Landkreis Osnabrück sieht keine Beeinträchtigung der Füchtorfer im Waterort
Windkrafträder dürfen gebaut werden

Füchtorf -

„Der Landkreis Osnabrück nimmt die Anmerkungen der Stadt Sassenberg zur Kenntnis, sieht nach diesen Ausführungen aber keinen Handlungsbedarf“. heißt es in einer 85-seitigen Begründung. Demnach wäre der Bau zweier Windenergieanlagen auf Glandorfer Gebiet, das an den Waterort angrenzt, zulässig.

Mittwoch, 24.03.2021, 22:38 Uhr aktualisiert: 24.03.2021, 22:40 Uhr
Das Oberverwaltungsgericht stellt fest, dass eine durch Gehölze ohne Laub partiell sichtverstellte Windkraftanlage erheblich weniger Bedrängungspotenzial besitzt als eine unverstellte Blicksituation.
Das Oberverwaltungsgericht stellt fest, dass eine durch Gehölze ohne Laub partiell sichtverstellte Windkraftanlage erheblich weniger Bedrängungspotenzial besitzt als eine unverstellte Blicksituation. Foto: Klaus Meyer

Zwei Windenergieanlagen (WEA), die auf Glandorfer Gebiet westlich der Bever in direkter Nachbarschaft zum Füchtorfer Waterort gebaut werden sollen, beschäftigen die Verwaltung und die Politiker des Ortsausschusses Füchtorf seit 2018. Den Füchtorfer Nachbarn sind die Dinger, salopp gesagt, zu groß und in ihrer Wirkung optisch zu bedrängend.

Nach unzähligen Diskussionen und Erörterungen hat die Stadt Sasseberg Mitte 2019 eine Stellungnahme abgegeben, in der sie den Bau der Anlagen in Höhe und Standort ablehnen, da sie die Grundstücke Waterort 11, 9 und 7 beeinträchtigt sehen. Nun gab es für die Füchtorfer eine niederschmetternde Antwort: „(...) Der Landkreis Osnabrück nimmt die Anmerkungen der Stadt Sassenberg zur Kenntnis, sieht nach diesen Ausführungen aber keinen Handlungsbedarf. (...) Insgesamt ist daher eine optische Beeinträchtigung durch die WEA ausgeschlossen. (...)“. Diese zwei entscheidenden Sätze begründet der Landkreis auf insgesamt sage und schreibe 85 DIN-A4-Seiten mit unzähligen Daten und Abkürzungen rund um das BImSchG (Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge).

Diese 85 Seiten hat Bauamtsleiter Thomas Middendorf geprüft und so zusammengefasst, dass Bürgermeister Josef Uphoff die Mitglieder des Ortsausschusses am Montag in gut zehn Minuten über diesen neuen Sachstand, der der Stadt Sassenberg keinen Spielraum zur Klage lässt, informieren konnte. Allerdings, so Uphoff, gebe es für die Nachbarn im Waterort eine Klagemöglichkeit.

Eines der vielzitierten Kriterien, die die mögliche bedrängende Wirkung der knapp 240 Meter hohen Windräder aus Sicht des Oberverwaltungsgerichtes Münster „entkräften“, sind Baumreihen und Hecken zwischen den Wohnhäusern und den Windenergieanlagen, die eine sichtverstellende Wirkung hätten. Eine Zwischenfrage, was passiere, wenn man die Bäume fällen würde, blieb im Ortsausschuss unbeantwortet. Im Osnabrücker Schreiben heißt es dazu: „Es ist ausreichend, wenn die Anlage in ihrer Wirkung durch die vorhandene Abschirmung abgemildert wird oder eine Abschirmung in zumutbarer Weise hergestellt werden kann.“

Ausschussvorsitzender Franz-Josef Linnemann fasste dann auch sichtlich „geplättet“ zusammen: „Da hat man uns zu 100 Prozent mit viel Text abgeschmettert.“ Der Ausschussvorsitzende sah aber auch die Tragweite der Auslegungen des BImSchG und interessante Erkenntnisse, was künftig die Genehmigung von Windkraftanlagen und Bauplänen anbelange.

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