Sendenhorst
Impfschutz könnte Kaninchen retten

Donnerstag, 04.10.2007, 15:10 Uhr

Sendenhorst . Die Blauzungenkrankheit macht derzeit Rinder- und Schafzüchtern schwer zu schaffen. Als Überträger gelten Mücken. Doch nicht nur Großtierhalter bereitet die Mückenplage dieser Tage Sorge. „Die Myxomatose zieht im Augenblick seuchenartig über das Land“, vermeldete gestern Dr. Karl-Ernst Grau , der als Vorsitzender des Bundesverbandes praktizierenden Tierärzte, Landesverband Westfalen-Lippe, auch von den Kollegen immer wieder hört, dass kranke Kaninchen in die Praxen gebracht werden. Auch in diesem Fall gehören die Mücken – neben weiteren möglichen Ursachen – zu den Hauptüberträgern.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass die Myxomatose nur Wildkaninchen betrifft, kommt diese Krankheit auch bei Hauskaninchen vor. „Ist die Krankheit ersteinmal ausgebrochen, gibt es keine Rettung mehr für die Tiere“, berichtet Dr. Grau. „Es ist fürchterlich, mit anzusehen, wie schwer es vor allem den Kindern fällt, sich von ihren geliebten Kaninchen verabschieden zu müssen“, hat er in der eigenen Praxis in den vergangenen Tagen häufig erfahren müssen, wenn er wieder eines der erkrankten Tiere einschläfern musste.

Die Myxomatose, auch Kaninchenpest genannt, ist eine Seuche, die sich zunächst durch Schwellungen an den Augenlidern ausdrückt, die das Kaninchen fast erblinden lassen. Ein unförmiger Kopf und feste Schwellungen vor allem an Nasen, Lippen und Ohren treten auf.

Dr. Grau macht darauf aufmerksam, dass es einen Impfstoff gibt, mit dem Stall- und Streichelkaninchen vor der Krankheit geschützt werden können. Doch ist die Krankheit erst ausgebrochen, gebe es keine Rettung mehr.

Die Krankheit ist hoch anstreckend. Der Erreger kann durch direkten Kontakt, aber auch unreine Hände durch den Menschen leicht auf das Haustier übertragen werden. Auch an Grünfutter aus solchen Krankheitsgebieten kann der Virus anhaften. Doch der Hauptüberträger sind Stechmücken. Und gegen diese Überträger helfe – vorausgesetzt, man impft nicht ein Tier, das sich schon angesteckt hat, bei dem die Krankheit aber noch nicht ausgebrochen ist (also in der Inkubationszeit) – eben nur eine Impfung, appelliert Dr. Grau an Kaninchenhalter, ihre Tiere zu schützen. Diese Inkubationszeit beträgt drei bis neun Tage. Bricht die Krankheit aus, endet sich meist nach ein bis zwei Wochen tödlich.

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