Zweite Müllsammelaktion rund um Sassenberg sorgt für Ernüchterung
Frustrierende Erfahrung

Sassenberg -

Der Leiter des Hegerings Sassenberg und viele fleißige Helfer sind frustriert und ernüchtert, dass in nicht einmal drei Wochen wieder die gerade mühsam gereinigte Feldflur als Müllabladeplatz genutzt wurde.

Donnerstag, 08.04.2021, 04:27 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 13:04 Uhr
Ärgerlicher Erfolg: Zwei Autoanhänger voller Müll sammelten Andreas Gaber, Josef Tillmann, Bernhard und Rendel Knollmeier, Christoph Hüser und Mike Atig.
Ärgerlicher Erfolg: Zwei Autoanhänger voller Müll sammelten Andreas Gaber, Josef Tillmann, Bernhard und Rendel Knollmeier, Christoph Hüser und Mike Atig. Foto: Ina Atig

Gerade mal drei Wochen ist es her, da hat die Jagdgesellschaft des Jagdreviers Sassenberg I eine Müllsammelaktion in den Waldstücken und auf den Feldern ihres Jagdreviers durchgeführt. 250 Kilogramm Müll sind dabei zusammengekommen – vom Autoreifen über alte Möbel bis zum Kondom war alles dabei. Allerdings konnte nicht das gesamte Revier von über 700 Hektar abgesucht werden. Deshalb hatte man jetzt, unmittelbar vor der Brut- und Setzzeit, noch einmal 14 Jägerinnen und Jäger und deren Familien zusammengetrommelt, um in der Natur aufzuräumen. Das Ergebnis war indes ernüchternd.

„Wir wollten eigentlich die Revierteile absuchen, die wir beim letzten Mal nicht geschafft haben“, erklärt Mitorganisator Bernhard Knollmeier. „Dazu sind wir aber erstmal gar nicht gekommen, weil wir genau dort, wo wir beim letzten Mal schon alles sauber hatten, wieder von vorne anfangen konnten.“ Der Leiter des Hegerings Sassenberg nannte es frustrierend und ernüchternd, dass in nicht einmal drei Wochen wieder die gerade gereinigte Feldflur als Müllabladeplatz genutzt wurde. „Und dabei spreche ich gar nicht von verlorenen Gesichtsmasken, die inzwischen besonders an den Radwegen ein echtes Problem sind. Ich spreche von Sperrmüll und Restmüll, der einfach am Waldrand abgeladen wird. Und zwar dort, wo durch unseren letzten Einsatz definitiv noch nichts gelegen hat.“ Man müsse schon sehr gedanken- oder rücksichtslos sein, um seinen Restmüll vorsätzlich in die Botanik zu werfen. Darunter waren auch Dinge, die durchaus noch einen Wert hatten. So war ein neuwertiger Marken-Fahrradkindersitz achtlos in den Wald geworfen worden, mit dem man einer jungen Familie bestimmt eine Freude hätte machen können. Von Dutzenden Pfandflaschen und -dosen mal ganz abgesehen. „Das Pfandsystem bietet vielen anscheinend nicht genug Anreiz, das Leergut wieder zurück in die Läden zu bringen“, urteilt einer der Aktiven. „Und wer bei McDonalds behauptet, die McDrive-Verpackung sei ökologisch unbedenklich, hat mit Sicherheit noch nie die Tüten mit den Plastik-Saucenverpackungen und den Plastik Becherdeckeln aus dem Graben geangelt.“

Insgesamt kamen bei der von der AWG-Ecowest unterstützten Müllsammelaktion wieder über 300 Kilogramm Müll zusammen – in nur drei Stunden. Der Müll konnte kostenlos bei der AWG in Ennigerloh entsorgt werden. Die Aktion will die Jagdgemeinschaft jetzt jährlich wiederholen.

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