkundigen. Am Nachmittag rückte dann das Impfteam aus heimischen Ärzten und Praxishelferinnen an.

Probleme hätten sich bei der Aktion nicht ergeben, zieht Matthias Habighorst als leitender Impfarzt Bilanz. Gemeinsam mit den Berufskolleginnen Dr. Britta Houben und Dr. Jessika Lubitz impfte er zunächst die Mitarbeiter. Dafür waren in der Kapelle und im Veranstaltungsraum drei getrennte Impfstraßen entstanden. Die Bewohner erhielten die Spritze anschließend jeweils in ihren eigenen Zimmern.

Alle Bewohner und 95 Prozent der impffähigen Mitarbeiter hätten sich zur Immunisierung entschlossen, hielt Fusenig zufrieden fest, der gleich als zweiter Impfling mit gutem Beispiel voran ging. Bedenken habe es kaum gegeben.

Der Impfstoff sei in Kühlschranktemperatur angeliefert worden und habe bis zur Impfung Körpertemperatur erreicht, erläuterte Habighorst. Im Durchschnitt müssten die Mitarbeiterinnen aus jeweils zwei gelieferten Impfeinheiten elf Impfdosen herstellen, also etwas mehr als fünf pro Einheit.

Für Fusenig bedeutete die Impfaktion einen langen Tag. Der organisatorische Aufwand sei nicht zu unterschätzen. Schon deshalb ist er froh, das die Aktion gleich auf Anhieb geklappt hat. Den Termin habe er zwar bereits Ende des Jahres abgestimmt, aber bis zuletzt darum gezittert. Ein Infektionsfall hätte die ganze Planung zunichte gemacht.

Beständige Tests, Einschränkung des Besuchsverkehrs und dennoch die beständige Sorge, irgendwann doch eine Infektion ins Haus zu bekommen, das alles hat in den letzten Monaten an den Nerven der Mitarbeiter gezerrt, bekennt Lüdke Twehues: „Man hat manch schlaflose Nacht gehabt“.

Vorbei ist die Zeit der Einschränkungen mit der Impfaktion allerdings noch nicht, bedauert sie. Zunächst muss die zweite Impfung abgewartet werden.

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