Zweiter Teil der Serie Jubiläum des Musikvereins Füchtorf
Zu „Tanzlustbarkeiten“ aufgespielt

Füchtorf -

Im zweiten Teil der Musikvereinserie ist von „Tanzlustbarkeiten“ ebenso die Rede wie von Dirigenten- Wechseln und der Nachwuchsförderung.

Dienstag, 09.02.2021, 06:02 Uhr aktualisiert: 10.02.2021, 11:18 Uhr
1959 wurde beim hiesigen Schneider Torbeck grüner Stoff gekauft und Jacken und Mützen maßgeschneidert. Die Uniform, wie die Musiker sie heute noch tragen
1959 wurde beim hiesigen Schneider Torbeck grüner Stoff gekauft und Jacken und Mützen maßgeschneidert. Die Uniform, wie die Musiker sie heute noch tragen Foto: Musikverein

Einen Einblick in die spannende 125-jährige Geschichte des Füchtorfer Musikvereins gewährt unsere Zeitung in einer kleinen Serie. Teil 2 startet nach dem Zweiten Weltkrieg und berichtet bis in die 70er Jahre.

1947 bis 1951 – Der Wiederanfang nach dem Zweiten Weltkrieg: Bereits 1947 trafen sich Mitglieder und „neue“ Musikinteressierte, um den Verein zu reaktivieren. Mit dabei waren unter anderem: A. Heuer, A. Rüter, C. Rüter, J. Beermann, J. Spiering, B. Böckenholt, J. Heuer, H. Kipp, A. Teepe, G. Schlingmann und W. Heuer. Es wurde wöchentlich geprobt und gelegentlich öffentlich gespielt.

Ab 1950 wurde wieder ein Kontobuch geführt. Bei den Einnahmen lauten die ersten Einträge: „Gemeinde 200 und Feuerwehr 80 DM“. Mit diesem Startkapital konnte der Verein arbeiten.

1951 gab Anton Heuer seinen Dirigentenstab in jüngere Hände. Eduard Zydek – ehemaliger Militärmusiker - wurde neuer Kapellmeister und erstmals mussten Übungsstunden bezahlt werden.

Die 1950er Wirtschaftswunderjahre: Ganz Deutschland blühte auf, so auch Füchtorf und der Musikverein. Auftritte gab es wieder bei vielen Veranstaltungen im Dorf. Für 1952/53 sind notiert: Schützenfest, Markttag, Winterfest, Kolpingfest, Landjugend, Sport- und Sängerfest. Natürlich wurde auch wieder zu kirchlichen Anlässen gespielt. Der Musikverein selbst organisierte sogenannte „Tanzlustbarkeiten“. Laut den Genehmigungen 1953 am 3. Mai als Tanzabend und am 31. Dezember als Silvesterparty. Ein Jahr später gab Anton Heuer im Alter von mittlerweile 80 Jahren sein Instrument und auch den Vorsitz ab. Josef Pohlschmidt übernahm das Amt, Heuer wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Im Jahr 1956 führte Eduard Zydek den Musikverein mit (militärischer) Strenge. Aber mit der zunehmenden Veränderung des Alltagslebens gingen die meisten Mitglieder und auch die jungen neuen Leute hiermit nicht mehr konform. Daher suchte sich der Musikverein einen neuen Kapellmeister und fand ihn in Erich Breiter. Der Berufsmusiker verbesserte weiter die musikalische Qualität des Vereines. Die „Füchtorfer“ waren im Dorf und in den Nachbarorten gerne gesehen und gehört. So spielte der Musikverein mehrmals im Jahr auch „auswärts“. Laut den Aufzeichnungen in Hoetmar, Telgte, Warendorf, Laer, Rengering und Hardensetten. 1957 kaufte der Verein gleich drei Instrumente – eine Tuba, ein Tenorhorn und eine Trompete --für fast 1000 DM. In dieser Zeit übernahm dann Albert Pohlschmidt das Amt des Vorsitzenden von seinem Bruder Josef.

Die 1960er Jahre: Anfang des neuen Jahrzehnts trauerte der Musikverein um seinen Ehrenvorsitzenden Anton Heuer, der am 12. September 1962 im Alter von 88 Jahren starb. Selbstverständlich nahm die Kapelle geschlossen an der Beerdigung teil und erwies ihm – auch musikalisch - die letzte Ehre.

Erstmals wurde 1963 das Kreisehrengardentreffen in Füchtorf ausgerichtet, denn die Ehrengarde des BSV gewann die Wanderstandarte ein Jahr zuvor in Sassenberg. Der Musikverein spielte damals auf dem Treffen und ist bis heute hin und wieder musikalisch auf der Traditionsveranstaltung zu hören. Weiterhin ist belegt, dass der Musikverein zu dieser Zeit auf dem Oktoberfest in Künsebeck spielte. Bei Eggert wurde für die Fahrt sogar extra ein Bus bestellt.

1967 wurde erstmals mit Willi Jansen, Werner Laumann und Manfred Pohlschmidt eine Jugend-Nachwuchsgruppe gebildet. Vor der „normalen“ Probe ist Erich Breiter zu „seinen Jungs“ gefahren und im Wohnzimmer wurde geübt. Auch als der Taktstock 1969 an Heinrich Bußmeyer überging, wurde Anfang der 70er Jahre eine neue Gruppe gebildet, die dann später in den Musikzug integriert wurde.

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