Netzdoku im Vorbeifahren
Verteilernetzbetreiber Westnetz setzt auf moderne Kartierungstechnik

Sassenberg -

Der Verteilernetzanbieter Westnetz schickt derzeit ein Fahrzeug, das mit moderner Technik ausgestattet ist, zwei Tage lang auf systematische Erkundungsfahrt durch Sassenberg und Füchtorf. Das Ziel: Die Umgebung der Stromtrassen, aber auch die Straßenbeleuchtung werden digital erfasst und dokumentiert.

Freitag, 16.04.2021, 06:06 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 06:10 Uhr
Fahrer Patrick Ehlers entfernt die Schutzkappen vom Rotationslaser (oben) auf dem Dach des Spezialfahrzeugs (kl. Foto).
Fahrer Patrick Ehlers entfernt die Schutzkappen vom Rotationslaser (oben) auf dem Dach des Spezialfahrzeugs (kl. Foto). Foto: Ulrike von Brevern

Es ist schon ein auffälliges Fahrzeug, das da am Donnerstagmorgen auf dem Füchtorfer Tie erschien und gleich für neugierige Blicke sorgte. In diesem Fall gehört das Auto allerdings nicht zu einem namhaften Suchmaschinenanbieter im Internet, der die Daten für seinen Kartendienst verbessern will. Der Verteilernetzanbieter Westnetz schickt das mit moderner Technik ausgestattete Fahrzeug zwei Tage lang auf systematische Erkundungsfahrt durch Sassenberg und Füchtorf. Das Ziel: Die Umgebung der Stromtrassen, aber auch die Straßenbeleuchtung werden digital erfasst und dokumentiert.

„Mobile Mapping“ heißt die innovative Kartierungstechniktechnik in der Fachsprache. Ein Rotationslaser Herzstück Systems, das auf dem Dach des Fahrzeugs montiert ist, scannt die Umgebung mit rund 500 000 Aufnahmen pro Sekunde, erklärt Werkstudent Patrick Ehlers , der das Kamerafahrzeug durch die Straßen steuert. Zusätzlich sind eine 360 Grad Kamera und weitere, schrägausgerichtete Kameras an Bord, um ein Bild der Wirklichkeit zu erfassen.

Etwa 250 Meter Reichweite hat das System. Aus den Daten wird später ein 3D-Modell erstellt, mit dessen Hilfe Entfernungen bis auf einen halben Zentimeter genau gemessen werden können.

Erst seit kurzem nutzt der Verteilnetzbetreiber diese Art der Netzdokumentation, heißt es aus der Pressestelle stolz. Das Regionalzentrum Münster ist die erste Region der Westnetz, die „Mobile Mapping“ einsetzt. Wolfgang Lakebrink aus dem Planungsteam der Westnetz in Münster erklärt: „Mit dem Mobile Mapping sind wir jetzt noch schneller und detaillierter in unserer Dokumentation. Die Fotos liefern neben dem optischen Zustand der Umgebung wichtige Geodaten. In den Fotos können wir die Entfernungen messen. Das hilft uns bei der Planung und dem Bau von Versorgungsleitungen.“

In Sassenberg und Füchtorf dient die Fahrt derzeit der reinen Bestandsaufnahme, erläutert Pressesprecherin Ingrid Meering. Deswegen muss Patrick Ehlers auch wirklich jede einzelne Straße abfahren. Im Blick ist dabei nicht nur die Umgebung oberhalb der grundsätzlich bereits digital erfassten Stromleitungen. Auch über die Straßenbeleuchtung entsteht ein detailliertes Bild. Leuchtentyp, Höhe und Farbe des Mastes könnten dann später aus den Daten problemlos ermittelt werden, so Meering.

Obwohl während der Fahrt auch Personen und Autokennzeichen von den Kameras erfasst werden, weist das Unternehmen datenschutzrechtliche Bedenken zurück. Solche Daten „werden selbstverständlich unkenntlich gemacht. Die gespeicherten Daten sind nur für einige unserer Mitarbeiter einsehbar“, heißt es.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7918217?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker