Wohnheim im Herxfeld
Unbekannte werfen Kotbeutel auf Flüchtlingsunterkunft

Sassenberg -

Auf das Gelände der Flüchtlingsunterkunft im Herxfeld wurden in den vergangenen Wochen immer wieder gefüllte Hundekotbeutel geworfen. Sozialamtsleiter Helmut Helfers geht von einem gezieltem Vorgehen gegen den Standort aus. An anderen städtischen Unterkünften gebe es das Problem nicht. Von der Frequenz der Vorkommnisse ist die Verwaltung allerdings überrascht.

Donnerstag, 29.04.2021, 17:00 Uhr aktualisiert: 29.04.2021, 21:12 Uhr
Im Eingangsbereich der Flüchtlingsunterkunft im Herxfeld tauchen seit einigen Wochen in regelmäßigen Abständen gefüllte Kotbeutel auf.
Im Eingangsbereich der Flüchtlingsunterkunft im Herxfeld tauchen seit einigen Wochen in regelmäßigen Abständen gefüllte Kotbeutel auf.

Es ist kein schöner Anblick für Bewohner und Besucher der städtischen Flüchtlingsunterkunft im Herxfeld. Zwei gefüllte Hundekotbeutel liegen in der langgezogen, ansonsten bis auf eine weggeworfene Corona-Maske vollkommen sauberen Einfahrt vor dem ehemaligen Kindergarten. Das gehe schon seit einigen Wochen regelmäßig so, heißt es aus dem Umfeld der Bewohner. Die Beutel würden absichtlich geworfen. Das ist wahrscheinlich, denn unmittelbar gegenüber dem Eingang steht ein Abfallbehälter. Darin befinden sich an diesem Morgen weitere, ordnungsgemäß entsorgte Kottüten.

Nachbarn fühlten sich beobachtet

Das Flüchtlingswohnheim, in dem überwiegend junge Männer untergebracht sind, rückte bereits im vergangenen Jahr ins Licht der Öffentlichkeit, als ein Zusammenschluss von Nachbarn von der Stadt vehement eine stärkere Abgrenzung des Geländes verlangte. Es sei zu laut und man fühlte sich in den eigenen Gärten beobachtet. Eine Mauer sollte für Abhilfe sorgen – oder eine andere Alternative. Darüber hat die Politik zwar ausführlich diskutiert, aber bislang ebenso wenig entschieden, wie über den geplanten Umbau des Heims. Die Bewohner sollten durch Einziehen von Zwischenwänden zu Gruppenapartments mehr Privatsphäre bekommen.

Das ist ein Verhalten, das einfach dämlich ist. Das führt zu nichts. Wer sich beschweren will, soll sich direkt an die Stadt wenden.

Helmut Helfers, Sozialamtsleiter

Die Bewohner seien traurig und verstünden die Angriffe nicht, berichtet der libanesische Freund eines Bewohners. „Das ist nicht richtig, da wohnen auch gute Leute“. Mit harschen Worten reagiert auch Sozialamtsleiter Helmut Helfers auf Nachfrage: „Das ist ein Verhalten, das einfach dämlich ist. Das führt zu nichts. Wer sich beschweren will, soll sich direkt an die Stadt wenden.“

Allerdings könnte das Problem bei der Stadt schon längst in den Fokus gerückt sein. Schließlich werden die Kotbeutel von den Hausmeistern laufend beseitigt. Die Frequenz, mit der das geschehe, habe ihn jetzt selber überrascht, sagt Helfers. Beschwert hatte sich von den Bewohnern bisher niemand.

Stadt will zunächst Schilder aufhängen

Einen grundsätzlich fremdenfeindlichen Hintergrund vermutet Helfers hinter den Kotbeuteln nicht. Immerhin betreut die Stadt insgesamt 30 Unterkünfte und an keinem anderen trat das Problem bislang auf. Es sei wohl ein gezieltes Statement gegen diese Unterkunft.

Dabei bemüht sich die Stadt im Herxfeld inzwischen um Ruhe. Es leben nur noch etwa 12 Menschen im Gebäude. In der Vergangenheit war das anders. Da hatten sich auch Flüchtlingshelfer schon über die Wohnverhältnisse dort beschwert.

Die Stadt werde Schilder aufhängen gegen die Verschmutzungen und sie werde die Situation von nun an genau beobachten kündigte Helfers an:. „Bei Fortsetzung werden wir Strafanzeige stellen!“

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