Bauhof nimmt ausgediente Weihnachtsbäume an
Osterfeuer oder Häckselgut?

Sassenberg -

Auch in diesem Jahr ist coronabedingt vieles anders. So mussten die Sassenberger ihre Weihnachtsbäume am Samstag selbst auf dem Bauhof entsorgen. Den liebgewonnenen Service von Messdienern und Landjugend gab es nicht.

Dienstag, 12.01.2021, 05:05 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 14:49 Uhr
Tannenbaumentsorgung mal anders: (oben v. l.) Thomas und Timo Hügelmeyer, Peter Scholz, Nico Hülsmann und Anita Menke sowie Rose Pamela
Tannenbaumentsorgung mal anders: (oben v. l.) Thomas und Timo Hügelmeyer, Peter Scholz, Nico Hülsmann und Anita Menke sowie Rose Pamela Foto: Marion Bulla

Die Weihnachtszeit ist für viele traditionell nach dem Dreikönigstag vorbei. Dann gilt es, den Baum abschmücken und zu entsorgen. In Sassenberg sind es stets die Messdiener der Gemeinde St. Johannes Evangelist mit Hilfe der Landjugend, die die ausrangierten Weihnachtsbäume gegen eine kleine Spende bei den Bürgern abholen. Doch in diesem Jahr war dies coronabedingt nicht möglich. Stattdessen konnten die Bürger ihre Fichten und Tannen am Samstagvormittag auf dem Gelände am Bauhof ablegen.

Thomas Hügelmeyer nutzte die Gelegenheit wie viele andere auch. Der Sassenberger schmeißt seinen Baum seit Jahren auf den großen zum Osterfeuer aufgehäuften Berg. Doch scheint es mehr als fraglich, ob es in diesem Jahr überhaupt ein solches Feuer gibt. So fuhr Hügelmeyer am Samstag zum Bauhof am Steinbrink. In seinem Autohänger passten sogar gleich zwei Exemplare. Der Baum von Sohn Timo wurde gleich mitentsorgt.

Nico Hülsmann und Anita Menke hatten da schon etwas mehr Probleme beim Transportieren ihrer Nordmanntanne. „Unser Daihatsu ist ja nicht der größte Wagen. Aber mit Biegen und Brechen haben wir den Weihnachtsbaum doch reinquetschen können“, strahlt Menke.

Peter Scholz kam am Samstag ebenso zum Bauhof. „Ich wollte meinen Weihnachtsbaum nicht in die Bio-Tonne stecken und so habe ich mich gefreut, dass ich ihn hierher bringen kann, sagt der Sassenberger und wirft seine 1,70 Meter große Tanne in hohem Bogen auf den schon imposanten Haufen.

Rose Pamela fährt indessen mit ihrem Bulli vor. Dieser verfügt über eine große Schiebetür und bietet reichlich Platz. Andere kamen mit einer Schubkarre vorbei. „Wir wohnen gleich nebenan und da bot es sich geradezu an, die Karre zu nehmen“, erklärt ein Anwohner.

„Ich habe kein Problem mit der Entsorgung- meiner ist bereits abgeschmückt und liegt gut eingepackt im Keller. Er ist nämlich aus Plastik“, schmunzelt eine Dame, die etwas abseits steht. Sie sei alleinstehend und ihr Exemplar schon acht Jahre alt, fügt sie schmunzelnd an.

Am Ende ist der Haufen mit den Nadelbäumen zu einem kleinen Berg angewachsen. Auf die Frage, was jetzt mit den Bäumen passiert, sagt ein Bauhofmitarbeiter: „Erst einmal bleiben die liegen bis kurz vor Ostern. Wenn es die Corona- Lage dann zulässt, werden sie beim Osterfeuer verbrannt. Wenn nicht, dann häckseln wir die.“

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