Statt Industriebrache entsteht ein Baugebiet mit Wäldchen
Gerco-Gelände ist freigeräumt

Sassenberg -

Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Gerco-Gelände sind abgeschlossen. Alle Altlasten wurden fachgerecht entsorgt, nun können die Bauarbeiten beginnen.

Dienstag, 19.01.2021, 09:13 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 14:54 Uhr
Das ehemalige Gerco-Gelände am Hilgenbrink ist nach Anschluss der Abbrucharbeiten nicht wiederzuerkennen. Nicht nur die Gebäude sind verschwunden (kleines Bild), auch die Altlasten.
Das ehemalige Gerco-Gelände am Hilgenbrink ist nach Anschluss der Abbrucharbeiten nicht wiederzuerkennen. Nicht nur die Gebäude sind verschwunden (kleines Bild), auch die Altlasten. Foto: Christopher Irmler, Michèle Waßmann

Im November rückten auf dem Hilgenbrink die Bagger an, um die einstigen Produktionshallen und den Verwaltungstrakt der Firma Gerco abzureißen. Nun haben Fachkräfte der Firma Moß aus Lengerich mit dem Entfernen der Bodenplatte die Abrissarbeiten abgeschlossen. Die jahrzehntelange Versiegelung des einstigen Gewerbeareals ist damit endgültig beendet.

„Man hat sehr sach- und fachgerecht gearbeitet“, lobt Bürgermeister Josef Uphoff . „Für den Abbruch waren rund 180 000 Euro angesetzt. Wir werden im Kostenrahmen bleiben.“ Und auch in Sachen Altlasten gibt Uphoff Entwarnung.

Es seien nochmals Bodenproben genommen und analysiert worden. „Die Altlasten, die gefunden wurden, sind sach- und fachgerecht entsorgt worden.“ Nun könne bedenkenlos in diesem Abschnitt des Hilgenbrinks gebaut werden.

Ursprünglich hatte die Stadt das Areal nahe der Hessel erworben, um dort Geflüchtete unterzubringen. Doch da die Immobilie für diesen Zweck nicht gebraucht wurde, folgte die Frage nach einer zukünftigen Verwendung.

Es dauert seine Zeit. Schließlich war hier vorher ein Gewerbegebiet, nun wird es zum Wohngebiet.

Bürgermeister Josef Uphoff

Auf einem Teil des rund 8000 Quadratmeter großen Areals wird nun Wohnraum entstehen – allerdings nicht ganz soviel wie ursprünglich einmal vorgesehen. Eine Interessengemeinschaft setzte sich im Frühjahr 2019 für die einreihige Bebauung ein. Anstelle von ursprünglich zehn Grundstücken sprachen sie sich für lediglich fünf Häuser mit maximal 1,5 Geschossen aus. Dies füge sich gut in das bereits vorhandene Straßenbild ein und schütze zudem das nahe gelegene Ufer der Hessel. Uphoff verwies damals auf den bestehenden Druck auf dem Wohnungsmarkt und die Vorteile für das Stadtsäckel. Schließlich seien durch weitere Grundstücksverkäufe höhere Einnahmen zu erzielen. Die politisch Verantwortlichen votierten letztendlich für das Ansinnen der Interessengemeinschaft und den in der Folge von Johannes Philipper (FDP) eingebrachten Kompromissvorschlag der einreihigen Bebauung.

Bis auf dem alten Gerco-Gelände Häuser stehen, dauert es noch eine Weile. Zunächst ist unter anderem die Artenschutzprüfung zwei dran. „Es dauert seine Zeit. Schließlich war hier vorher ein Gewerbegebiet, nun wird es zum Wohngebiet.“ Laut Bebauungsplan werden fünf Grundstücke mit jeweils rund 680 Quadratmetern entstehen. Wann das genau sein wird, konnte Uphoff auf WN-Anfrage noch nicht sagen. „Wahrscheinlich“ würden die Grundstücke in der zweiten Jahreshälfte angeboten. Welches Verfahren dafür zum Tragen komme, auch darüber sei noch nicht entschieden. Hat sich die Stadt beim Verkauf ihrer Flächen andernorts am Bodenrichtwert orientiert, wird der Preis der Grundstücke in dem kleinen Baugebiet am HIlgenbrink auf jeden Fall oberhalb des dort geltenden Wertes von 175 Euro liegen. Die Politik sei sich einig gewesen, dass „der Steuerzahler die Entwicklung des Geländes nicht kofinanzieren wird“, erläuterte Uphoff. Auf dem hinteren Teil des Geländes, das nach den Plänen nicht bebaut wird, sollen zudem Bäume gepflanzt werden. „Das ist doch eine schöne Lösung“, freut sich der Bürgermeister: Eine Indu­striebrache ist weg und an die Stelle setzen wir nicht nur Wohnraum sondern auch noch einen Wald.“

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