Selbsttests an den Schulen gut angelaufen
„Das kitzelt nur ein bisschen!“

Sassenberg -

Herausfordernd, aber alles in allem machbar - so lautet das Fazit der Sassenberger Schulleiterinnen in Sachen Coronaselbsttest in der Schule. „Wenn das der Schritt ist, die Schulen offen zu machen, sollten wir das Instrument nutzen“, rät Maria Erdmann von der Johannesgrundschule. Sie habe selber im Vorfeld Bedenken gehabt, berichtet Stefanie Dilla-Kell von der Nikolausschule, die Praxis zeige aber, dass es erstaunlich gut klappt.

Donnerstag, 15.04.2021, 06:46 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 06:50 Uhr
Die Testlösung muss jetzt aus einer großen Flasche in die Kits abgefüllt werden. Für jüngere Kinder müssen die Lehrerinnen Vorarbeit leisten.
Die Testlösung muss jetzt aus einer großen Flasche in die Kits abgefüllt werden. Für jüngere Kinder müssen die Lehrerinnen Vorarbeit leisten.

 

Die Grundschulen sammeln in dieser Woche die ersten Erfahrungen mit dem Test. Nur wenige Kinder aus der Betreuung sind überhaupt in der Schule. „Das ist ein guter Probelauf und wir bilden mit den wenigen Kindern schon kleine Experten aus“, erläutert Dilla-Kell . Bei Elisabeth Suer , Schulleiterin der Sekundarschule, sind auch noch gut hundert Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen mit im Boot. Dafür haben alle schon Erfahrung aus der letzten Woche vor den Ferien. Da hatte ein solcher Coronatest auch schon ein Mal ein fälschlich positives Ergebnis, erzählt Suer. Neben der verständlichen „Schrecksekunde“ seien die Schüler damit aber sehr unaufgeregt umgegangen.

Gehakt hat es offenbar bei der Testauslieferung, die zentral über das Ministerium gesteuert wird. Weniger die Anzahl, als die logistische Leistung bereitete Probleme. Nur an einer Schule konnte die Lieferung tatsächlich am Freitag übergeben werden. Bei einer kam sie sogar erst am Montag morgen an und damit zu spät, als dass sich die Lehrer auf die neue Aufgabe vorbereiten konnten. Denn Mithelfen müssen sie auf jeden Fall. Zwar nicht beim „in der Nase prokeln“, wie Dilla-Kell lachend zurückweist. Wohl aber beim Portionieren der Testflüssigkeit, besonders bei den jüngeren Schülerinnen und Schüler. Vor den Ferien sei diese Flüssigkeit schon fertig abgepackt in den Kits geliefert worden, berichtet Suer. Jetzt muss sie erst eingefüllt werden. Feinmotorik ist da gefragt.

Die neue Aufgabe als Testhelfer sei für die Lehrer schwierig, kritisiert Marlies Borisch, Leiterin der Füchtorfer Grundschule. „Die Lehrer werden kein Kind anfassen“, stellt sie klar. Umso dankbarer ist sie für die ehrenamtlich Unterstützung durch zwei Krankenschwestern aus der Elternschaft.

Mit der Testbereitschaft der Kinder gibt es keine Probleme. „Ein Kind wollte zunächst nicht“, erzählt Erdmann, „aber als alle anderen sich testeten, wollte sie dann doch.“ Der Kommentar der Kleinen im Anschluss: „‚Das ist ja gar nicht schlimm, das kitzelt ja nur ein bisschen!‘“

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