Füchtorfer Verein bekommt eigene Chronik zum 125-Jährigen
120 Seiten voller Musik und Historie

Füchtorf -

Sandra Niemerg, selbst Musikerin und Vorstandsmitglied, trug historische Dokumente zusammen und suchte im gesamten Dorf nach Quellen. Entstanden ist eine ebenso spannende wie informative Chronik des Musikvereins.

Dienstag, 26.01.2021, 06:04 Uhr aktualisiert: 26.01.2021, 12:58 Uhr
Sandra Niemerg übergibt die Chronik an den Vorsitzenden
Sandra Niemerg übergibt die Chronik an den Vorsitzenden Foto: Christopher Irmler

In diesem Jahr feiert der Musikverein ein besonderes Jubiläum. 1896 im Kaiserreich gegründet, besteht er nun seit mittlerweile 125 Jahren. Zwar erschienen zum 75-jährigen Bestehen (1971) und zum 100. „Geburtstag“ (1996) Festschriften, doch fehlte eine eigene Vereinschronik. Doch diese Zeiten sind dank Sandra Niemerg vorbei. Niemerg, selbst Musikerin und Vorstandsmitglied, trug historische Dokumente zusammen und suchte im gesamten Dorf nach Quellen.

„Es war viel Arbeit, aber es macht eben auch viel Freude, am Ende diese Chronik zu sehen“, blickt sie nun zurück. Anfang November 2019 hatte sie ihre Arbeit begonnen, im November 2020 war das 120 Seiten starke Werk vollendet. Sie kontaktierte den Bürgerschützenverein, die Kameradschaft ehemaliger Soldaten, fuhr ins Warendorfer Kreisarchiv, machte zahlreiche Hausbesuche und sprach mit langjährigen Aktiven wie Josef Lienker, Norbert Rüter oder Ludger Wöstmann.

„Die Zusammenarbeit funktioniert einfach gut“, ist Niemerg dankbar für die große Unterstützung. Ihr besonderer Dank gilt dem Cousin ihres Vaters Heinrich Papenbrock und dessen Ehefrau Marianne. „Ohne die beiden würde unsere Chronik nicht so aussehen.“ Schließlich übersetzten die Eheleute bereitwillig die in Sütterlin-Schrift vorliegenden Dokumente.

Im Rahmen ihrer Recherche stieß Sandra Niemerg auch auf Fundstücke aus der eigenen Familiengeschichte. Im Jahr 1932 etwa spielte der Musikverein auf der Hochzeit ihrer Großeltern. „Ich habe eine Menge über meine eigene Familie gelernt.“

Die Festschriften zu vorherigen Jubiläen hätten sie inspiriert und seien hilfreich gewesen. Nur habe es eben noch keine Chronik gegeben. „Ich habe das für die Nachwelt gemacht. Natürlich können unsere Mitglieder die Chronik einsehen“, betont Niemerg, die allerdings die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bedauert. „Ich hätte sie gerne im Rahmen einer Probe übergeben.“

Und wo soll die Chronik in Zukunft aufbewahrt werden? Der Musikvereins-„Vize“ Matthias Visang hat da eine ganz besondere Idee. „Es wäre doch schön, um diese Chronik herum einen Probenraum zu bauen“, verweist er augenzwinkernd auf die Baumaßnahmen im Dorfgemeinschaftshaus. „Es war wirklich viel geplant, was so nun nicht stattfinden kann. An gemeinsame Proben ist derzeit auch nicht zu denken“, bedauert der Vorsitzende Jan Böckenholt.

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