Arbeitsgemeinschaft Füchtorfer Vereine bringt neue Traditionen
Frauen starteten in den Achtzigern

Füchtorf -

Im dritten Teil der Serie rund um den Füchtorfer Musikverein geht es um die Ereignisse in den 70er und 80er Jahren.

Freitag, 19.02.2021, 08:51 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 14:53 Uhr
Beim Musikfest zum 75-jährigen Jubiläum überraschte
Beim Musikfest zum 75-jährigen Jubiläum überraschte Foto: Musikverein

Einen Einblick in die spannende Geschichte des Füchtorfer Musikvereins gewährt unsere Zeitung in einer kleinen Serie. Teil drei behandelt die siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

1971: Die erste Jubiläumsfeier: Endlich. Nachdem das 25- und 50-jährige Bestehen auf Grund der Weltkriege nicht gefeiert werden konnten, stand 1971 den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 75. Geburtstag nichts mehr im Wege. Schnell wurden sich die Mitglieder einig - ein Fest für alle sollte es werden und so wurde gefeiert: Am Samstag, 21. August begann das Programm mit Kranzniederlegung, Fackelzug durchs Dorf und anschließend Heimatabend. Am Sonntag, ging es dann den ganzen Tag weiter: 5 Uhr Weckruf, 10 Uhr Hochamt, ab 13.30 Uhr Eintreffen der Gastvereine, Umzug zum Schloss Harkotten, dort Musik und Unterhaltung, ab 19.30 Uhr großer Festball.

Die 1970er Jahre: Grundstein für viele neue Traditionen: Der Schützenverein Sudendorf-Schierloh engagierte den Musikverein erstmals 1973 und die Füchtorfer Musiker spielten vom Marsch über Polka bis zum Walzer, alles was das Repertoire hergab. Die Schützenvereine aus Versmold und Meckelwege folgten zeitlich versetzt. Der Musikverein sagte beiden Vereinen ebenfalls gerne zu.

1975 wurde die Arbeitsgemeinschaft Füchtorfer Vereine gegründet. Als erstes wurde die Kirmes umstrukturiert und durch den Erfolg inspiriert weitere Veranstaltungen ins Leben gerufen. „Zum ersten Mal war von der Arbeitsgemeinschaft Füchtorfer Vereine zum Martinsumzug aufgerufen worden. 1 400 Kinder folgten Ross und Reiter. Wie in vielen anderen Orten auch, war die Musikkapelle mit dabei“, berichteten die Zeitungen am 13. November 1975.

Ein Jahr später feierte man gemeinsam das Pfarrfest. Jeder Verein der Arbeitsgemeinschaft übernahm eine Attraktion. Der Musikverein begeisterte mit einem Platzkonzert. Der Karneval Füchtorfer Vereine entwickelte sich aus ersten Feier, die Mitte der 70er Jahre entstanden. Aus der Kirmes wurde der Spargelfrühling, alle Veranstaltungen, auch die drei Schützenfeste, füllen noch heute den Terminkalender des Musikvereins.

Ende der 1970er Jahre übernahm Manfred Pohlschmidt das Amt des Vorsitzenden und Walter Schulin den Dirigentenstab. Schulin konnte 1979 an der Generalversammlung nicht teilnehmen, schrieb aber einen Brief mit folgendem Gedankenanstoß: „Beratet über die Möglichkeit, wie man neue Mitglieder werben könnte. Scheut auch nicht davor zurück, evtl. drei junge Damen (Mädchen) als Trommlerinnen zu werben, ich hab bereits mit Willi Jansen gesprochen“. Es dauerte aber noch einige Jahre, bis der Gedanke Schulins Wirklichkeit wurde.

Die erste Hälfte der 1980er Jahre:Mit einem Kommersabend und einem Platzkonzert feierte der Musikverein 1981 das 85-jährige Bestehen, wieder auf Schloss Harkotten. Ein besonderer Gast am Sonntag: Das Westfälische Jugend-Blasorchester mit 120 Musikern spielte auf. Der Musikverein spielte Kurkonzerte in Bad Laer, sorgte beim Reiterbiwak für den guten Ton, gratulierte befreundeten Musikzügen musikalisch und gab auf dem Weihnachtsmarkt Adventslieder zum Besten.

1982 übergab Walter Schulin aus gesundheitlichen Gründen das Dirigentenamt an Dieter Wolf. Der Musikverein warb in diesem Jahr auch erstmals unter dem Motto: „musikinteressierte Kinder gesucht! Musik ist gar nicht so schwer“ aktiv und öffentlich um jugendlichen Nachwuchs. Die Aktion war erfolgreich, denn 12 Kinder, darunter erstmals auch zwei junge Mädchen, meldeten sich an.

Im September 1984 feierte unserer Ort 850 Jahre Füchtorf. Über 6 000 Zuschauer säumten den Straßenrand beim Festumzug. Der Musikverein beteiligte sich während der ganzen Festwoche an vielen Feierlichkeiten. Ende des Jahres übernahm Josef Lienker das Amt des Vorsitzenden. Als eine seiner ersten Amtshandlungen ernannte er am 20. April 1985 Ferdinand Freiherr von Korff sen. zum Ehrenmitglied des Musikvereins.

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