Verfahren gegen Sassenberger eingestellt
Familiendrama war nicht gänzlich zu klären

Sassenberg -

Das tatsächliche Ausmaß des Geschehens in der so zerstrittenen Sassenberger Familie zu ermitteln im Rahmen einer gerichtlichen Zeugenbefragung, stellte sich bei einer Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Warendorf als schwierig heraus. Letztlich wurde das Verfahren gegen den 42-jährigen Sassenberger eingestellt.

Mittwoch, 21.04.2021, 18:30 Uhr

Gegen die Zahlung von 500 Euro an eine soziale Einrichtung wurde am Dienstag das Verfahren gegen einen 42-jährigen Sassenberger eingestellt. Ihm wurde vorgeworfen, seine Ehefrau mehrfach tätlich angegriffen zu haben, was dieser bestritt. Er räumte lediglich eine Ohrfeige im Januar 2020 ein. Sein Verteidiger rekapitulierte die lange Vorgeschichte der zerrütteten Ehe. Mehrfach strebten die (noch) Verheirateten wechselseitige Strafverfahren an; unter anderem habe sie ihrem Ehemann und dessen neuer Partnerin - vor anderthalb Jahren ein „Fehltritt“, wie der Angeklagte vor Gericht aussagte - nachgestellt und verbreite Unwahrheiten. Auch die Wohnungsräumung sei nicht konfliktfrei verlaufen. Der Freundeskreis sei zerbrochen; die gemeinsamen Kinder litten unter den Vorkommnissen, so der Verteidiger. Für die Tatvorwürfe vor dem Januar 2020 gebe es keine Zeugen, Aussage stehe gegen Aussage. An diesem Tag im Januar sei es zum Streit gekommen. Er habe eine Eskalation vermeiden und den Raum verlassen wollen, so der Angeklagte, sie habe ihn getreten, geschubst und eine „Backpfeife“ gegeben.

Eine Ohrfeige aus Reflex

In dieser emotionalen Situation habe er ihr aus einem Reflex heraus eine Ohrfeige gegeben. Die Mutter habe ihre Kinder mehrfach aufgefordert, eine Familienangehörige anzurufen. Sie wiederum alarmierte die Polizei wegen häuslicher Gewalt. Die Polizei rückte mitsamt Rettungswagen an. Vor der Haustür wurden die Beamten von der Schwiegermutter des Angeklagten empfangen, die ihnen mitgeteilt habe, ihr Schwiegersohn schlage noch immer auf ihre Tochter ein. Der wiederum öffnete die Tür und war ob des Aufgebots überrascht. Im am selben Tag erstellten ärztlichen Befund war lediglich sehr allgemein ein „Druck auf Ohr“ vermerkt. Die beiden Kinder bekamen Teile des Streits mit. Die Vorsitzende Richterin sprach sehr einfühlsam mit dem älteren Kind und betonte, niemand könne eine Aussage verlangen oder erzwingen. Im Falle einer Aussage müsse sie es jedoch genau wissen. Das Familienmitglied wollte aussagen und tat dies sichtlich bewegt unter Tränen. Auf mehrfache Nachfragen der Vorsitzenden Richterin und des Staatsanwalts konnte das Geschehen jedoch nicht schlüssig geschildert werden; die Angaben wirkten durcheinander.

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