Sendenhorst
Die drei Männer von der Kappscheune

Dienstag, 30.10.2007, 16:10 Uhr

Sendenhorst. Wer auch immer, ob als Radfahrer, Wanderer oder Spaziergänger, durch die Bauerschaft Brock kommt, hat sie sogleich im Blick: die dort unmittelbar am Wegesrand liegende Wetterschutzhütte. So, wie sie dasteht, in ihrer der Landschaft angepassten Form, einer früheren Kappscheune oder „Kappschuer“ nachempfunden, stellt sie ein wirkliches Schmuckstück dar.

Und längst haben das schmucke Holzhaus auch die Menschen für sich entdeckt, das zum Ausruhen und Verweilen einlädt. Erst recht, wenn es stürmisch ist oder plötzlich zu regnen beginnt. „Immer wenn wir vorbeikommen, legen wir hier eine Pause ein“, berichten zwei Fahrradfahrer, die vor dem gerade einsetzenden Regenguss noch schnell ihre Räder unterstellen und sich freuen, Unterschlupf zu finden. Sie seien froh über das trockene Plätzchen. „Wir können kommen wann wir wollen: Diese Wetterhütte ist eigentlich immer sauber und aufgeräumt“, sagen die Radler und stellen fest: „Die macht wirklich einen gepflegten Eindruck!“

Sauber, aufgeräumt, gepflegt: Dass das so ist, hat seinen Grund. Die Nachbarn halten das Häuschen in Schuss. Das sind die beiden nebenan wohnenden Landwirte Johannes Sander und Alois Zumloh . Hinzu kommt als dritter im Bunde Jagdaufseher Dieter Osthövener. Letzterer ist schon von Berufswegen oft unterwegs in den Bauerschaften. Natürlich auch im Kirchspiel „Brock“, wo er sich bestens auskennt.

Die drei Männer fühlten sich von Anfang an für die Wetterschutzhütte, die dort seit Oktober 1990 steht, verantwortlich. Als nächster Nachbar sieht Johannes Sander regelmäßig nach dem Rechten, sammelt umherliegende Flaschen und jeglichen Müll in Säcke, die später von Dieter Osthövener abgeholt und fachgerecht entsorgt werden. „Bei gutem Wetter spielt sich besonders an den Wochenenden in und auch außerhalb der ,Kappschuer‘ einiges ab. Leider wird die Hütte von den Besuchern nur selten so verlassen, wie sie sie vorgefunden haben“, wissen die Nachbarn, die oft genug danach „Einsatz haben“ und Aufräumdienst leisten.

Eine Arbeit, die ebenfalls geleistet werden muss und regelmäßig anfällt, ist das Rasenmähen. Diese Tätigkeit übernimmt seit Jahren schon Alois Zumloh, der sich auch um die Bäume – Eichen, Kirsche und Birken – kümmert, die dort gepflanzt worden waren. Und seither dieser Wetterhütte ihren natürlichen Rahmen geben.

Initiiert und in Eigenleistung erstellt wurde das Häuschen seinerzeit von der Sendenhorster CDU, die sich unter dem damaligen Ortsunionsvorsitzenden Bernhard Stapel für den Bau einer Wetterschutzhütte, angelehnt an die Form der westfälischen „Kappschuer“, stark gemacht hatte.

Entworfen und geplant von Diplom-Ingenieur Ferdinand Koelen sollte sie ihren Standort in der Bauerschaft „Brock“ im Dreieck der Höfe Kössendrup, Zumloh, Sander erhalten. Mit der Errichtung des künftigen „Unterstandes“, war im Oktober 1989 begonnen worden. Gemeinsam und mit sehr viel Energie machten sich alle Beteiligten ans Werk.

Dabei hatte es sich gut getroffen, dass die CDU-Mannschaft von Anfang an auf Handwerker aus den eigenen Reihen – seinerzeit gehörten Paul Landau, Anton Specht, Alfred Kolb, Bernhard Northoff, Josef Höne, Adrian Kuhn und Bernhard Stapel dazu – zurückgreifen konnte.

Sie hatten mit vereinten Kräften an der Fertigstellung gearbeitet, die, auf soliden Stützfundamenten stehend, konische Sockelstützen und Pfosten aus Bauholz erhalten hatte. Anders als ihr Vorbild – die traditionelle „Kappschuer“ hatte ein bewegliches Dach – war die Hütte zum Abschluss der Bauarbeiten mit einem soliden, feststehenden Dach versehen worden.

So konnte dank des aktiven Einsatzes der vielen freiwilligen Helfer die Wetterschutzhütte bereits im Herbst 1990 der Allgemeinheit übergeben werden. Seither wird sie gern und viel genutzt, musste in den vergangenen Jahren aber auch Beschädigungen einstecken. Sei es durch Stürme oder auch durch Vandalismus. Nachdem sie vor gut acht Jahren auf Initiative von Franz Keweloh letztmals gestrichen worden war, bedurfte die Wetterschutzhütte nun allerdings dringend eines erneuten Anstrichs.

Farblich neu präpariert und mit dem nötigen Holzschutz versehen, wird sie, so hoffen die Anlieger, wohl noch lange für Radler und Fußgänger erhalten bleiben.

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