Video zeigt Szenen aus 40 Jahren Füchtorfer Karneval
Bürgermeister Budde am Marterpfahl

Füchtorf -

Die Füchtorfer Narren lassen sich auch durch Corona nicht die gute Laune verderben. Seit Samstag ist ein 90-minütiges Video auf der Homepage zu sehen, das einen Rückblick auf die vergangenen Feste zeigt.

Dienstag, 16.02.2021, 08:28 Uhr aktualisiert: 16.02.2021, 08:30 Uhr
Robert Budde führt als Sitzungspräsident durch das Programm der vergangenen 33 Jahre.
Robert Budde führt als Sitzungspräsident durch das Programm der vergangenen 33 Jahre. Foto: Christopher Irmler

Statt Rathaussturm, bunter Karnevalswagen, Kamelle und Heiterkeit vor dem gefürchteten Aschermittwoch geht es in diesem Jahr für die Jecken wesentlich ruhiger zu. Doch das ist für die Aktiven des Füchtorfer Karnevals kein Grund, gänzlich auf die „tollen Tage“ zu verzichten. Stolze 140 Stunden närrisches Videomaterial wurden gesichtet und zu einer sehr gelungenen karnevalistischen Zeitreise zusammengefügt. Am Samstagabend um 19.33 Uhr feierte das 90-minütige Werk auf der Homepage des Vereins Premiere .

„Wir freuen uns trotz der Umstände hier zu sitzen und euch begrüßen zu können. Wir würden natürlich viel, viel lieber auf der großen Bühne sitzen“, bekannte Prinz Tim I., der mit Prinzessin Denise in die Verlängerung geht. Wie sich deren Nachfolge fühlt, dürfte sich ein Ex-Prinz gut vorstellen können: Helmut I. kam zu Wort, der seinerseits lange auf das Narrenzepter warten musste. Er sollte im Jahr 1991 Prinz werden, die Feierlichkeiten wurden jedoch aufgrund des Golfkriegs abgesagt. Erst 1992 endete „das Jahr auf der Wartebank“.

Das Schönste am Karneval ist, dass wir eine große Familie sind.

Klaus Hölscher

Sitzungspräsident Robert Budde wies seinerseits auf die besondere Situation hin. „Wir hätten gern anders mit euch gefeiert, aber es geht nun mal nicht.“ Es folgten zunächst einige Highlights aus der letztjährigen Session – mit Auftritten von „Don Promillo“ oder dem umjubelten Einzug des neuen Prinzenpaars. Danach standen die närrischen Jubilare im Fokus: Die Feierlichkeiten vor elf, 22 und 33 Jahren. Während die Aufnahmen der Auftritte von „Mixed Emotions“, „Kunst und Koh“ oder „Hans Hermann Füchtrop“ gezeigt wurden, wurde der damalige Prinz Helmut II. eingeblendet, der gern zurückblickte. Zugleich hatte Helmut II. eine wichtige Rolle im Saalkarneval des Jahres 1988 übernommen: 22 Jahre vor seiner eigenen PriPro war er der Haupttänzer der Schwanensee-Aufführung. In besagtem Jahr 1988 bestimmte der Bau der Umgehungsstraße die Kommunalpolitik. Füchtorfs Original „Hasi“ Rothaus wurde als „Gondel Hasi“ mit der sicheren Verbindung von Dorfkern und dem Arbeitsplatz des Prinzen Pico, der Firma Stockmeyer, beauftragt.

Dass es einst ruppiger zuging, machte Robert Budde augenzwinkernd mit Blick auf einen Auftritt des Jahres 1987 deutlich: Sassenbergs Bürgermeister August Budde fand sich gefesselt am Marterpfahl auf der Bühne wieder.

Nicht fehlen durfte der Blick auf die erste gemeinsame PriPro der Füchtorfer Vereine im Jahr 1981. Josef Lütke Wienker hatte die Idee, alle Vereine zusammenzubringen. Jeder Verein sollte ein Elferratsmitglied stellen. Bis heute gebe es kein Sessions-Motto, im Spargeldorf feiere man stets „Füchtorf Helau“, so Ehren-Präsident Klaus Hölscher. „Das Schönste am Karneval ist, dass wir eine große Familie sind.“ Man sei stolz, stets in Eigenregie ein Programm auf die Beine zu stellen, ohne Gäste „von auswärts“ bezahlen zu müssen. Zum Abschluss riefen die Jecken die Regentschaft von Prinz Walter I. im Jahr 1999 in Erinnerung. Untermalt von Jürgen Drews‘ Hit „Irgendwann, irgendwo, irgendwie“ verabschiedete sich der KFV von seinem (Internet-)Publikum – in der Hoffnung auf „richtige“, stimmungsvolle gemeinsame Sitzungen. Das Video steht zum Nachsehen auf Youtube.

 

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